Star Wars und Endgame bei den Oscars: Der Visuelle Effekte-Award ist unerreichbar

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Avengers 4: Endgame
05.02.2020 - 10:50 UhrVor 12 Monaten aktualisiert
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Im Rennen um den Oscar für Spezialeffekte 2020 setzen die Kandidaten auf Innovationen. Große Blockbuster wie Avengers 4 und Star Wars 9 haben es deshalb schwer.

Der Spezial-Effekte-Oscar ist eine der aufregendsten Kategorien bei der Verleihung, weil sein Feld immer so schön durchmischt ist. Hier kommen auch mal Filme zum Zug, über die die Academy-Mitglieder sonst die Nase rümpfen würden. Blockbuster-Unfälle wie Snow White and the Huntsman wirken bei der Verleihung wie ein Gast, der bei einer Smoking-Party im Jogginganzug aufkreuzt. Selbst der vergessene Goldene Kompass darf sich Oscar-Gewinner nennen. Das ist noch echter Punk.

Es ist aber auch die Kategorie für Spacefilme (Aufbruch zum Mond) und Science-Fiction (Blade Runner 2049), die immer wieder neue Maßstäbe setzen und Innovationen ausprobieren und etablieren. Selbst manch Bester Film-Gewinner gab sich hier die Ehre (Gravity). (Seht hier alle Artikel zum Oscar 2020)

Avengers 4 als Favorit? Wer gewinnt die Visuellen Effekte?

Die Trauben beim Visuelle Effekte-Oscar hängen dieses Jahr besonders hoch, da im Kampf um die Zuschaueraufmerksamkeit Effekte-Vehikel wertvolle Aufhänger für Werbekampagnen bieten. Es ist so eng, selbst Alita: Battle Angel schaffte es nicht in die Auswahl der 5 Filme, obwohl Rosa Salazar als Cyborg Alita in Alita: Battle Angel echter aussieht als ihre Mitschauspieler aus Fleisch und Blut.

Zudem mischen zwei Saga-Abschlüsse aus dem Blockbuster-Regal mit, die sonst kaum Chancen auf größere Preise haben würden, egal wie sehr Disney die Werbetrommel rührt.

Beste visuelle Effekte: Die 5 Nominierten

Die Favoriten: König der Löwen und The Irishman

Bei anderen Kategorien können wir die Wahl der Gilden, etwa der Schauspielerinnengilde, (Screen Actors Guild) als Gradmesser heranziehen. Bei den Spezial-Effekten ist das etwas schwieriger, denn die Visual Effects Society vergibt ihre Preise an mehrere Film in Unterkategorien, das Feld teilt sich also wieder auf. Dieses Jahr gingen die Preise etwa an 1917, The Irishman und König der Löwen.

König der Löwen

Wenn sich Awards-Experten in den USA auf einen Frontrunner einigen können, dann auf König der Löwen. Das liegt nicht zuletzt an dem König der Löwen-Vorgänger The Jungle Book, der 2016 mit ähnlich Vorzügen den Oscar einsackte. König der Löwen hat die Technik seither gehörig weiterentwickelt. Bei den ehemaligen Zeichentricklöwen können wir die verfilzten Pelzhaare zählen und jedes Staubkörnchen in der Savanne.

Daraus erschafft sich König der Löwen jedoch einen paradoxen Nachteil. Ja, die Welt und die Lebenwesen innerhalb der Welt sehen photorealistisch aus. Aber der Film ist eben komplett animiert, und noch nie hat ein vollständig computeranimierter Film einen VE-Oscar gewonnen. Die Academy zieht die Implementierung von Effekten in "echte" Umgebungen vor.

Das führt uns zum Netflix-Film The Irishman, in dem künstlich verjüngte Menschen durch ganz normal gefilmte Straßen laufen. Das AI-System Face Finder half bei der nachträglichen Bearbeitung der Gesichter. (Quelle: FX Guide ) Mit 3D-Technologie wurden Muskelbewegungen und Blutfluss simuliert. Kein anderer unter den 5 Kandidaten setzte so kühn auf seine Technik, mit der der Film steht und fällt. Das und die Innovation könnte die Academy honorieren. Der seltsame Fall des Benjamin Button gewann 2008 mit ähnlichen Tricks.

Robert DeNiro in The Irishman

Warum Star Wars und Avengers 4 leer ausgehen

Für Avengers 4 spricht nicht besonders viel. Die Vernähung von Vergangenheit und Gegenwart ist beeindruckend und funktioniert fließend, ist aber nicht besonders neu. Die Massenszenen im Finale sind ein Husarenstück und bestimmt schwer zu animieren, am Ende aber eben doch Routine-Handwerk.

Routiniert fuhr auch Star Wars 9 seine Oscar-Nominierung ein. Jeder neue Star Wars-Film war im letzten Jahrzehnt für den VE-Oscar nominiert. Gewinnen konnte ihn keiner. Und der letzte Oscar für einen Marvel- und/oder Superheldenfilm ging 2004 an Spider-Man 2.

1917 ist der nicht wirklich geheime Geheimfavorit

Als Favorit auf den Besten Film nimmt 1917 auch bei den Visuellen Effekten einen Sonderstatus ein. Das Momentum bei der Wahl könnte auf andere Kategorien überschwappen. 1917 nutzt Spezial-Effekte unterstützend beim Ineinanderfügen der Bilder zu einer kontinuierlichen Plansequenz, was die Academy liebt. Das CGI ermöglicht, wie etwa bei Gravity oder First Man, eine immersive Erfahrung. Die Effekte sind für den Zuschauer kaum als Effekte wahrnehmbar.

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