The Walking Dead Staffel 11 bringt endlich Arschloch-Negan zurück

Negan vs. Maggie und das Commonwealth | The Walking Dead Staffel 11 Folge 1
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The Walking Dead: Negan
28.08.2021 - 11:00 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Negan ist in The Walking Dead zu einem der Guten verkommen. Dabei hat die Serie so viel mehr von ihm, wenn er das innere Arschloch rauslässt, das er nun einmal ist.

Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als Negan der schrecklichste Bösewicht in The Walking Dead war? Ich habe es geliebt, diesen abtrünnigen Mistkerl zu hassen. Das war, bevor die Serie ihn zum geschundenen Antihelden machte, der seiner krebskranken Frau Medizin bringt. Doch damit ist Schluss!

Diese Woche lief die finale 11. Staffel The Walking bei Disney+ an * und Showrunnerin Angela Kang hat mich erhört: Arschloch-Negan ist endlich zurück!

The Walking Dead hat viel zu lange verdrängt, dass Negan das pure Böse ist

Negan begann in The Walking Dead in Finale der 6. Staffel als abartig grausamer und sadistischer Mörder. Mit Lederjacke, Halstuch und Haargel mimte Jeffrey Dean Morgan die comichafteste Figur in einer Serie voller wunderbar ausgearbeiteter Charaktere.

The Walking Dead: Negan

Der große Antagonist hat sich in der Postapokalypse mit Rhetorik und Brutalität eine Gefolgschaft aufgebaut, die ihn vergöttern soll. Er hat sich einen Harem geschaffen und gleichzeitig heuchlerisch ein Vergewaltigungsverbot ausgesprochen. Er hat seine Feinde sadistisch zermatscht, Ungehorsame gefoltert und Wehrlose ausgebeutet.

Das ist der Negan, den wir in der Serie kennen- und lieben lernen, weil er von Jeffrey Dean Morgan so verdammt charismatisch und unterhaltsam dargestellt wird. Es ist eine der größten Freuden als The Walking Dead-Fan, Negan zu hassen.

Nach dem großen 6-Jahres-Zeitsprung nach Ricks Ausstieg aus der Serie startete in Staffel 9 allerdings Negans Weg vom besiegten Bösewicht zum geliebten Antihelden. Wir durften in seiner erbärmlich kleinen Zelle in Alexandria in eine gebrochene Seele blicken und wurden mit seiner zarten Freundschaft zu Judith geködert.

Vielleicht ist er ja gar nicht so übel, dachten wir.

The Walking Dead: Negan schmort in der Zelle

Aus einem schrecklichen Mann wurde ein einfühlsamer Kerl, der seine Schuld gesühnt hat - und vielleicht die beste Figur, die The Walking Dead je hatte. Doch die Drehbuchautor:innen wussten nicht, wann Schluss ist.

Das wundervolle an Negan war seine Ambivalenz zwischen charismatischem Bösewicht und umsorgendem Außenseiter, und die ging nach und nach flöten.

Ohne Maggie hatte Negan viel zu lange einen Freifahrtschein

Als Maggie-Darstellerin Lauren Cohan für eine andere Serie eine längere The Walking Dead-Pause machte, war die wandelnde Erinnerung an Negans schrecklichste Taten plötzlich verschwunden. Das nutzte die Serie schamlos aus.

Er wurde mehrdimensional, ja sogar liebenswert und sogar selbst zum Opfer. Ihm wurden sogar moralisch überlegene Momente zugestanden, zum Beispiel als er Judith im Schneesturm retten wollte.

Seine Eingliederung in die Gesellschaft von Alexandria, seine Empathie für Lydia und die Beseitigung der großen Gefahr Alpha besorgten ihm Dutzende Sympathiepunkte, ohne dass Glenns heraushängendes Auge, symbolisch gesprochen, ständig über ihm schwebte.

The Walking Dead: Negan kurz vor seiner schrecklichsten Tat

Die schwangere Maggie war diejenige, mit der wir leiden mussten, als Negan ihrem Ehemann genüsslich den Schädel zermatschte. Und die Serie hätte uns fast vergessen lassen, dass das die bisher schlimmste Szene in The Walking Dead war und Negan eigenhändig verantwortlich.

Ohne Maggie war niemand mehr da, dem die Autor:innen beim Schreiben der Drehbücher ernsthafte Rechenschaft ablegen mussten.

Die letzte Bonusfolge von Staffel 10, Here's Negan, war eine grandios erzählte The Walking Dead-Episode. Gleichzeitig war es auch der Höhepunkt der Vermenschlichung Negans, die uns viel zu sehr auf seine Seite schlägt.

Wir bekamen erklärt, woher sein Schmerz kommt, sehen seine liebende Seite und weinen mit ihm.

Dabei steckt in Negan ein richtig mieses Arschloch. Daran erinnert sich The Walking Dead endlich wieder und lässt es im Staffel 11-Auftakt namens Acheron (1) raus.

The Walking Dead soll uns in Staffel 11 gefälligst herausfordern

Denn Maggie ist zurück. Und im Konflikt Maggie-gegen-Negan, der in Staffel 11 endlich seinen Höhepunkt erreichen wird, darf Negan nicht der Gute sein. The Walking Dead soll unseren moralischen Kompass so richtig schön herausfordern, wie die Serie es in ihren besten Momenten immer schafft.

Ich will es so schwer wie möglich haben, mich auf eine Seite zu schlagen.

The Walking Dead: Maggie bedroht Negan

Während Maggie zuletzt nämlich mit Abwesenheit glänzte und äußerst distanziert und unterkühlt daherkommt, ist Negan zu Beginn der 11. Staffel schon lang nicht mehr der angehende Antiheld, den sie damals zurückgelassen hatte.

Er ist schon fast ein fehlerhafter Held, der dringend eine neue Reibefläche braucht und Maggie kehrt das Arschloch in ihm heraus wie niemand sonst. Reflexartig versucht Negan, sie mit einer grässlichen Aussage über Glenn aus der Fassung zu bringen.

The Walking Dead ruft uns damit sehr effektiv in Erinnerung, mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben.

Im großen Cliffhanger der Staffel 11-Auftaktfolge hat Negan sogar die Chance, bei Maggie Sympathiepunkte zu sammeln. Ich selbst war bereits so sehr auf seine "gute Seite" konditioniert, dass ich felsenfest überzeugt war, er wird Maggie helfen. Sie versucht verzweifelt einen Zug hochzuklettern, während bereits Zombies an ihrer Hose ziehen.

In einem Scar-Mufasa-Moment blickt Negan vom Zugdach einige Sekunden auf Maggie hinab und überlässt sie daraufhin eiskalt ihrem Schicksal.

Das ist der Arschloch-Negan, den die Serie braucht. Der die Witwe eines von ihm genüsslich Hingerichteten beschimpft und sie zum Sterben zurücklässt, um seine eigene Haut zu retten. Das ist der Negan, mit dem in Staffel 11 eine richtig spannende Geschichte erzählt werden kann.

Mehr zu The Walking Dead Staffel 11 gibt's in unserem Podcast

Im Moviepilot-Podcast Streamgestöber diskutieren die beiden The Walking Dead-Experten Max und Yves, was sie von Maggie und Negan im Finale erwarten:

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