WandaVision rettet in einer Minute 20 Jahre Marvel-Geschichte vor der Auslöschung

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WandaVision
10.02.2021 - 12:30 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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Die neuste Folge von WandaVision wartete mit einer gigantischen Überraschung auf. Die ist vor allem im Hinblick auf die Ankunft der X-Men im Marvel Cinematic Universe interessant.

Achtung, Spoiler zu WandaVision: Die vierte Phase des Marvel Cinematic Universe ist gerade einmal fünf WandaVision-Episoden alt, da steht das riesige Film- und Serienuniversum bereits auf dem Kopf. Verantwortlich dafür ist die Rückkehr von X-Men-Mitglied Quicksilver, Wandas totgeglaubtem Bruder. Verkörpert wird er allerdings nicht von Aaron Taylor-Johnson, sondern von Evan Peters.

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Falls ihr euch jetzt fragt, warum das so etwas Besonderes ist, hier eine kleine Auffrischung:

  • Aaron Taylor-Johnyon hat Quicksilver aka Pietro Maximoff das erste und bisher einzige Mal im 2015 erschienen Avengers 2: Age of Ultron verkörpert. Dort ist die Figur beim Kampf gegen Bösewicht Ultron gestorben.
  • Evan Peters lieferte sein Quicksilver-Debüt bereits ein Jahr früher ab, allerdings nicht im MCU, sondern im Rahmen von X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, der dem Marvel-Universum aus dem Hause 20th Century Fox angehört.

Was der Quicksilver-Twist über die Marvel-Zukunft verrät

Der Mega-Twist in WandaVision markiert das erste Mal, dass im MCU eine dem Franchise fremde Figur auftaucht. Obwohl beide Quicksilver-Interpretationen auf das große Marvel-Comic-Universum zurückgehen, existierten sie im Kino bisher strikt getrennt voneinander. Zwischen Disneys Marvel-Universum und dem von Fox gab es bis dato keine Überschneidungen. Das wird sich nun ändern.

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Ausschlaggebend dafür ist die Übernahme von Fox durch Disney. Sämtliche Rechte an Figuren wie den X-Men, den Fantastic Four und Deadpool sind dadurch in die Hand des Studios gewandert, bei dem seit rund einer Dekade das MCU beheimatet ist. Doch was passiert mit den 20 Jahren Marvel-Geschichte, die sich bei Fox angestaut haben? WandaVision gibt Entwarnung: Die werden nicht einfach ausgelöscht.

Standen die ersten drei MCU-Phasen ganz im Zeichen von Kontinuität und Einheitlichkeit, bricht Phase 4 das strenge Konzept auf. Multiversum lautet das große Schlüsselwort der nächsten Superhelden-Ära (sowohl bei Marvel als auch bei DC). Neben den Rechten hat Disney ebenfalls ein großes Marvel-Erbe übernommen. Und dieses will verwaltet werden. Evan Peters Qucksilver ist das erste konkrete Ergebnis dieser Entwicklung.

Disney übernimmt die Marvel-Filme von Fox - und die Fans

Seit X-Men - Der Film im Jahr 2000 in die Kinos kam, haben sich nicht nur zahlreiche Fortsetzungen, Prequels und Spin-offs angesammelt, sondern auch treue Fans, die das Franchise lange begleitet haben. Diese Fans sind für Disney genauso wichtig wie das Marvel-Erbe selbst: Sie sind die Kinogänger*innen und Disney+-Abonent*innen von morgen. Die Anerkennung des Erbes bringt somit kreative wie finanzielle Vorteile.

Evan Peters als Quicksilver in X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Wenn allein die wenigen Sekunden von Evan Peters Quicksilver in WandaVision für derartige Begeisterungsstürme sorgen, fällt es leicht, sich vorzustellen, was passiert, wenn eine der vertrauten Professor X- oder Magneto-Inkarnationen zurückkehrt. Natürlich sollten wir nicht erwarten, dass sämtliche bekannte X-Men eines Tages im MCU auftauchen. Die Tendenz, vermehrt auf sogenannte Legacy-Figuren zu setzen, ist aber definitiv erkennbar.

Ein Blick zum dritten Spider-Man-Film mit Tom Holland genügt, denn der ist als Streifzug durch die Spidey-Geschichte konzipiert. Neben Hollands Netzschwinger werden wir sehr wahrscheinlich auch Tobey Maguire und Andrew Garfield sehen, während Bösewichte wie Alfred Molinas Doc Ock und der von Jamie Foxx verkörperte Electro vorbeischauen. Geöffnet wird das Tor ins Multiversum von Doctor Strange.

