Star Wars 9 - Könnte der Regisseur nach Kritikerflop den Job verlieren?

Star Wars: Episode 7
© Disney/Lucasfilm
Star Wars: Episode 7

Seit geraumer Zeit steht fest, dass Colin Trevorrow (Jurassic World) Star Wars: Episode IX inszenieren soll. Eigentlich. Aktuell führen zum Teil vernichtende Kritiken zu seinem neusten Film The Book of Henry zur Frage, ob der Regisseur den Job beim Abschluss der neuen Sternensaga-Trilogie behalten wird. Bei Rotten Tomatoes verzeichnet The Book of Henry einen schwachen Durchschnittswert von 25 %. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum Trevorrows Engagement für Star Wars Episode 9 in Social Media-Zirkeln harsch kritisiert wird.

Colin Trevorrow wird vielfach als symptomatisch für eine Filmindustrie angesehen, die weißen männlichen Regisseuren ohne große Erfahrung enorme Chancen einräumt, während Frauen und People of Colour bei Blockbustern unterrepräsentiert sind. In einem Artikel bei Pajiba wurde Trevorrows Karriereverlauf deshalb als "Upwards Failing" bezeichnet, er "scheitert sich nach oben". Eine Kolumne in der Variety fragt ebenfalls, ob Lucasfilm den richtigen Mann für Star Wars 9 engagiert hat. Trevorrow hatte vor Jurassic World einen unscheinbaren Independent-Film inszeniert. Sein Dino-Abenteuer wurde unter anderem wegen sexistischer Untertöne und einer unnötig sadistischen Todesszene kritisiert. Nun fürchten manche um seine Qualifikation für Star Wars 9, der durch den Tod von Carrie Fisher vor besonderen Herausforderungen steht. Zudem handelt es sich um den großen Abschluss der neuen Star Wars-Trilogie. Trevorrow führt bei diesem nicht nur Regie, er verantwortet mit seinem Stamm-Ko-Autor Derek Connolly auch das Drehbuch.


Vulture setzte sich nun ausgiebig mit dem Thema auseinander und nennt gute Gründe, warum Trevorrows Posten nicht in Gefahr zu sein scheint. Zunächst handelt es sich beim Drama The Book of Henry um eine vergleichsweise kostengünstige Produktion mit einem Volumen von rund zehn Millionen US-Dollar. Selbst, wenn die Kritiken das Zuschauerinteresse widerspiegeln sollten, stünde auf der Habenseite Colin Trevorrows noch immer der große Kassenerfolg von Jurassic World, der mit Einnahmen von rund 1,6 Milliarden Dollar derzeit auf Platz vier der erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten rangiert.

Zudem spielt bei Blockbuster-Engagements oft die bewiesene Professionalität eine Rolle. Episode 9 wird von Kathleen Kennedy produziert und deren Ehemann Frank Marshall hat als Produzent von Jurassic World offenbar gute Erfahrungen mit Trevorrow gemacht. Anders verhielt es sich beispielsweise mit Josh Trank, der ursprünglich eines der Spin-offs von Star Wars in Szene setzen sollte. Der Misserfolg des Reboots von Fantastic 4 wurde in der Berichterstattung schon vor Kinostart Josh Tranks mangelnder Professionalität angelastet. Produzent beider Projekte war Simon Kinberg und so kam es nach dem Kinostart von Fantastic 4 zum Bruch mit den Verantwortlichen von Star Wars.

Colin Trevorrow drohe dieses Schicksal jedoch nicht, was primär an der Größenordnung beider Filme liege. Trank hatte mit dem Superheldenfilm eine 125-Millionen-Produktion zu stemmen, wohingegen Trevorrows The Book of Henry als filmisches Brückenjahr angesehen werde. Der recht unbekannte Film könnte daher als missglücktes Experiment abgeschrieben werden.

Einen Haken gebe es jedoch: Rian Johnson. Der Regisseur von Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi gilt durch Indie-Erfolge, wie Brick und Looper, als Liebling unter Fans. Sollte sein Beitrag zur Space Opera, den er überdies selbst geschrieben hat, erfolgreich am Box Office abschneiden, könnten sich die Verantwortlichen bei Disney und Lucasfilm wegen Drucks seitens der Fans nochmals für ihn entscheiden, wenngleich diese Option unrealistisch erscheint. Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi startet hierzulande am 14.12.2017, Episode IX folgt am 24.05.2019 (USA).

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