Oscar-Frechheit: Sci-Fi-Wunder gehört ins Rennen um den Besten Film. Punkt.

Tenet
© Warner Bros.
Tenet
17.03.2021 - 16:25 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Tenet ist bei den Oscars 2021 in nur zwei Kategorien nominiert. Eine Frechheit! Denn Christopher Nolans Science-Fiction-Epos ist der wichtigste Kinofilm des letzten Jahres.

Anfang der Woche wurden die Nominierungen für die Oscars 2021 bekannt gegeben. Auf den ersten Blick offenbart sich ein spannendes und diverses Feld. Doch Moment, die Academy hat den wichtigsten Kinofilm aus dem letzten Jahr in den Hauptkategorien komplett übergangen. Christopher Nolans Science-Fiction-Epos Tenet sollte die Liste der Nominierten mit weitem Abstand anführen.

Tenet, der ultimative Kinofilm 2020, verdient jeden Preis

Nur zwei Oscar-Nominierungen hat Tenet erhalten. Bestes Szenenbild und Beste visuelle Effekte. Ein undankbarer Trostpreis für Christopher Nolan, der sich wie kein anderer Regisseur in den vergangenen zwölf Monaten für die Kinoerfahrung eingesetzt hat. Tenet ist pures Kino und reizt die Möglichkeiten der großen Leinwand in allen erdenklichen Facetten mit maximalem Effekt aus - der ideale Anwärter für den Besten Film.

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Sci-Fi-Bombast

Tenet ist ein Film für die Sinne. Ein Film zum Träumen und zum Staunen. Ein Film, um sich in Bilderwelten zu verlieren. Vorwärts und rückwärts sehen wir, wie sich eine abenteuerliche Geschichte auf dem Erdball entfaltet, unsere Wahrnehmung auf den Kopf stellt und gleichzeitig eine Sogkraft entfesselt, der wir uns nicht entziehen können. In Tenet greift ein Element eindrucksvoll in das andere.

Hier könnt ihr euch den Trailer zu Tenet anschauen:

Tenet - Trailer (Deutsch) HD
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Unmöglich ist es, sich die wuchtigen Bilder ohne die treibende Musik vorzustellen. Ohne die fantastische Dynamik zwischen John David Washington und Robert Pattinson. Ohne die geschliffenen Dialoge, das ausgeklügelte Drehbuch und den präzisen Schnitt. Ist die mitreißende Handlung erst einmal in Gang gesetzt, gibt es kein Zurück mehr. Tenet erweist sich als perfekte Einheit, sorgfältig, aber auch mit Wagnis inszeniert.

Tenet gehört ins Oscar-Rennen um den Besten Film

Eine Nominierung für die Beste Regie und das Beste Originaldrehbuch hätte Christopher Nolan definitiv verdient. Er schafft die Art von unerschrockenem Blockbuster-Kino, das auf vielen verschiedenen Ebenen Bemerkenswertes leistet, von der Academy jedoch seit Jahren hartnäckig ignoriert wird, wenn nicht gerade Mad Max: Fury Road um die Ecke kommt. Doch selbst dann scheint die Auszeichnung als Bester Film ausgeschlossen.

Tenet hätte bei den Oscars nicht nur die Königskategorie aufmischen können. Auch an der Schauspielfront triumphiert der Film - Stichwort: Robert Pattinson. Selten war eine Schauspielleistung dermaßen für den Goldjungen als Bester Nebendarsteller prädestiniert. Bevor Pattinson als grimmiger Batman durchstartet, entpuppt er sich im Hintergrund des Blockbuster-Bombasts von Tenet als hinreißendes Herz des Films.

Darüber hinaus gibt es drei Darbietungen, die zumindest Erwähnung finden sollten: John David Wahnsington spielt eine unverschämt lässige James Bond-Variation und behauptet sich als Leading Man in Hollywood. Jeder traurige Blick von Elizabeth Debicki erzählt von einem Ozean unausgesprochener Gefühle. Und was auch immer Kenneth Branagh macht: Er dominiert jede Szene mit ungeheuerlicher Hingabe.

Tenet

Wo die Nicht-Nominierungen bei den Schauspieler*innen zu verkraften sind, werfen die nächsten vier Kategorien nur Fragezeichen auf. Wie kann es sein, dass Ludwig Göranssons epochaler Score nicht bei der Besten Filmmusik durchbricht? Die einzelnen Kompositionen sind der Pulsschlag des Films und eine großartige Erweiterung der Energie, die Nolan in seinen mit Bewegungen geladenen Bildern bündelt.

Tenet ist pures Kino und Christopher Nolan in Reinform

Apropos Bilder: Kameramann Hoyte Van Hoytema begleitet seit Interstellar Nolans Schaffen und erweist sich hier erneut als heimlicher Joker. Beste Kamera sollte genauso wie Bester Schnitt und Bester Ton auf der Tenet-Oscar-Nominierungsliste stehen, wenngleich der letztgenannte Aspekt bei Nolans jüngeren Filmen sehr umstritten ist. Der Vorwurf: Sie sind zu laut, man kann nichts verstehen.

In diesen Dimensionen denkt Nolan aber schon lange nicht mehr. Bei ihm verschwimmt alles in einen großen Bewusstseinsstrom, um Stimmungen und Emotionen zu erzeugen. Wie bei Dunkirk verlässt sich Nolan ohne Kompromisse auf die Filmsprache, die er sich in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. Da sind wir wieder bei dem einleitenden Punkt: Tenet ist pures Kino. Und dieses Kino sollte bei den Oscars gewürdigt werden.

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Hättet ihr Tenet auch mehr Oscar-Nominierungen gegönnt?

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