The Mule: Das sind die wahren Hintergründe zum neuen Film von Clint Eastwood

Clint Eastwood in The Mule
© Warner Bros.
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Wahre Geschichten haben es Clint Eastwood in den vergangenen Jahren angetan. Seit 2011 drehte sich jeder seiner Filme um eine berühmte Persönlichkeit oder ein bestimmtes Ereignis in der Weltgeschichte. Mit The 15:17 to Paris ging er sogar so weit, dass er die drei Amerikaner, die einen Terroranschlag verhinderten, sich selbst spielen ließ.

Für The Mule wagt sich Clint Eastwood zum ersten Mal seit dem 2012 erschienenen Back in the Game wieder vor die Kamera und inszeniert sich selbst als Drogenkurier Leo Sharp aka El Tata. Wir haben uns die wahren Hintergründe von The Mule angeschaut.

The Mule - Wie ein 90-Jähriger zum Drogenkurier wurde

Als Grundlage für The Mule diente Drehbuchautor Nick Schenk der New York Times-Artikel The Sinaloa Cartel's 90-Year-Old Drug Mule von Sam Dolnick, der 2014 veröffentlicht wurde und sich intensiv mit der Geschichte von Leo Sharp beschäftigt.

  • Leo Sharp wurde am 07.05.1924 geboren und ist nach dem Umzug seiner Familie in Detroit aufgewachsen.
  • Im Zweiten Weltkrieg war er in Italien stationiert und erhielt für seine Verdienste die Bronze Star Medal.
  • Später betrieb er als Florist die Blumenfarm Brookwood Gardens in der Nähe von Michigan City, Indiana. Dieser Job brachte ihm Ansehen bei der lokalen Bevölkerung ein. Sharp, ein Experte für Taglilien, der auch auf Tagungen regelmäßig über seine Arbeit referierte, durfte sogar den Rosengarten des Weißen Hauses ausstatten.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn als Sharp im Jahr 2011 von einem Michigan State Trooper auf der Interstate 94 angehalten wurde, stellte sich heraus, dass der respektierte Mann ein zweites Leben als Drogenkurier führte - und zwar für das mexikanische Sinaloa-Kartell.

Seit den späten 1990er Jahren schmuggelte er Drogen über die Grenze und nutzte seine saubere Identität inklusive gültigem Ausweis als Tarnung. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme transportierte er eine Kokainladung im Wert von drei Millionen Dollar. Eigenen Angaben zufolge soll er 635 Kilogramm aus Arizona geschmuggelt haben. Vor Gericht wurde eine Marihuana- und Kokainmenge von 907 Kilogramm angegeben. Sein Anwalt konnte ein mildes Urteil erlangen.

  • Nachdem Sharp 2010 eine Million US-Dollar mit seiner Tätigkeit als Drogenkurier verdient haben soll, musste er für drei Jahre ins Gefängnis.
  • Das Urteil wurde an seinem 90. Geburtstag gesprochen.
  • Sharp bekannte sich schuldig, bat dennoch um Gnade und drohte damit, sich selbst das Leben zu nehmen.
  • Ein Jahr später wurde er aufgrund von Krankheit vorzeitig entlassen. Im Alter von 92 Jahren starb er am 12.12.2016. Seine Leiche liegt auf dem National Memorial Cemetery of the Pacific in Honolulu begraben.

Vor Gericht gab Sharp zu Protokoll, dass er deswegen so lange als Drogenkurier unterwegs war, weil er Angst hatte, das Kartell würde seine Familie verletzen. Die Motive, warum er sich überhaupt auf die illegalen Geschäfts eingelassen hat, konnten allerdings nie vollends geklärt werden.

Wie viel Wahrheit steckt in Clint Eastwoods The Mule?

Im Rahmen der Verfilmung von Sharps Geschichte haben sich Clint Eastwood und Nick Schenk einige kreative Freiheiten genommen. Am auffälligsten wäre etwa die Veränderung von Namen. So wurde Leo Sharp in Earl Stone umbenannt und der von Bradley Cooper verkörperte FBI-Agent Colin Bates trägt in Wahrheit den Namen Jeff Moore.

Als Kartellboss tritt derweil der von Andy Garcia gespielte Laton auf den Plan. Das echte Vorbild war niemand Geringeres als Joaquín Guzmán, besser bekannt als El Chapo. Außerdem wurde aus Detroit Chicago und der Zweite Weltkrieg durch den Koreakrieg in Sharps Lebenslauf ersetzt. Auch darüber hinaus wurde Sharps Hintergrundgeschichte fiktionalisiert und der Dramaturgie des Films entsprechend ausgebaut.

Im Interview mit USA Today offenbarte Clint Eastwood, dass der Protagonist seines Films nicht nur auf Leo Sharp basiert, sondern von seinem eigenen Großvater inspiriert wurde. Weiterhin bestätigte Eastwood, dass ein Großteil der im Film gezeigten Ereignisse so nie in Wirklichkeit passiert sind. Dazu gehören auch diverse sexuelle Begegnungen, die im Film eine explizite Rolle spielen. Diese finden sich nicht den Aufzeichnungen zum Fall.

Sharps von Problemen geprägte Beziehung zu seiner Tochter ist auch eine Erfindung des Films. Seine Robin Hood-Gesten entsprechen dafür der Wirklichkeit: Mit seinem durch den Drogenhandel verdienten Geld war Sharp nicht abgeneigt, denen in Not zu helfen - etwa einem Kinderkrankenhaus einer einem Heim für Veteranen.

Werdet ihr euch The Mule von Clint Eastwood im Kino anschauen?

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