Kritik an Ziemlich beste Freunde-Remake: So reagiert Hauptdarsteller Bryan Cranston

Bryan Cranston und Kevin Hart in Mein Bester & Ich
© Constantin Film
Bryan Cranston und Kevin Hart in Mein Bester & Ich

Darf ein körperlich mobiler Schauspieler einen Querschnittsgelähmten spielen? Kritiker des im kommenden Monat auch hierzulande startenden Mein Bester & Ich würden diese Frage wohl mit einem Nein beantworten. In dem US-amerikanischen Remake des französischen Hits Ziemlich beste Freunde verkörpert Bryan Cranston den an Tetraplegie (auch Quadriplegie oder Tetraparalyse), eine Form der Querschnittlähmung, leidenden Phillip Lacasse. Dell Scott (Kevin Hart) kümmert sich als Pfleger um ihn. Selbst wenn sich die beiden nicht auf Anhieb verstehen, entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen ihnen.

Gegenüber Sky News äußerte sich Cranston nun zu den kritischen Stimmen und stellte Grundsatzfragen. Der vor allem aus Breaking Bad bekannte Darsteller zeigte sich zudem offen für eine Debatte.

Dürfte der heterosexuelle Bryan Cranston auch keinen homosexuellen Charakter spielen?

"Wir leben in der Welt der Kritik", konstatierte Bryan Cranston zunächst dem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Dinge entstehen. Kritik sei eine zu akzeptierende Folge im Versuch dessen, etwas zu schaffen: "Wenn wir willens sind, aufzustehen und etwas zu versuchen, müssen wir ebenso kritikfähig sein." Zunächst sei die Besetzung in der Rolle des Pflegebedürftigen in Neil Burgers Mein Bester & Ich wohl eine geschäftliche Entscheidung gewesen, die mit dem Beruf einhergehe:

Uns ist sehr bewusst, dass wir die Möglichkeiten für Leute mit Behinderungen erweitern müssen. Ich denke, für diese Rolle als Quadriplegiker besetzt zu werden, beruht auf einer Geschäftsentscheidung. Als Schauspieler werden wir gefragt, andere Leute zu sein, andere Leute zu spielen.

Im Weiteren stellte Bryan Cranston grundsätzliche Fragen über die durch solcherlei Kritik implizierten Grenzen des Schauspiels. So fragte der 62-jährige Darsteller, der sich selbst als "heterosexuelle, ältere Person" sowie als "wohlhabend" und "sehr begünstigt" bezeichnete: "Heißt das, ich kann keine Person spielen, die nicht wohlhabend ist, heißt das, ich kann keinen Homosexuellen spielen?" Ferner zeigte sich Cranston offen für eine Debatte:

Ich weiß nicht, wo setzt die Beschränkung ein, wo ist die Grenze dafür? Ich denke, es ist eine Debatte wert, um über solche Fragen zu diskutieren.

Die Kritik an der Besetzung von Bryan Cranston als Querschnittgelähmter ist im Kern ihres Wesen keine Neuheit. So sah sich in jüngerer Vergangenheit etwa Batwoman-Darstellerin Ruby Rose mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert. Als Nicht-Lesbe könne sie keine Lesbe spielen, was nicht nur inhaltlich falsch war (Rose outete sich nach eigenen Angabe schon mit 12 als homosexuell), sondern dem Schauspiel willkürliche Grenzen zuschrieb.

Was sagt ihr zur Kritik an Besetzung und Reaktion von Bryan Cranston?

moviepilot Team
NeonFox Alexander Börste
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