Tote Mädchen lügen nicht - Studie sieht erhöhte Suizidgefährdung durch Netflix-Serie

22.11.2018 - 11:25 Uhr
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© Netflix
Tote Mädchen lügen nicht
Kann Tote Mädchen lügen nicht zum Suizid führen? Eine neue Studie vermeldet, dass die Netflix-Serie bei bestimmten Zuschauern das Risiko der Selbsttötung erhöhen könnte.

Tote Mädchen lügen nicht ist eine der umstrittensten Serien bei Netflix. So sah sich mit Reed Hastings sogar der CEO des Streaming-Giganten dazu angeregt, die im Juni bekanntgewordene Verlängerung um eine 3. Staffel zu verteidigen. Besonders die Suizid-Darstellung führte bereits kurz nach dem Start von Staffel 1, die von einer Schülerin handelt, die Suizid begeht, zu Kontroversen. Einige Kinder- und Jugendärzte forderten gar das Verbot der Serie, auch der Vater eines Suizidopfers übte Kritik. Doch führt Tote Mädchen lügen nicht tatsächlich in den Suizid? Eine neue Studie der University of Michigan  sieht in ihr zumindest eine Gefährdung.

So soll Tote Mädchen lügen nicht das Selbstmordrisiko laut der Studie erhöhen

An der Studie nahmen 87 Jugendliche teil, die 2017 und 2018 wegen Suizid-bezogener Vorkommnisse in psychiatrischen Notfalleinrichtungen behandelt wurden - 71 % von ihnen waren weiblich, 26 % männlich, 2 % geschlechtsvariant. Fast die Hälfte der Teilnehmer (49 %) hatte mindestens eine Folge von Tote Mädchen lügen nicht gesehen, 84 % hiervon schauten die Serie alleine. Über die Hälfte der Befragten (51 %) glaubte, dass sich ihr Suizidrisiko auf Grund der Identifikation mit der weiblichen Hauptfigur Hannah Baker erhöhen würde. Besonders Jugendliche mit depressiven Symptomen und Selbstmordgedanken gaben verstärkt eine Identifikation mit der Protagonistin sowie negative Gefühle während des Serien-Schauens an.

Tote Mädchen lügen nicht

So aussagekräftig ist die Studie für Zuschauer von Tote Mädchen lügen nicht

Gegenüber Buzz Feed News  berichtete Dr. Victor Hong, führender Verfasser der Studie, dass sie sich zu der Untersuchung entschlossen hätten, nachdem vermehrt Jugendliche mit in Suizid in Verbindung stehenden Problemen zu ihnen gekommen seien. Einige hätten Tote Mädchen lügen nicht als einen "echten Faktor" für die Verschlimmerung ihrer Selbstmordneigung oder Depression angeführt. Während des Schauens der Serie sei es bei den Teilnehmern zu einem Anstieg von Traurigkeit, Depression, Kummer und Angst gekommen. Wie The Mary Sue  anmerkt, kann von der Studie aber nicht auf die Zuschauer von Tote Mädchen lügen nicht generell geschlossen werden, da sie sie nur mit solchen befasste, die ohnehin im Zusammenhang mit Suizid-bezogenen Vorkommnissen behandelt wurden. In Staffel 2 zeigt Netflix vor den einzelnen Episoden Intro-Videos mit Trigger-Warnungen für Zuschauer, die zu einer Risikogruppe gehören.

Wenn ihr euch von der Thematik betroffen fühlt, kontaktiert umgehend die Telefonseelsorge . Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110-111 oder 0800-1110-222 erhaltet ihr Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus scheinbar aussichtslosen Situationen aufzeigen konnten.

Was haltet ihr von der Studie zu Tote Mädchen lügen nicht?

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