X-Men, Fantastic Four und alle Spideys im Marvel-Multiversum

Hier tun sich viele reizvolle Möglichkeiten auf. Der Gipfel wäre, den im MCU als Captain America bekannten Chris Evans als Johnny Storm aus der Fantastic Four-Verfilmung von 2005 in ein abgefahrenes Crossover zu schmuggeln. Mit WandaVision, Loki und der Doctor Strange-Fortsetzung kommen drei MCU-Projekte auf uns zu, die prädestiniert sind, um die Weichen für die Kollision der Parallelwelten zu stellen.

Chris Evans als Johnny Storm in Fantastic Four

Auf der Suche nach dem nächsten Mega-Event nach dem Finale der Infinity-Saga ist Disney im reichen Marvel-Archiv fündig geworden und pickt sich die Rosinen heraus. Statt den eigenen Quicksilver zurückzubringen, der seinerzeit wenig Anklang fand, wird der Fan-Favorit aus dem anderen Franchise rekrutiert. Auch die Übernahme von Ryan Reynolds' Deadpool ist in trockenen Tüchern. Disney stehen alle Türen offen.

Daraus ergibt sich die spannende Frage, was mit dem weniger strahlenden Teil des Marvel-Erbes passiert. Das rumpfartige Fantastic Four-Reboot von Josh Trank kommt in Erinnerung, das abseits seiner turbulenten Produktionsgeschichte keinerlei Fußabdruck in der Popkultur hinterlassen hat, obwohl der junge Cast, bestehend aus Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan und Jamie Bell, eine tolle Chemie hatte.

Chancen und Herausforderungen des Marvel-Multiversums

Es ist einfach, einen Fan-Favoriten wie Quicksilver zurückzubringen, aber geht Disney auch das Wagnis ein, einem fremden, weniger akzeptierten Superheldenteam eine zweite Chance zu geben? Oder setzt Marvel-Mastermind Kevin Feige bei der Einführung der Figuren auf ein komplett neues Ensemble? Ähnlich wie bei Vampirjäger Blade, den Feige für seinen MCU-Run mit Oscar-Schwergewicht Mahershala Ali besetzt hat.

Hugh Jackman als Wolverine in Logan - The Wolverine

Hier sind in Zukunft einige knifflige Entscheidungen gefragt. Besonders interessant dürfte der Fall Wolverine werden. Die von Hugh Jackman zum Leben erweckte Version des zerrissenen Superhelden gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Vertreter*innen des Genres. Gleichzeitig ist er einer der wenigen, die ein Finale erhalten haben, das sich endgültig anfühlte - eine absolute Seltenheit im gegenwärtigen Superheldenkino.

Dieser Wolverine muss eigentlich nicht gerettet werden. Er steht für sich allein. Jegliche Rückkehr, egal ob sie sich durch das Multiversum anbietet oder nicht, würde James Mangolds Ausnahmefilme unterminieren. Logan - The Wolverine ist Zeugnis dafür, dass eine Superheldengeschichte heutzutage doch noch enden kann. Für Kevin Feige wird es vor allem ein Test, wie bewusst er mit dem Marvel-Erbe umgeht.

Es klingt unheimlich aufregend, all diese Comicwelten in einem Multiversum zu vereinen. Schon die Zeitreise in Avengers 4: Endgame hat jedoch gezeigt, welche Gefahr damit einhergeht. Wenn plötzlich alles durch einen erzählerischen Trick verändert oder rückgängig gemacht werden kann, fehlt die dramaturgische Fallhöhe. Das Multiversum kann viele Dinge im MCU ermöglichen, aber eben auch zu Gleichgültigkeit führen.

Die Rettung von 20 Jahren Marvel-Geschichte endet nicht mit aufregenden Cameos und verrückten Crossover-Ideen. Aus kreativer Perspektive hat die Arbeit gerade erst begonnen.

Mehr im Podcast: Alle 17 Marvel-Serien nach WandaVision

Mit WandaVision hat eine neue Ära des Marvel Cinematic Universe begonnen. In dieser Folge unseres Podcasts Streamgestöber stellen wir die 17 neuen Marvel-Serien vor, auf die ihr euch in den nächsten Jahren freuen könnt.

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Max, Patrick und Matthias haben sich die 17 (!) Marvel-Serien näher angeschaut, die uns nach der Avengers-Sitcom WandaVision demnächst bei Disney+ erwarten. Im Podcast erfahrt ihr alles zu den neuen Serien, welche wirklich Highlight-Potenzial haben und welche unser Interesse kaum wecken können.

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Was erhofft ihr euch vom Umgang mit dem Marvel-Erbe?

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