Zwei Wochen ohne The Masked Singer: Diese Zwangspause tut weh

The Masked Singer: Matthias Opdenhövel und das Faultier
© ProSieben/Jens Hartmann
The Masked Singer: Matthias Opdenhövel und das Faultier
31.03.2020 - 15:00 UhrVor 10 Monaten aktualisiert
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Das Coronavirus zwingt nun auch The Masked Singer in die Knie, die ProSieben-Show pausiert für mindestens zwei Wochen. In dieser Zeit ist das ein echter Verlust.

Durch die Ausbreitung des Coronavirus ist das öffentliche Leben in Deutschland gerade auf den Kopf gestellt und auch das Fernsehen hat mit den Auswirkungen der Epidemie zu kämpfen. Zahlreiche TV-Hits können nicht weiter in ihrer gewohnten Form stattfinden.

ProSieben gab am Wochenende bekannt, die laufende Ausgabe seiner beliebten Show The Masked Singer für vorerst zwei Wochen auszusetzen, da zwei Mitglieder des Produktionsteams erkrankt sind. Diese Maßnahme erscheint zwar vernünftig und absolut nachvollziehbar, doch der zwangsweise Verzicht auf speziell diese Sendung ist jetzt dennoch ein schwerer Schlag.

The Masked Singer: Ein heller Stern in dunklen Zeiten

Die Prämisse von The Masked Singer ist denkbar einfach: Mehr oder weniger prominente Personen werden in ein Kostüm gesteckt und geben auf der Bühne berühmte Songs zum Besten. Der Reiz dabei entsteht einerseits aus dem Wettbewerbscharakter (am Ende wird ein Sieger gekürt), andererseits aus dem wochenlangen Raten, wer sich hinter den einzelnen Masken verbirgt.

The Masked Singer: Der Hase

Die Show ist ein komplett unzynisches Unterhaltungsformat. Sie macht sich weder über ihre Kandidaten noch die Zuschauer lustig und steht einer polierten Edginess entgegen, die vor Jahren schleichend in die Fernsehlandschaft Einzug gehalten hat. Moderator Matthias Opdenhövel umarmt sympathisch unverkrampft die mal flauschigen, mal kantigeren Bühnen-Personas der Stars und sie selbst tun es ihm gleich.

Die mit viel Aufwand angefertigten und liebevollen Details versehenen einzelnen Kostüme tun bei der Sendung natürlich ihr übriges. Die Blumenköpfe beispielsweise, aus denen das Kleid des Hasen besteht, möchte ich am liebsten einzeln zählen. Kurzum: The Masked Singer ist wahrscheinlich die ultimative Wohlfühl-Show, das Äquivalent zur Kuscheldecke im Winter.

The Masked Singer: Eskapismus, den wir jetzt brauchen

Es mag vielleicht erst einmal seltsam klingen, aber diese warme Form von Zerstreuung besitzt das Potenzial, uns in Zeiten der Coronakrise einen Dienst zu erweisen. Die meisten Menschen können momentan nicht mehr tun als einfach zu Hause zu bleiben - da ist das Bedürfnis nach einer durchschlagenden Ablenkung zumindest einmal pro Woche ebenso verständlich wie legitim.

Neu aus dem Boden gestampfte Formate wie Luke, allein zuhaus oder die nach drei Episoden wieder abgesetzte Quarantäne-WG leisten einen solchen Eskapismus aber gerade nicht. Vielmehr lassen sie bereits durch ihre Ausrichtung unsere Gedanken unweigerlich weiter um das Wohlbefinden unserer Liebsten oder auch die eigene Situation kreisen. Dabei können wir vor lauter Sorge und Ungewissheit ohnehin kaum noch schlafen.

Wo aber die Pandemie schon die regulären Nachrichten dominiert und uns Sondersendungen tiefer gehende Informationen liefern, brauchen wir daneben unbedingt eine "freundliche" Show, die mit der realen Katastrophe rein gar nichts zu tun hat. An der Stelle wird The Masked Singer zur Nadel im Heuhaufen, wenn man - wie ich - keine Lust auf Dieter Bohlens markige Sprüche am Samstag bei Deutschland sucht den Superstar hat.

Dank dieser Show falle ich dienstags so beschwingt ins Bett, wie es mit Blick auf die Umstände nun einmal möglich ist. Und überprüfe gedanklich kurz vor dem Einschlafen noch mal, ob wirklich Stefan Raab oder doch Mirco Nontschew unter dem spektakulärsten aller Kostüme steckt.

The Masked Singer: Der Drache

Wo ich nur noch zweimal pro Woche (zum Einkaufen) die Wohnung verlasse, heitert mich dafür ein Faultier auf, das über die Bühne wirbelt, als existiere ein gefährliches Virus da draußen überhaupt nicht. Und sei es nur für ein paar Momente. Ich glaube, auch das ist eine Form von Trost.

Die Alternative zu The Masked Singer ist The Masked Singer

Auch die Programmverantwortlichen von ProSieben wissen offenbar: The Masked Singer am Dienstagabend ist aktuell alternativlos. So kündigte der Sender über seine offizielle Twitter -Präsenz an, heute um 20:15 die erste Folge der ersten Staffel zu wiederholen.

Dies ersetzt natürlich nicht den wichtigen Live-Charakter, den eine neue Episode mit sich brächte. Für seinen Favoriten abzustimmen und zu wissen, dass Tausende andere in jenem Augenblick das selbe tun, hat einfach etwas für sich. Umso stärker aber verdeutlicht die Entscheidung von ProSieben, wie groß das Bedürfnis der Zuschauerschaft nach The Masked Singer gerade im Allgemeinen ist.

Offiziell soll die Show "nur" zwei Wochen pausieren, doch wer die letzten Wochen in Quarantäne verbracht hat, dürfte wissen, wie lange sich 14 Tage anfühlen können. Immerhin: The Masked Singer wird weitergehen, und sei es erst in 4 oder 6 Wochen. Eine Gewissheit, die Mut macht.

Werdet ihr The Masked Singer in den nächsten Wochen auch vermissen?

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