Quarantäne-WG mit Oliver Pocher abgesetzt - die richtige Entscheidung

Oliver Pocher in Quarantäne
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Oliver Pocher in Quarantäne
26.03.2020 - 18:10 UhrVor 4 Tagen aktualisiert
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Nach nur drei Folgen schmeißt RTL Die Quarantäne-WG mit Oliver Pocher, Günther Jauch und Thomas Gottschalk wieder aus dem Programm. Obwohl der Mut zum Experiment viel Lob verdient, ist die Entscheidung dennoch die richtige.

"Wir blicken in die Wohnzimmer der Stars" ist in den letzten zwei Wochen vermutlich der am häufigsten genannte Satz diverser Fernsehsender. Das Coronavirus hat es den Fernsehschaffenden untersagt weiterhin wie gewöhnlich ihre Sendungen in Studios herzustellen. Produzenten, wie Moderatoren saßen plötzlich gezwungenermaßen zu Hause und mussten den eigenen Laptop anstarren.

Corona bringt die Experimentierfreude zurück

Aus dieser Not wurde schließlich eine Tugend gemacht: Warum die Sendungen nicht dort produzieren, wo sich die Moderatoren aufhalten? Die Folge war eine Flut an Corona-Infotainment-Sendungen binnen kürzester Zeit. Von Luke, allein zuhaus bei Sat.1, über Live aus der Forster Straße bei VOX, bis zur Quarantäne-WG bei RTL.

Nach der kurzen Begeisterung kam schnell die Ernüchterung: Alle Shows floppten bisher bei den Zuschauern und wie RTL heute Nachmittag bekannt gab, wird Die Quarantäne-WG mit sofortiger Wirkung eingestellt (via DWDL ). Eine richtige Entscheidung.

Thomas Gottschalk, Oliver Pocher und Günther Jauch

Dabei habe ich erst kürzlich in einem Text geschrieben, dass die Sendung mit Thomas Gottschalk, Oliver Pocher und Günther Jauch die perfekte Ablenkung von der Coronakrise sei. Was auch stimmt, denn die Sehnsucht nach einer täglichen Konstante in Form dieser alten Showhasen war groß und wurde erfüllt.

Schon in Folge 2 zeigte sich aber, dass bloße Persönlichkeiten nicht alles sind. Ohne handfeste Inhalte machte sich schnell die Langeweile breit. Bei den Dreien merkte man zügig, wer noch aktiv an seiner Karriere arbeitet, nämlich der sich ordentlich abmühende Pocher, und wer die Ernte schon eingefahren hat und die Zeit im Grunde nur absitzt.

Die Quarantäne-WG: Pixel-Party mit Gottschalk, Pocher und Jauch

Wenn schon optisch nicht viel geschieht, dann muss zumindest die Entertainment-Maschine angeschmissen werden. Dass auch da wenig erfolgte, merkte ich dann irgendwann, als ich lieber beobachtete was im Hintergrund in Gottschalks Wohnzimmer passiert und wie viel Zoll wohl sein Fernseher haben möge. Kein gutes Zeichen.

Ein weiteres Problem: Die Quarantäne-WG und Luke, allein zuhaus krankten daran, dass sie sich nicht entscheiden konnten, was sie nun wollen: Ablenkung vom Coronavirus mithilfe leichter Unterhaltung oder ständige Erinnerung daran durch Calls mit Betroffenen?

Der Durst nach Informationen ist in diesen Tagen besonders groß. Diese hole ich mir aber in Sondersendungen bei den Öffentlich-Rechtlichen ab. Von Entertainern und Showgrößen erwarte ich aber ein Stück weit Zerstreuung. Die Auswirkungen der Krise spüre ich am eigenen Leib, das muss mir der Gottschalk nicht auch noch mal erzählen.

Wir gucken mehr, aber auch nicht jeden Schrott

Ich möchte noch mal betonen, dass ich die Experimentierfreude der Fernsehsender absolut begrüße. Aber blind eine verpixelte Webcamshow nach der anderen rauszufeuern bringt am Ende keinem etwas. Inhaltslose Videocalls kann ich mir auch bei Instagram angucken, oder tagsüber in Telefonaten mit Kollegen.

Die Webcamshowkrise ist allerdings noch nicht vorbei. Schon morgen erwartet uns Das große ProSieben Wohnzimmer-Festival und ab dem kommenden Montag wird der Sternekoch Frank Rosin täglich bei kabel eins von Zuhause aus kochen. Wir müssen jetzt stark sein.

War es die richtige Entscheidung Die Quarantäne-WG abzusetzen? Was denkt ihr?

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