The Equalizer 2: Am Denzel Washington-Film wird nur eine Sache gelobt

Denzel Washington in The Equalizer 2
© Sony Pictures
Denzel Washington in The Equalizer 2
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The Equalizer 2 markiert die mittlerweile vierte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Antoine Fuqua und Darsteller Denzel Washington, ist für beide jedoch das erste Sequel der Karriere. Im 2014 veröffentlichten Vorgänger The Equalizer beschützte Oscarpreisträger Washington als ehemaliger CIA-Agent Robert McCall eine junge Prostitutierte vor russischen Gangstern, nun sinnt der Mann mit dem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit auf Rache. In The Equalizer 2 nämlich wird eine gute Freundin von McCall getötet, was nicht ungestraft bleiben soll. Wie weit der Held des Films dabei zu gehen bereit ist, erfahrt ihr ab dem heutigen Donnerstag im Kino.

Die Vorzeichen bei Equalizer 2 stehen denkbar gut, schließlich gewann Denzel Washington unter der Regie von Antoine Fuqua seinen bislang einzigen Oscar als Bester Hauptdarsteller - 2002 wurde er für seine Leistung in Training Day ausgezeichnet. Tatsächlich lief Equalizer 2 bereits im Juli in den USA an und setzte sich dort an seinem Startwochenende direkt an die Spitze der Kino-Charts. Bevor wir aber die Meinungen der Kritiker durchforsten, hier zunächst die Zahlen zu The Equalizer 2:

Die harten Fakten zu The Equalizer 2

  • 28 Community-Bewertungen mit einem Durchschnitt von 6,3
  • 15 Kritikerbewertungen mit einem Durchschnitt von 5,2
  • 2 x Lieblingsfilm und 0 x Hassfilm
  • 311 haben sich den Film vorgemerkt, 5 sind nicht interessiert

Das sagen die englischsprachigen Kritiker zu The Equalizer 2

Für Todd McCarthy vom Hollywood Reporter ruht sich das Sequel zu sehr auf seinem Genre aus:

Die Retterqualitäten [der Hauptfigur] schwappen genau wie ihr Humor auch auf den Nachfolger über [...], aber dieser markante Charakter wird allmählich von Genre-Konventionen verschlungen. Dies lässt McCall weniger besonders als noch bei seinem ersten Auftritt 2014 erscheinen. [...] Neben der Tatsache, dass McCall Coates hinter sich gelassen hat und nun Proust liest, verschwindet seine melancholische, zurückgezogene Seite an diesem Punkt, sodass er zu einem konventionellen Action-Helden wird.

Der Rolling Stone-Autor Peter Travers findet nicht viel Gutes an The Equalizer 2, feiert aber Denzel Washington:

Ihr wundert euch vielleicht: Verkauft sich der zweifache Oscargewinner nicht nur unter Wert in einem Selbstjustiz-Film? Ja, schon. Aber nichts trübt seine Star-Power. [...] The Equalizer 2 fühlt sich uneben und unausgeglichen an. Aber nicht Washington. Trotz dem ganzen trashigen Drumherum gibt es niemand Cooleren in Aktion zu sehen.

Alan Cerny von Coming Soon findet die Fortsetzung besser als das Original:

Ist The Equalizer 2 vorhersehbar? Natürlich, aber auf eine gute Weise, die dich die coolen Momente erwarten lässt. Was The Equalizer 2 so einnehmend macht, wie er nun einmal ist, ist die Tatsache, dass wir diesen Charakten beistehen in einer Weise, die die meisten anderen Actionfilme ignorieren. Wir verbringen Zeit mit ihnen, beobachten, wie sich diese Bindungen formen und sehen McCall dabei zu, wie er sich verzehrt und wächst, um die Vergangenheit abzulegen und wieder ganz zu werden.

Das sagen die deutschsprachigen Kritiker zu The Equalizer 2

Jürgen Kaube von der FAZ stört sich am selbstgerechten Weltbild des Films:

Denn die Gerechtigkeit in 'Equalizer 2' [...] ist diese: Denzel Washington gibt sich als Ex-CIA-Agent, inzwischen Mietfahrer und Faustrechts-Dienstleister, von Zeit zu Zeit auch selbst Aufträge, Gleichheit durch Schmerzen wiederherzuequalizen. [...] Eine ganze Stadt, ein ganzes Land, eine ganze Welt sollen rettbar sein durch das nur vom Leben, aber von sonst niemandem geprüfte Individuum. Alles, und zwar definitiv, aus einer moralisch qualifizierten Hand – das ist das Angebot, das wir nicht sollen ablehnen können, wenn seine Erfüllung so vorgeführt wird. Brauchen wir von dieser Gerechtigkeit als Rache der Guten wirklich viel mehr?

Ernst Corinth, der für die Hannoversche Allgemeine schreibt, konnte sich immerhin am Finale des Films erfreuen - und, natürlich, an Denzel Washington:

In den USA ist Antoine Fuquas Actionknaller am Startwochenende ganz oben in den Kino-Charts gelandet, obwohl die Handlung alles andere als originell, bisweilen sogar unfreiwillig komisch ist. Immerhin gelingt es Washington, seiner recht schablonenhaften Rolle als Rächer der Bedürftigen und Enterbten ein wenig Charisma zu verleihen. Der nette Herr McCall verwandelt sich in die bekannte Ein-Mann-Armee [...] – bis zum tatsächlich furios inszenierten Finale.


In der Kritik des NDR wird the Equalizer 2 als ordentliche Genre-Kost ausgewiesen:

'The Equalizer 2' ist ein solider Rachethriller mit wenigen, dafür aber intensiven Gewaltszenen, in denen Denzel Washington reduziert spielt und gerade daran Gefallen hat. Der Hauch von Melancholie und die gut inszenierte Action trösten in diesem Fall über die magere Handlung und das schwache Drehbuch hinweg.

Das Kritiker-Fazit zu The Equalizer 2

Zwar ist The Equalizer 2 in den US-Kinokassen wie auch schon der Vorgänger ein Erfolg, bei den Kritikern allerdings hat das Sequel einen schweren Stand. Sehr viele Rezensenten weisen auf die problematische Moral des Films hin, wonach Selbstjustiz beschönigt und gerechtfertigt wird. Das Drehbuch der Fortsetzung ist nicht der Rede wert, lobende Worte aber finden sehr viele Kritiker für Denzel Washington, der sich mit über 60 Jahren zum Actionstar wandelt und so das Kino noch einmal so richtig aufmischt. Sein reduziertes Schauspiel in The Equalizer 2 stößt auf Begeisterung und lässt beinahe niemanden kalt.

Habt ihr einen Kinobesuch für The Equalizer 2 geplant?

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