Star Wars 8-Ruf angeblich von russischen Internet-Trollen negativ beeinflusst

02.10.2018 - 10:25 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
Star Wars 8: Die letzten JediDisney
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In sozialen Netzwerken musste Star Wars 8: Die letzten Jedi viel Fan-Kritik einstecken. Nun setzt sich eine wissenschaftliche Arbeit intensiv mit der Rezeption des Films auseinander.

Kein Beitrag zur berühmten Sternensaga polarisierte die Fans so sehr wie Star Wars 8: Die letzten Jedi. Zumindest ist dies der Eindruck mit Blick auf die Reaktionen in den sozialen Medien oder auch die Zuschauer-Wertung auf der Kritiker-Seite Rotten Tomatoes. Hier nämlich gefiel das Sequel nach aktuellem Stand lediglich 45 Prozent des abstimmenden Publikums. Tatsächlich aber lohnt es sich, die kritischen Stimmen zu Star Wars 8 näher zu beleuchten, wie gemäß dem Hollywood Reporter  nun eine wissenschaftliche Studie des Forschers Morten Bay beweist. Die Arbeit rückt das negative Feedback zum Franchise-Beitrag teils in ein besorgniserregendes Licht, wobei die Datenbasis, auf die sich die Studie stützt, uns im Detail nicht bekannt ist. Die folgenden Erkenntnisse sind dennoch interessant.

Die Kritik an Star Wars 8 ist mit Vorsicht zu genießen

Bays Untersuchung trägt den Titel Weaponizing The Haters: The Last Jedi and the strategic politicization of pop culture through social media manipulation (auf Deutsch: Die Hasser zur Waffe machen: The Last Jedi und die strategische Politisierung der Popkultur durch Manipulation in sozialen Medien) und nimmt das Ergebnis damit schon vorweg. Wie der Wissenschaftler nämlich ausführt, geht der Ruf von Star Wars 8 zu erheblichen Teilen auf "Methoden bewusster und organisierter politische Einflussnahme" zurück, die "als Fan-Argumente getarnt" sind.

Star Wars 8: Die letzten Jedi

Weitergehend führt die Analyse aus:

Der naheliegende Zweck dieser Maßnahmen ist die zunehmende Abdeckung von Konflikten in der Fangemeinde durch soziale Medien, wodurch wiederum ein Narrativ umfassender Uneinigkeit und Dysfunktionalität in der amerikanischen Gesellschaft weiter verbreitet und angetrieben wird. Die Wähler von diesem Narrativ zu überzeugen, bleibt ein strategisches Ziel der alternativen Rechten in den USA wie auch der Russischen Föderation.

So weit reicht die versuchte politische Einflussnahme bei Twitter

Im Rahmen seiner Auswertung der Star Wars 8-Kritik unterscheidet Bay zwischen drei Lagern: Dem mit einer politischen Agenda, so genannten Trollen (also Online-Provokateuren) und "echten" Star Wars-Fans, die von dem Film enttäuscht sind. Insgesamt stammen 50,9 Prozent der ablehnenden Tweets von der ersten Gruppe oder Bots. Demgegenüber waren lediglich 21,9 Prozent der analysierten Tweets über Franchise-Beitrag ursprünglich negativ. Unter diesen Usern wiederum vermutet Bay einige "russische Trolle".

Star Wars 8: Die letzten Jedi

Oft wird Lucasfilm beziehungsweise Disney vorgeworfen, die Star Wars-Reihe zu politisieren, doch Bay stellt fest, dass sich an der Präsentation von politischen und ethischen Positionen im Verlauf der Filme in Wahrheit nichts geändert hat. Somit macht er das Problem an den entsprechenden Fangruppen und nicht etwa dem verantwortlichen Studio fest. Er vermutet an dieser Stelle einen Zusammenhang zwischen der polarisierenden Trump-Ära und der Politisierung der Fans:

Der umstrittene politische Diskurs während der Untersuchungsphase und den Monaten davor hat diese Fans wahrscheinlich für eine spezielle Art von politischer Nachrichtenübermittlung sensibilisiert, die in direktem Konflikt zu jenen Werten steht, die The Last Jedi repräsentiert.

Die Erkenntnisse von Morten Bay scheinen gewissermaßen naheliegend, gerade mit Blick auf Star Wars 8-Darstellerin Kelly Marie Tran, die im vergangenen August nach rassistischen Fan-Beleidigungen sämtliche Einträge ihres Instragram-Profils entfernte. Im Dezember 2017 behauptete überdies eine rechte Facebook-Gruppierung, für den schlechten Wert von Star Wars 8 bei Rotten Tomatoes verantwortlich zu sein. Schon die Blu-ray-Verkäufe zu Star Wars 8 zeigten, dass der Film längst nicht so unbeliebt ist, wie die Internet-Reaktionen vermuten ließen.

Star Wars 8-Regisseur Rian Johnson, der nach der Veröffentlichung seinen Film unermüdlich in den sozialen Netzwerken verteidigte, zitierte die Studie bereits bei Twitter und gab an, dass sich seine Eindrücke zumindest mit der im Titel beschriebenen Annahme decken würden.

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Was sagt ihr zu der Studie von Morten Bay?

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