The Red Sea Diving Resort: Netflix-Thriller mit Chris Evans ist viel zu einseitig

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The Red Sea Diving Resort
02.08.2019 - 16:30 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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In The Read Sea Diving Resort wird der ehemalige Captain America Chris Evans zum Mossad-Agenten. Wir verraten euch, was der neue Netflix-Thriller taugt.

Nach Avengers 4: Endgame hat Chris Evans sein Amt als Captain America abgelegt und widmet sich nun neuen Aufgaben. Als Mossad-Agent Ari Levinson reist er in The Red Sea Diving Resort des israelischen Regisseurs Gideon Raff in den Sudan, um in den 1970er Jahren äthiopische Flüchtlinge nach Israel zu führen.

Dabei folgt er einem Moralkompass, der nahezu nahtlos an Evans‘ Taten als Steve Rogers erinnert. Basierend auf wahren Begebenheiten inszenierte Homeland-Erfinder Raff einen Agenten-Thriller, der nicht so recht an Fahrt aufnehmen will.

The Red Sea Diving Resort hätte es im Kino schwer gehabt

Trotz der wahren Hintergründe muss ein Film letztlich auch für sich alleine stehen können. Dennoch nimmt sich Raff bei dem Stoff kreative Freiheiten, die dem wahren Ausmaß der Flüchtlingsverfolgung in Afrika nicht gerecht werden. Am Ende bleibt The Red Sea Diving Resort ein halbwegs passabler Agenten-Film ohne große Höhepunkte, der es im Kino ohnehin schwer gehabt hätte.

Glück im Unglück also, dass sich Netflix im Februar 2019 die Rechte an dem Film sicherte. The Red Sea Diving Resort steht seit dem 31.07.2019 auf Netflix zum Abruf bereit.

Darum geht es in The Red Diving Resort mit Chris Evans

In den 1970er Jahren befindet sich Äthiopien inmitten eines blutigen Bürgerkriegs. Die dort lebenden Juden werden aufgrund ihres religiösen Hintergrundes verfolgt und versuchen verzweifelt, ins rettende Israel zu fliehen.

The Red Sea Diving Resort

Der israelische Geheimdienst Mossad arbeitet dazu mit äthiopischen und sudanesischen Aktivisten zusammen, um die Flüchtlinge zunächst in großangelegten Camps im Sudan unterzubringen und von dort nach Israel zu geleiten.

Als sich die Lage zuspitzt, plant der Mossad-Agent Ari Levinson (Chris Evans) mit einer Gruppe internationaler Agenten, das Sea Diving Resort, eine heruntergekommene Hotelanlage, als Vorwand zu pachten, um die Flüchtlinge von dort mit Booten nach Israel zu überführen.

The Red Sea Diving Resort ist weder Fisch noch Fleisch

Offenbar konnte sich Regisseur Gideon Raff nicht so recht entscheiden, ob er nun einen packenden Thriller oder einen knallharten Actioner inszenieren wollte. Wirklich durchsetzen konnte sich nämlich nichts von beiden. Stattdessen strotzt The Red Sea Diving Resort nur so vor Klischees eines kriegsgeplagten Afrikas, in dem sich jeder selbst der Nächste ist.

Selbst ohne Hintergrundwissen ist die Handlung bereits meilenweit vorhersehbar und bietet kaum bis gar keine interessanten Twists, sodass der mit 130 Minuten Laufzeit viel zu lange Netflix-Film in einigen Passagen fast schon langweilig daherkommt.

The Red Diving Sea kratzt nur an der Oberfläche

Von Beginn an herrscht keine wirkliche Klarheit über die politischen Unruhen in Äthiopien und dem Sudan. Was wollen die Rebellen, wofür steht die neue Regierung? Warum agiert das sudanesische Militär mit solch brutalen Mitteln gegen die äthiopischen Flüchtlinge in den Camps?

The Red Sea Diving Resort

Statt die Hintergründe näher zu beleuchten und dem Zuschauer eine Basis des Geschehens zu verschaffen, fokussiert sich Raff überwiegend auf die israelischen Mossad-Agenten als Helden in der Not, während mindestens ebenso wichtige Figuren wie Kebede (Michael Kenneth Williams), ein äthiopischer Kontaktmann der Mossads, auf der Strecke bleiben.

Die politischen Konsequenzen der über mehrere Jahre andauernden Mission werden ebenfalls kaum aufgegriffen.

Auch ein Star-Ensemble ist kein Garant für Qualität

Für The Red Sea Diving Resort holte sich Raff mit Chris Evans ein echtes Marvel-Schwergewicht als Zugpferd ins Boot. Aber auch die übrige Besetzung braucht sich nicht hinter dem Strahlemann zu verstecken.

The Red Sea Diving Resort

Mit Ben Kingsley als Evans' Vorgesetzter Ethan Levin sowie unter anderem Haley Bennett (Girl on the Train), Michiel Huisman (Game of Thrones) und Michael Kenneth Williams (The Wire) kann sich der Cast durchaus sehen lassen.

Dennoch bekommt keiner der Protagonisten jemals die Möglichkeit, wirklich zu glänzen und sein schauspielerisches Potenzial voll auszuschöpfen. Dass Chris Evans mehr drauf hat, als nur einen Schild zu werfen, bewies er schon 2013 in dem Science Fiction-Drama Snowpiercer.

Umso unverständlicher ist es, was die andauernden und völlig deplatzierten Muskelspielchen sollen, mit denen er dem Zuschauer schon als Protagonist vorgestellt wird.

The Red Sea Diving Resort zeigt nur eine Seite der Medaille

Der von Chris Evans dargestellte Ari Levinson ist eine fiktive Persönlichkeit, die sich aus verschiedenen realen Beteiligten zusammensetzt und als waschechte Hollywood-Inkarnation hingestellt wird.

The Red Sea Diving Resort

Trotz aller kreativer Freiheiten halte ich es für fahrlässig, bei einem derart sensiblen Thema die realen Ereignisse so stark außer Acht zu lassen. Zwar versucht Raff, dem Zuschauer die Gräueltaten an den Flüchtlingen aufzuzeigen, kratzt dabei aber nur an der Oberfläche der eigentlichen Brutalität.

Dass während ihrer Flucht nach Israel tausende äthiopische Flüchtlinge durch mehrfache militärische Angriffe und Hungersnöte ums Leben kamen, greift Raff nahezu gar nicht auf.

The Red Sea Diving Resort vermittelt den Eindruck einer geradezu reibungslosen Rettungsmission, bei der die Mossad-Agenten als strahlende Helden hervorgehen, während die Taten äthiopischer und sudanesischer Aktivisten weitgehend unter den Teppich gekehrt werden.

Habt ihr The Red Sea Diving Resort schon gesehen?

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