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Von Murnau bis Akin

Mein erstes Mal ... schwarz, rot, gold

05.03.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Gegen die Wand
© Strand Releasing
Gegen die Wand
Ein Thema, an dem sich cineastische Geister regelmäßig scheiden: der deutsche Film. Aber wann kamen wir eigentlich das erste Mal in Kontakt mit diesem geschichtsträchtigen Genre?

Die deutsche Filmgeschichte ist so reich, wie die kaum einer zweiten Nation Europas. Ihren Ursprung findet sie mit den Brüdern Skladanowski 1895 im Geburtsjahr des Films überhaupt, die noch vor den Lumiere-Geschwistern im Berliner Wintergartenpalais erste Vorführungen veranstalteten und damit zweifellos zu den Vorreitern dieses Mediums zählen. Nach dem ersten Weltkrieg folgte die expressionistische Stummfilm-Phase, die von Filmemachern wie F.W. Murnau, Fritz Lang und Robert Wiene geprägt wurde, die noch heute als Vorreiter des damals neuen Mediums gelten. Mit dem durchaus turbulenten Verlauf der deutschen Historie veränderten sich auch die Bedingungen in der Filmindustrie regelmäßig und brachten trotzdem, oder gerade deswegen, bis heute immer wieder große Namen hervor. In unserer wöchentlichen Rubrik wollen wir uns heute zusammen mit euch an die erste Berührung mit diesem geschichtsträchtigen Genre erinnern.

Andy ließ sich in die Internats-Welt ziehen
Der aller erste deutsche Film war es mit Sicherheit nicht, aber zumindest habe ich an Crazy die vitalste Erinnerung. Die behutsam inszenierte Coming-of-Age Story um die Internats-Freunde Ben (Robert Stadlober) und Janosch (Tom Schilling) hatte es mir damals schon angetan. Im Nachhinein natürlich kein Meilenstein der deutschen Filmgeschichte, aber trotzdem ein schöner kleiner Film, der mich noch heute gerne an diese Zeit zurück erinnern lässt.

Theo flog zum Mond
Der deutsche Film ist ein weites Feld und deswegen muss ich tief in meiner Erinnerungen wühlen, um meine persönliche deutsche Premiere auszugraben. Ich muss circa 3 oder 4 Jahre alt gewesen sein, als mich Peterchens Mondfahrt vollends begeisterte. Ich kann nicht sagen, warum ich mich daran erinnere, dass ich mindesten einmal pro Monat flehte, in die Videothek gefahren zu werden, um den Zeichentrickfilm auszuleihen, aber irgendetwas daran muss mich fasziniert haben. Von dem Film selbst weiß ich allerdings nichts mehr. Vielleicht sollte ich mir demnächst mal die Zeit nehmen, um in Kindheitserinnerungen zu schwelgen und wieder mit Peterchen zum Mond zu fliegen.

Thomas spielte Die Unendliche Geschichte nach
Zwar wurde die Michael Ende Verfilmung von Die unendliche Geschichte in englischer Sprache gedreht, sie war aber vornehmlich eine deutsche Produktion und hatte mit Wolfgang Petersen außerdem einen Regisseur aus heimischen Gefilden am Steuer. Aber eigentlich war mir das als Kind auch völlig egal. Seit meiner ersten Begegnung mit Bastia, Atréyu, Fuchur und co. hat mich die Geschichte rund um die kindliche Kaiserin auf Grund ganz anderer Dinge in ihren Bann gezogen. Besonders eingebrannt hat sich die Szene, in der unser fantastischer Held durch ein geheimnisvolles Tor treten muss, welches gefährliche Laserstrahlen aussendet. Nicht nur einmal habe ich versucht diese heroische Sequenz mit meinen Kindergartenfreunden nachzustellen. Die Laserstrahlen wurden dabei praktischerweise durch Tennisbälle ersetzt.

Malte nimmt keine Bonbons von Fremden an
Wenn ich an mein erstes deutsches Mal denke, fällt mir als erstes Emil und die Detektive aus dem Jahr 1954 ein, auch wenn die Erinnerung nicht mehr besonders stark vorhanden ist. Das Kinderbuch von Erich Kästner wurde von Robert A. Stemmle verfilmt und beflügelte damals, als ich wahrscheinlich um die sechs Jahre alt war, meine Fantasie. Mit der eigenen Bande ein Verbrechen aufklären, wer will das nicht als Kind? Angst hatte ich aber vor Herrn Grundeis, der Emil mit ein paar Bonbons betäubte. Spätestens ab dem Zeitpunkt war ich ein Fremden gegenüber sehr vorsichtiges Kind.

Wann habt ihr den deutschen Film für euch entdeckt? Mögt ihr ihn überhaupt?

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