Nicht nur deutsches TV

Markantes Gesicht Vadim Glowna ist gestorben

26.01.2012 - 14:10 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Mein Name ist Bach
© Pegasos Film
Mein Name ist Bach
Wie gerade bekannt wurde, ist der Schauspieler Vadim Glowna, der auch als Regisseur tätig war, am Dienstag in Berlin gestorben. Wir erinnern an ihn.

Den meisten von euch dürfte Vadim Glowna als Bösewicht in Erinnerung sein. Aus dem deutschen Fernsehen war er nicht weg zu denken: Er spielte Männer am Rande der Gesellschaft, Kriminelle, Freiheitsliebende – er spielte alles, was irgendwie interessant war. In mehr als 160 Kino- und Fernsehenfilmen hat er mitgewirkt, dazu kommen Arbeiten für das Theater und zahlreiche Hörspiele. 50 Jahre stand er auf der Bühne oder vor der Kamera. Am Dienstag ist Vadim Glowna in Berlin im Alter von 70 Jahren gestorben.

Aber Vadim Glowna war mehr als “nur” der Bösewicht im deutschen Fernsehen. In den 1970er Jahren wurde er zu einem der wichtigsten Gesichter des Neuen Deutschen Films und des deutschen Autorenfilms. Auch international hatte er – unüblich für deutsche Schauspieler – großen Erfolg. Sam Peckinpah holte ihn vor seine Kamera für seinen Kriegsfilm Steiner – Das Eiserne Kreuz. Claude Chabrol ließ es sich nicht nehmen, ihn in Stille Tage in Clichy zu besetzen. Seine Schauspielkollegen Klaus Maria Brandauer (Georg Elser – Einer aus Deutschland) und Maximilian Schell (Geschichten aus dem Wienerwald) setzten ebenfalls auf ihn. Seine Schauspielpartner waren unter anderem Romy Schneider und Klaus Kinski.

In den letzten Jahren war es der Filmemacher Oskar Roehler, der mehrfach mit Vadim Glowna bei seinen Filmen zusammenarbeitete. So war er an der Seite von Hannelore Elsner in Die Unberührbare zu sehen und erhielt für seine Darstellung 2000 den Preis der deutschen Filmkritik als Bester Schauspieler. Auch in Oskar Roehlers Filmen Der Alte Affe Angst sowie Agnes und seine Brüder spielte er mit.

Neben seiner schauspielerischen Arbeit war Vadim Glowna auch als Regisseur tätig. 1981 erzählte er in seinem Debütfilm Desperado City eine Geschichte aus dem Hamburger Milieu. Beim Festival in Cannes wurde er dafür mit der “Camera d’Or”, dem Preis für das Beste Erstlingswerk, ausgezeichnet. Sein letzter Regiefilm kam vor fünf Jahren in die Kinos. Das Haus der schlafenden Schönen, nach einem Buch des japanischen Literatur-Nobelpreisträgers Yasunari Kawabata, erzählt er von einem Mann, der den Unfalltod seiner Frau und Tochter vergessen will.

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