Schluss mit Stromberg: Bei Netflix startet ihr heute mit dieser ungewöhnlich liebenswerten Rolle von Christoph Maria Herbst perfekt in den Advent

30.11.2025 - 12:00 Uhr
Der BuchspaziererStudiocanal/Wolfgang Ennenbach/Netflix
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Er spielt gern provokante Charaktere. In Der Buchspazierer auf Netflix stellt Christoph Maria Herbst jedoch sein ganzes schauspielerisches Können für eine Wohlfühl-Rolle unter Beweis.

Der deutsche Schauspiel-Star Christoph Maria Herbst wird gern für bissige, aufreibende und oftmals auch recht hinterhältige Charaktere besetzt wie Stromberg und Stephan Berger in Der Vorname. Vor knapp einem Jahr ist er allerdings in die Rolle eines alternden Buchhändlers geschlüpft, der den Menschen handverlesene Bücher persönlich bringt. Der Buchspazierer ist eine herzerwärmende, nahezu märchenhafte Geschichte, die sogar Stromberg auftauen lassen würde.

Während am 4. Dezember der neue Stromberg-Film im Kino startet, könnte ihr schon heute mit Der Buchspazierer viel besser in die Adventszeit starten.

Darum geht’s in Der Buchspazierer bei Netflix

In Der Buchspazierer verfilmt The Chau Ngo den gleichnamigen Roman von Carsten Henn: Der in die Jahre gekommene Buchhändler Carl Kolhoff (Herbst) ist in der ganzen Stadt dafür bekannt, seinen Kund:innen die Bücher fein verpackt persönlich zu bringen. Doch so sehr sie ihn darum bitten, noch einen Moment hereinzukommen, als Dankeschön: Kolhoff lehnt ab. Seine Welt besteht nur aus Büchern, für Menschen ist dort kein Platz. Das ändert sich jedoch, als sich die neunjährige Schascha (Yuna Bennett) seinen Buchspaziergängen anschließt.

Schascha liebt Bücher genauso wie Kolhoff selbst. Die Bücherliebe hat sie von ihrer verstorbenen Mutter geerbt. Zunächst ist Kolhoff das Mädchen, das sich ohne zu fragen an seine Fersen heftet, noch lästig. Doch schon bald gelingt es Schascha, den eigenbrötlerischen Buchhändler aus der Reserve zu locken – und nicht nur den.

Damit kommt ihr in Advent-Stimmung: Herbst überzeugt als verschrobener und liebenswerter Buchhändler

Der Buchspazierer ist nicht nur ein Film für Bücherwürmer. Im Gegenteil: Universelle und auch schwere Probleme wie Trauerarbeit, häusliche Gewalt, Einsamkeit und Ängste kommen hier zur Sprache – und wie man damit umgeht. Schascha sorgt dafür, dass sich die Lesenden wieder in die Welt hinaustrauen und nicht zuletzt der Buchspazierer selbst.

Christoph Maria Herbst indes stellt den eigenbrötlerischen Buchhändler hervorragend dar: Seine Unbeholfenheit und Liebe zu Büchern sind einfach herzerwärmend. Die Rolle ist ein erfrischender Kontrast zur Stromberg-Serie, die beweist, dass Herbst vielseitig zu besetzen ist. Nicht ohne Grund erhielt er 2024 für seine Darbietung den Bayerischen Filmpreis als Bester Schauspieler für diese Rolle.

Auch der Rest des hochkarätigen Ensembles, zu dem Fernseh-Größen wie Maren Kroymann, Ronald Zehrfeld und Edin Hasanović gehören, überzeugt mit einer äußerst authentischen Darstellung liebevoll gezeichneter Figuren, wie man sie in der deutschen Fernsehlandschaft oft vergeblich sucht.

Die Zuschauer:innen leiden und lachen bei Der Buchspazierer 98 Minuten lang mit, ohne sich von oben herab belehrt zu fühlen. Und doch nimmt man am Ende so einige Lebensweisheiten mit in den Alltag.

Der Regisseur The Chau Ngo stellt hier ebenso sein Können als Kameramann unter Beweis: Die Bilder ziehen uns ganz in ihren Bann. Ein großartiges Filmerlebnis, das zurecht laut einer Studie der Filmförderanstalt  der beliebteste Kinofilm des Jahres 2024 war.

Der Buchspazierer könnt ihr im Abo bei Netflix streamen.

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