This Is Us - Die Dramedy-Sensation aus den USA im Pilot-Check

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This Is Us
24.05.2017 - 10:00 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Mit This Is Us könnte NBC uns endlich wieder das liefern, was im US-TV derzeit so schmerzlich vermisst wird: ein leichtes Drama über die Tücken des Lebens. Lest hier, ob die erste Folge diese Hoffnungen erfüllen kann.

Update, 24.05.2017: Unseren Pilot-Check zu This Is Us haben wir bereits anlässlich des US-Starts der Serie im September vergangenen Jahres veröffentlicht. Nun kommt die 1. Staffel nach Deutschland, wo die einzelnen Episoden jeden Mittwoch um 21:15 Uhr auf ProSieben zu sehen sind.

Am Dienstag startete auf NBC die neue Serie This Is Us vom Crazy, Stupid, Love.-Autor Dan Fogelman. In ähnlicher Manier erzählt er in der Serie mehrere Geschichten parallel, ohne uns zunächst den Zusammenhang zu verraten. In unserem Pilot-Check erfahrt ihr, ob das Drama wirklich etwas taugt.

Viele Menschen feiern am selben Tag ihren Geburtstag. Das ist nichts Neues. Und zunächst könnten wir meinen, dass der Versuch, eine Serie auf diesem Fakt aufzubauen, ziemlich erbärmlich wirkt. Doch wir bekommen in This Is Us kein Episodendrama vorgesetzt, dass durch mystische Elemente oder ein Naturereignis miteinander verkettet wird, sondern einen absolut cleveren Haufen Kitsch. Doch zunächst von vorn.

Chrissy Metz und Justin Hartley in This Is Us

Rebecca (Mandy Moore) und Jack (Milo Ventimiglia) werden Eltern von Drillingen. Sechs Wochen vor dem eigentlichen Termin platzt zufällig an Jacks 36. Geburtstag die Fruchtblase. Kate (Chrissy Metz) ist stark übergewichtig und mehr als unzufrieden mit ihrem Leben. Ihr Zwillingsbruder Kevin (Justin Hartley) ist erfolgreicher Sitcom-Darsteller, aber hält seine Arbeit für belanglos und überflüssig. Der 36. Geburtstag der beiden scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Randall (Sterling K. Brown) ist erfolgreicher Geschäftsmann und Adoptivkind. Er verbringt seinen 36. Geburtstag damit, seinen leiblichen Vater (Ron Cephas Jones) aufzusuchen, der ihn kurz nach der Geburt an einer Feuerwehrstation ausgesetzt hat. Es scheint: Keines der Geburtstagskinder verbringt seinen Ehrentag in aller Ruhe.

Mandy Moore und Milo Ventimiglia in This Is Us

Jede der Geschichten von This Is Us hat etwas an sich, was uns ein wenig auf die Tränendrüse drückt. Das meine ich nicht auf eine "Jemand ist sterbenskrank"-Art, sondern auf eine unfassbar menschliche. Wenn Jack dem Arzt erklärt, warum die Geburt nach Plan laufen wird, schwillt in jedem Zuschauer ein wenig Vaterstolz auf. Wenn Kate sich nicht auf die Waage traut, wollen wir ihr diese Aufgabe gern abnehmen. Und wenn Randall seinen leiblichen Vater zusammenscheißt, möchten wir gern hinter ihm stehen und ihn lautstark unterstützen. Selten gibt es Dramaserien, denen es schon in der Pilotfolge gelingt, das Publikum aufs Emotionskettenkarussell zu locken. Fogelman bezahlt für uns sogar den Eintritt und setzt sich scheinbar dazu. Hier wird niemand in die plakative Kitschecke gedrängt, wir lassen uns sogar freiwillig auf diese Portion Kitsch ein. Warum ist das so? Weil es genau das Ausmaß ist, das wir uns alle selbst für unser Leben wünschen.

Fogelman präsentiert uns die kleinen Dramen des Lebens. Ganz simpel. Da ist wahrscheinlich kein großer Plottwistplan ausgesponnen worden (bis auf das Ende des Piloten) und es wird auch nichts Übernatürliches geben. Niemand wird den anderen ausnehmen, keiner wird umgebracht. This Is Us könnte im nächsten Jahr das US-amerikanische Fernsehen auf angenehme Weise entschleunigen. Denn in Zeiten von Greg Berlantis überzogenem DC-Universum und den nahezu immer überambitionierten HBO-Produktionen, sind es doch die kleinen und ruhigen Serien, die wir genießen können. Können sollten.

Ron Cephas Jones und Sterling K. Brown i

This Is Us erfordert in der nächsten Zeit kein großes Mitdenken, das verrät uns die Pilotfolge schon. This Is Us will uns etwas fühlen lassen, und das jede Woche eine Stunde lang. Wir werden traurig sein, wir werden glücklich sein, wir werden wütend sein. All das verrät der Pilot schon, ohne uns bereits zu viel Geschichte zu erzählen. Sicherlich werden auch ein paar Klischees bedient, wie etwa das Mike & Molly-ähnliche Kennenlernen von Kate und Toby (Chris Sullivan), aber kann einer von euch sagen, dass es nicht auch im echten Leben überall Klischees regnet? Also bitte.

Ich kann schreiben, was ich möchte, denn das überaus wohlige Gefühl, das This Is Us mir vermittelt hat, lässt sich kaum beschreiben. Da hilft es auch nicht, die Besetzung über den Klee zu loben oder den wirklich fantastischen Soundtrack zu erwähnen. This Is Us müsst ihr euch ansehen. 2016 ist dies wahrscheinlich eine der besten Pilotfolgen, die ich bisher sehen durfte. Aber ich bin eben auch ein großer Fan zwischenmenschlicher Dramen.

Gerald McRaney und Milo Ventimiglia in This Is

P.S.: Wenn meine Kinder irgendwann zur Welt kommen, hätte ich auch gern jemanden wie Dr. K (Gerald McRaney) in meiner Nähe. So einen sollten wir alle in solchen Situationen bei uns haben.

Werdet ihr euch This Is Us ansehen?

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