30 Days Without An Accident

Wir schauen The Walking Dead - Staffel 4, Episode 1

15.10.2013 - 08:50 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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The Walking Dead
© AMC
The Walking Dead
Das Warten hat ein Ende! The Walking Dead ist wieder zurück und während die Beißer hungriger denn je im Fernsehen ihr Unwesen treiben, folgen wir unserem Überlebensinstinkt und verfolgen mit euch die vierte Staffel der Zombie-Horror-Serie.

Selbst wenn der geneigte Serienjunkie im Netz immer noch angeregt über die letzten Minuten von Walter Whites (Bryan Cranston) Fernsehpräsenz und damit einhergehenden Spoiler diskutiert, ist der letzte Vorhang für Breaking Bad bereits vor mehreren Wochen gefallen. Ob sich damit die goldenen Zeiten für AMC langsam aber sicher dem Ende neigen, soll an dieser Stelle jedoch nicht überlegt werden. Immerhin hat das US-amerikanischen Network mit The Walking Dead noch ein weiteres Serien-Flaggschiff am Start, das vorerst (völlig ungeachtet qualitativer Vergleiche mit seinen seriellen Kollegen) nicht so schnell sein Ende finden wird. Drei Staffeln der populären Horror-Serie bereicherten bereits in den vergangenen drei Jahren die TV-Landschaft und seit wenigen Stunden gesellt sich nun eine vierte dazu. Nach einem halben Jahr Pause feierte The Walking Dead am Sonntagabend mit 30 Days Without An Accident den Startschuss der nächsten sechzehn Episoden. Doch hat sich das Warten nach dem überaus enttäuschenden Finale der letzten Durststrecke gelohnt? Wie immer gilt: Spoilers ahead!

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Was gibt’s Neues aus der Zombie-Apokaypse?
Die Tyrannenherrschaft des Governors (David Morrissey) hat vorerst ihr Ende genommen. Seitdem sein Schlachtplan gegen die Belegschaft des Gefängnisses in einer Farce der kolportierten Eskalation endete, hat sich der ehemalige Anführer der Woodbury-Gang aus dem Staub gemacht und fristet momentan irgendwo im Nirgendwo sein tristes Dasein, während er teuflische Rachepläne schmiedet. Dementsprechend ruhig ist die Lage im Gefängnis. Hier hat sich mittlerweile ein routinierter Alltag – oder zumindest etwas, das in Anbetracht der vonstatten gehenden Zombie-Apokalypse als Alltag bezeichnet werden kann – manifestiert und die übergelaufene respektive freundlicherweise aufgenommene Woodbury-Gesellschaft hat sich ebenfalls in die Gemeinschaft integriert. Wären da nicht röchelnde Untote am befestigten Zaun des Ambientes, könnte behauptet werden, dass die Situation nicht besser sein könnte.

Jeder geht seiner ihm/ihr aufgetragenen Arbeit nach, das soziale Miteinander floriert in sämtlichen Facetten jeglicher Altersgruppen wie nie zuvor und selbst Ex-Hilfssheriff sowie erfahrener Zombie-Veteran Rick (Andrew Lincoln) findet hingebungsvoll Zeit für anstehende Gartenarbeiten, was angemerkt der vielleicht großartigste Moment der Episode ist. Dank Kopfhörer und dazugehörender Musik findet er sich in einer völlig isolierten Welt wieder. Erst, nachdem er die Stöpsel entfernt hat, überwältigt ihn das ungeduldige Lärmen der hungrigen Beißer-Meute außerhalb des Geländes wie ein durchdringendes Rauschen, das sich unaufhaltsam vorwärts bewegt: Einer dieser mittlerweile raren Augenblicke in The Walking Dead, der seine agierenden Figuren dank subtiler Annäherung elegant, nachdenklich sowie atmosphärisch ohne pathetische Worte mit dem Weltuntergang konfrontiert.

Wie es der Titel der Folge bereits andeutet, herrscht seit 30 Tagen Ruhe im zum Versorgungslager umgerüsteten Gefängnis. Zeit also, um langsam neue Charaktere einzuführen und die Karten für bevorstehende Ereignisse zu mischen sowie anschließend zu verteilen. Und tatsächlich gefällt sich der von Scott M. Gimple geschriebene Staffelauftakt in seiner Rolle der neu ordnenden Instanz und geht dieser Tätigkeit im gemächlichen Erzähltempo nach. Nach und nach werden beispielsweise Zack (Kyle Gallner), Bob (n/a aka D’Angelo Barksdale aus The Wire!) und Patrick (Vincent Martella) vorgestellt, wobei letztgenannter Neuankömmling nur befristet seinen frisch ergatterten Platz im Ensemble verteidigen kann. In den letzten Minuten der Episode streift dieser nass geschwitzt mit fiebrigem sowie ängstlichem Blick durch die nächtlichen Gänge des zentralen Gebäudes, bis er schließlich erschöpft zusammenbricht, um anschließend im klassischen Cliffhanger-Moment die Augen als lebender Toter zu öffnen.

Außerdem ergreift Carol (Melissa McBride) die Initiative und arrangiert für die Kinder aus Woodbury gleich im Anschluss an die obligatorische Gutenachtgeschichte einen Selbstverteidigungskurs für den Notfall – selbst wenn Rick damit offensichtlich nicht einverstanden ist. Allgemein glänzt die vierte Staffel mit einer für Walking Dead-Verhältnisse übermäßigen Anzahl an Nachwuchs-Zombie-Killern. Ob sich dieses Unterfangen gewinnbringend auf die Gruppenpsychologie sowie den Staffelverlauf auswirken wird? Oder steuert The Walking Dead erneut in die Sophia-Falle?

Wie entwickelt sich die Gruppe? Wer kämpft für welche Seite der Menschlichkeit?
Wenngleich 30 Days Without An Accident mit zunehmender Laufzeit und vor allem im letzten Akt aus der anfänglichen, unaufgeregten Herangehensweise ausbricht, gibt es zuvor eine ärgerliche Hürde der Soap-Elemente zu überwinden. Dieser Malus begleitet die Serie seit der zweiten Staffel auf äußerst belastende Weise und konnte sich seitdem in den seltensten Fällen (wie zuletzt im Rahmen des überragenden Drei-Personen-Abenteuers Clear) so ausgesprochen angenehm dazu distanzieren. Geradezu penetrant verführt das Szenario zu Beginn der vierten Staffel zum belanglosen Small Talk und der oberflächlichen Beziehungsanalyse. Bevor sich dieses Karussell jedoch zu schnell im Kreis dreht, gelingt Scott M. Gimple dezent der Absprung und wir finden uns mit einer Gruppe, bestehend aus Daryl (Norman Reedus), Glenn (Steven Yeun), Michonne (Danai Gurira) und Co., in einem verlassen Supermarkt à la Zombie – Dawn of the Dead wieder. Auf der Suche nach Dingen, die hinsichtlich der lebensfeindlichen Umstände durchaus von Nutzen sein könnten, merkt das Team gar nicht, dass sie soeben selbst in eine lebensgefährliche Falle getappt sind.

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