Ash vs Evil Dead - Die Hölle auf Erden und sentimentale Blutfontänen

Ash vs Evil Dead
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Ash vs Evil Dead
Moviepilot Team
wieselmax Max Wieseler
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Junior Redakteur bei Moviepilot. Mag die großen Gefühle und schreibt daher am liebsten über Horror. Bekennt sich zu seiner Seriensucht.

Nach der Ankündigung, dass die Horrorserie Ash vs Evil Dead mit dem Ende der 3. Staffel eingestellt wird, umgibt die vorletzte Episode Der Tag des Jüngsten Gerichts aka Judgement Day ein leicht bitterer Beigeschmack. Denn in 28 epischen Minuten gibt Ash vs Evil Dead nochmal richtig Vollgas und zieht alle Register. Zwar gibt es auch wieder jede erdenkliche Form von Exposition, doch die total überdrehte und epische Abwicklung aller Storylines macht einfach unglaublich Spaß.

Nichts weniger als die Apokalypse in Michigan

Ein Sturm braut sich zusammen über Elk Grove und das Ende aller Tage (und der Serie) steht kurz bevor. Das Portal zur Welt der Dämonen steht sperrangelweit offen und lässt die an die Ringgeister erinnernden Dark Ones in unsere Welt schreiten, um die Hölle auf Erden zu entfachen. Bereits in den Anfangsminuten wird klar, dass hier jetzt ein anderer Wind weht. Vorbei ist der Spaß, wenn Zoe (Emilia Burn) als menschliche Blutzapfsäule missbraucht und anschließend bestialisch gehäutet wird - fast so schmerzhaft mit anzusehen wie Martyrs.

Zurück im Haus der Williams liegt ebenfalls der triste Schleier des bevorstehenden Abschieds über den Figuren. Das Blut von Opa Brock ist kaum getrocknet und ziert immer noch die Wände des Wohnzimmers. Nachdem Ash (Bruce Campbell) beinahe seine Tochter verloren hat, wirkt er ernster und betroffener von den Ereignissen als je zuvor. Um Brandy (Arielle Carver-O'Neill) nicht schutzlos zu Hause zurück zu lassen, übergibt er ihr seinen treuen Boomstick und sorgt damit für einen der berührendsten Momente des Franchise.

Brandy allein zu Haus

Dann passiert es. Das Böse bricht über Elk Grove herein und lässt die Bevölkerung zu selbstzerstörerischen Deadites mutieren. Mit schwindelerregender Subjektivperspektive rast das Böse auch auf Brandy zu. Ohne nachzudenken rettet sich Brandy durch einen Sprung durch das Fenster und würde mit dieser Einstellung wahrlich jeden Horrorfilm überleben.

Eingesperrt in einem kleinen Schuppen feiert Brandy nun ihren Einstand als wahre Tochter von Ashy Slashy. Nachdem ihr Smartphone zum gefräßigen Dämon mutiert, verliert Brandy ihren Daumen und führt damit Ashs Familientradition der verlorenen Körperteile fort. In Anlehnung an Evil Dead 2 darf das Töchterlein nun, wie einst ihr Vater, mit einer besessenen Hand durch den Raum poltern und anschließend den kleinen iPhone-Gremlin mit einem Pflug und einem Ash-typischen Oneliner ("Tell it to the plower!") den Garaus machen.

Ding Dong! The Witch Is Dead!

Wir wussten bereits, dass Ruby die Dark Ones ziemlich verärgert hat. Endlich erleben wir die düsteren Gestalten aus den Geschichten des Necronomicon in Aktion. Sie reißen förmlich den Geist Kayas aus Kellys Körper heraus und stecken diesen in einen von ihnen gerade geborenen Wirtskörper, nur um diesen direkt mit den Flammen der Hölle in Asche zu verwandeln. Noch erbarmungloser ist das Schicksal, welches Ruby erwartet. Mit festem Griff saugt ihr einer der Oberdämonen sämtliches Leben aus und zermalmt ihren ausgetrockneten Körper auf dem Boden.

So grausam und verdient der Tod von Ruby auch war, so viele Fragen über den Sinn ihres Handlungsbogens der 3. Staffel wirft er auf. Als hätte ihr Plan von vorherein nicht schon wenig Sinn ergeben, wirken ihre fiesen Sperenzchen mit Ash und seiner Familie in den letzten acht Folgen nun fast obsolet. Denn am Ende scheiterte jeder ihrer Pläne und resultierte darin, dass ihren größten Feinden der Weg in die Welt geebnet wird, aus der sie sie einst verbannt hat. Aber um ausgeklügelte und tiefsinnige Handlungsbögen geht es in Ash vs Evil Dead auch nicht.

In kaum einer Folge von Ash vs Evil Dead ist so viel passiert wie in dieser Folge. Ohne Verschnaufpause rast die Handlung, wie das formlose Evil-Dead-Böse, von Plot-Point zu Plot-Point, ohne dabei jedoch den Spaß aus den Augen zu verlieren. Denn Fans von Gore und Splatter kommen kurz vor Ultimo nochmal richtig auf ihre Kosten. Wie die FSK hier eine Freigabe ab 16 Jahren erteilen konnte, ist mir ein Rätsel. In fast epischem Ausmaß steht so viel auf dem Spiel, wie noch nie in der Serie und die finale Schlacht zwischen den Ghost Beaters und dem riesigen Deadite (oder Cloverfield-Monster?) verspricht, die ultimative Apokalypse zu werden.

  • Ashs Zitat der Woche: "Poor Ruby. I’m melting. Fuck off, bitch!"
  • "The Necro-What-icon?"
  • Wer hätte je gedacht, einmal Rag 'n' Bone Mans "Human" im Abspann einer Horrorserie zu hören?
  • Mein Fanherz stand kurz still, als Brandy die Kreissäge an ihre Hand führte - leider war es nur ein (Alb-)Traum.
  • Eine kleine Hommage an das Evil Dead-Remake als der besessene Barkeeper sein Gesicht zerschneidet.
  • Nächste Woche wird ein sehr emotionales Finale für jeden Evil Dead-Fan.

Alle Recaps zu Ash vs Evil Dead - Staffel 3:

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