Schlimmer geht's immer

7 Gründe, um Nicolas Cage dankbar zu sein

Nicolas Cage in The Weather Man
© Universal Pictures
Nicolas Cage in The Weather Man

Der Anlass für unser Bekenntnis bietet uns sein neuester Film Der letzte Tempelritter, der heute in den deutschen Kinos startet. Auch wenn Der letzte Tempelritter ausschaut, als wäre er ein weiterer Sargnagel in der Karriere des Neffen von Francis Ford Coppola, so ließe sich stattdessen auch argumentieren, dass der Film ihn zumindest davon abhielt National Treasure 3 zu machen. Wenn auch nur für kurze Zeit…

Die kalten Fakten sprechen gegen Nicolas Cage: Next, Knowing, Bangkok Dangerous, Drive Angry, Das Vermächtnis der Tempelritter, Das Vermächtnis des geheimen Buches, Corellis Mandoline oder Wicker Man – Ritual des Bösen, um nur ein paar Filme zu nennen, die schwer auf Nicolas Cages Karriere lasten. Aber während sich die Medien und Blogger in Rage reden, wird völlig vergessen, dass Cages Karriere nicht halb leer, sondern halb voll ist! Denn egal wie schlimm es um die Rollenauswahl und selbstreflexiven Fähigkeiten von Cage steht, es ginge noch schlimmer! Stellt euch vor, Nicolas Cage hätte jede Rolle bekommen, für die er jemals im Gespräch stand. Nicht weiter wild, glaubt ihr? Dann schaut euch mal auf folgende Liste.

1. Grund: Spider-Man
Mittlerweile ist die Spider-Man-Trilogie von Sam Raimi Filmgeschichte. Doch damals, als die Welt es kaum erwarten konnten, den Wandkrabbler auf großer Leinwand zu sehen, war auch Nicolas Cage ein heißer Anwärter im Kampf um die Rolle des Green Goblin. Lediglich John Malkovich und Willem Dafoe machten ihm die Rolle streitig. Das Schicksal entschied sich gegen Cage, was ihm die Möglichkeit gab, stattdessen Adaption zu drehen. Eine klare Win-Win Situation für ihn und vor allem auch für uns!

2. Grund: The Green Hornet
Doch Nicolas Cage gab nicht auf. Wenn nicht der Green Goblin, dann zumindest eine Rolle in The Green Hornet. Die Dreharbeiten hatten bereits begonnen und Nicolas Cage stand als Gegenspieler für das grüne Insekt fest. Doch plötzlich sprang er ab. Aus vertraglichen Gründen, wie er mitteilen ließ, was wohl bedeutet, dass Herr Cage nicht der nötige finanzielle Respekt gezollt wurde. So durfte Christoph Waltz kurzerhand einspringen und meisterte den Job gekonnt. Auch hier hatte wohl das Schicksal seine Finger im Spiel, denn stattdessen gönnte sich Cage eine andere, weitaus bessere Comicverfilmung: Kick-Ass.

3. Grund: The Wrestler
Ein trauriges Kapitel für Nicolas Cage: Er recherchierte wochenlang und tat alles, um der Rolle des Randy “The Ram” Robinson gerecht zu werden. Doch dann wurde er plötzlich von Mickey Rourke ausgebootet. Aber was man Cage lassen muss: Als Darren Aronofsky ihn darum bat, Mickey Rourke die Rolle zu überlassen, tat er dies, ohne Anstalten zu machen. Er sah ein, dass Aronofskys Herz an Rourke hängt und da er und Mickey Rourke alte Freunde waren, trat er ehrenvoll ab. Hut ab, Nicolas! Damit hast du der Filmwelt erneut einen Dienst erwiesen. Nicht nur weil Rourke den Film praktisch alleine auf seinen massigen Schultern trug, sondern weil wir uns dich als abgehalftertes, halbnacktes Wrestlingwrack auch gar nicht vorstellen wollen.

4. Grund: Superman Returns
Es ist kein Geheimnis, dass Tim Burton Ende der 90er Jahre den Mann aus Stahl neuverfilmen wollte. Superman Lives war Nicolas Cages Traumprojekt. Was nicht überrascht, schließlich reden wir hier von einem Mann, der seinen eigenen Sohn Kal-El nannte. Cage war am Boden zerstört als er hörte, dass Tim Burton das Projekt, nach dem massive Finanzierungsprobleme auftraten, aufgab. 2001 musste er sich endgültig mit der traurigen Realität abfinden, dass aus ihm nie ein Superman werden würde. Was ihm blieb, waren einige Testaufnahmen mit ihm im rot-blauen Cape und den Trost, die Filmwelt vor einer unvorstellbaren Filmkatastrophe bewahrt zu haben. In unseren Herzen wirst du dafür auf ewig ein Superman bleiben!

5. Grund: Vergiss mein nicht!
Nicolas Cage konnte unter der Führung von Spike Jonze und nach dem Drehbuch von Charlie Kaufman einen seiner größten Kritikererfolge verbuchen, schließlich spielte er in Adaption eine beeindruckende Doppelrolle. Trotzdem ist die Vorstellung, Cage in Vergiss mein nicht! von Michel Gondry zu sehen, irgendwie unbehaglich. Wobei das selbe über Jim Carrey gesagt werden konnte, bevor der Film in den Kinos anlief – und uns überzeugte, dass er der richtige Mann für den Job und Kate Winslet war. Dennoch, Nicolas Cage als neurotischer Eigenbrötler mit gebrochenem Herzen, der um seine kostbaren Erinnerungen kämpft? Muss nicht sein…

6. Grund: Matrix
Viele, viele Hollywood-Schauspieler standen im Gespräch um die Rolle des Neo (Will Smith, Ewan McGregor, Leonardo DiCaprio, Tom Cruise) und fast ebenso viele lehnten ab. Doch auch Nicolas Cage konnte sich nicht für das Projekt erwärmen, hätte er doch dafür für einige Monate nach Australien übersiedeln müssen. Ein Hoch auf Cages Bequemlichkeit!

7. Grund: Der Herr der Ringe: Die Gefährten
Und noch ein moderner Filmklassiker ging Nicolas Cage durch die Lappen. Für Peter Jackson hatte er sich bereit erklärt, die Reise nach Neuseeland und somit nach Mittelerde anzutreten, aber als er hörte, dass die Arbeiten an den Filmen Jahre andauern würden, beendete er seine Karriere als Aragorn bevor sie überhaupt begann, um nicht von seiner Familie getrennt zu werden. Spätestens jetzt sollten auch die letzten Zweifler eingesehen haben, dass wir tief in seiner Schuld stehen. Danke Nic!

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goodspeed alias Orlindo liebt, lebt, hört, fühlt und atmet Filme. Er arbeitet als Online- und Videoredakteur für eine Filmproduktionsfirma und betreibt mit ANIch das einzige (lesenswerte?) deutschsprachige Blog zum Thema Animation und VFX.
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