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Mein Herz für Serie

In Hell on Wheels wohnen die interessantesten Leute

25.04.2014 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Bohannon und Ferguson: die beiden Dudes aus Hell on Wheels.
© AMC
Bohannon und Ferguson: die beiden Dudes aus Hell on Wheels.
Mein Herz für Serie geht dieses Mal an die mobile Westernstadt Hell on Wheels. Der Eisenbahnbau kurz nach dem Bürgerkrieg bietet alles, was das Western-Fanherz begehrt. Insbesondere die Bewohner machen die Hölle auf Rädern trotz allem so liebenswert.

Auf dem Serienmarkt sieht es für Western-Fans nicht gerade rosig aus. Wir verzeichnen die von Steven Spielberg produzierte Mini-Serie Into the West, das leider jäh abgebrochene Deadwood und seit 2011 Hell on Wheels. Der Story um den Eisenbahnbau kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg schenke ich mein Herz für Serie. Hell on Wheels glänzt vielleicht nicht wie Deadwood mit historischen Figuren, einer extrem ausgefeilten Charakterentwicklung oder den Monologen eines Earl Swearengen. Dafür besticht das Werk aber durch die einfache Tatsache, dass wir es hier mit einer ehrlichen Serie zu tun haben: Hell on Wheels will Western sein. Durch und durch, nicht mehr und nicht weniger.

Dazu gehören selbstverständlich alle Klischees, die wir sehen wollen, deswegen bedient Hell on Wheels sie auch alle. Hier laufen coole Typen mit lässigen Sprüchen auf den Lippen durch unwegsames, aber schönes Land. Nicht nur ihr Revolver, auch die hart verdienten Dollars sitzen locker. Die gibt ein echter Eisenbahn-Pionier standesgemäß für Whisky aus, denn die trockene Kehle muss befeuchtet werden. So ein Besäufnis im Wilden Westen artet aber leicht in eine Schlägerei aus, die dann manchmal in eine Schießerei münden kann. Richtig knifflig gestaltet sich jedoch das Bauen einer Eisenbahn durch Indianergebiet.

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Während die erste Staffel noch recht gemächlich vor sich hinplätschert, gewinnt die Lokomotive über die beiden folgenden Staffeln an Fahrt. Wir kennen unsere Pappenheimer aus der wandernden Stadt und sie selbst mittlerweile gut, haben viele kennen- und einige liebengelernt. Die Ausstattung sowie der Cast tun ihr übriges, die wundervollen Landschaftsaufnahmen vervollständigen den Reigen. Insbesondere Cullen Bohannon (Anson Mount), Thomas ‘Doc’ Durant (Colm Meaney) und natürlich Elam Ferguson (Common) oder Eva (Robin McLeavy) bringen mich dazu, immer wieder den Problemen beim Eisenbahnbau Richtung Westen beizuwohnen. Sie und noch einige andere Bewohner von Hell on Wheels sind der Hauptgrund, warum ich auch glaube, dass die Westernserie viel mehr ist als nur das Methadon aller Deadwood-Junkies. Darf ich vorstellen, eine kleine Auswahl der großartigsten Figuren aus Hell on Wheels:

Der Revolverheld
Cullen Bohannon redet nicht viel, schießt aber gut. Wer sich jetzt einen Lucky Luke-Verschnitt vorstellt, liegt weit daneben. Unser Protagonist gibt eher den Antihelden, er schleppt nämlich eine dunkle Vergangenheit mit sich herum und trinkt dementsprechend viel. Der Ex-Soldat sucht seit dem Ende des Bürgerkriegs nach den Mördern seiner Familie. Diese Rachegelüste führen ihn nach Hell on Wheels, dem quasi-gesetzlosen Eisenbahn-Vorposten. Dort verstrickt er sich in lokale Bedürfnisse und Machtverhältnisse, trifft auf den gewieften Investor sowie Eisenbahnmagnaten Thomas Durant und freundet sich mit dem ehemaligen Sklaven Elam Ferguson an.

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Trotz widriger Umstände und seinem Ansinnen auf Rache versucht Bohannon stets, seine Ideale nicht zu verraten. Dabei gerät er trotzdem ständig mit dem ‘Gesetz’ und den Interessen einiger Bewohner von Hell on Wheels aneinander. Im Verlauf der Serie erleidet das instabile lokale Machtgefüge einige Erschütterungen und Verschiebungen, so nimmt Bohannon zum Beispiel das Amt des Sheriffs und Vorstehers der Arbeiter an. Obendrein tritt noch die Witwe Lilly Bell in sein Leben, die von Thomas Durant hofiert wird und ihre ureigenen Interessen verfolgt. Bohannons Aktionen wirken immer nachvollziehbar und niemand kann so wie er selbst im betrunkensten Zustand nie die Fassung verlieren.

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