Mein Herz für Klassiker

Ich, ein Imperium, das zurück schlägt, und die kaputte VHS

Der Kampf um Hoth - Star Wars: Das Imperium schlägt zurück
© 20th Century Fox
Der Kampf um Hoth - Star Wars: Das Imperium schlägt zurück

Eigentlich ist es ein Skandal, dass ich im Moment noch hier im Büro sitze und wie wild in die Tasten haue. Die Rufe und Schreie nach Kinderarbeit werden laut, da ich seit diesem Freitag eigentlich wieder sechs Jahre alt bin. J.J. Abrams und sein Team veröffentlichten an jenem bedeutsamen Tag den ersten klitzekleinen Einblick in die Fortsetzung einer Reihe, welche meine Kindheit maßgeblich prägte: der berühmte Krieg der Sterne (wir berichteten). Knapp 1 Minute und 30 Sekunden lang war der Clip, der mich im Stile eines grauen DeLoreans durch Zeit und Raum schickte, um mich wieder so zu fühlen, wie damals - Mitte der 90er - als ich eingekuschelt in meiner Decke zum ersten Mal Han, Leia, Luke und Co. in Lichtgeschwindigkeit durch eine weit entferne Galaxie folgte. Zwar ließ bereits der erste Teil mich aufgeregt staunen, das Das Imperium schlägt zurück schaffte es jedoch, dass ich mit offener Kinnlade vor dem Röhrenbildschirm saß und nicht fassen konnte, was ich gerade erlebte - immer und immer wieder.

Im Gegensatz zum ersten Teil schlägt uns dieses Mal zu Beginn nicht der heiße Sand unbequem ins Gesicht, sondern kalter Schnee. Wir sind auf Hoth, dem sechsten Planeten des gleichnamigen Sternsystems. Schier unendliche Ödnis umgibt uns und von Leben scheint weit und breit keine Spur zu sein. Doch da zeigt sie sich. Klein und versteckt blitzt sie immer wieder aus den umhertosenden Schneewehen hervor. Die Echo-Basis, ein geheimer Stützpunkt der Rebellen unter der Leitung des kriegserfahrenen General Rieekan. Doch der Planet im äußeren Rand der Galaxie bietet nur scheinbar Schutz vor den aufgebrachten Truppen des Imperiums, die unter der Leitung des berüchtigten Darth Vader selbst 3 Jahre nach der fulminanten Zerstörung des Todessterns unaufhörlich nach dem Zufluchtsort der abtrünnigen Rebellen suchen. Als der kraftvolle Schildgenerator des Lagers schließlich durch eine Drohne entdeckt wird, macht sich die schwer bewaffnete Sternenflotte der Unterdrücker sofort auf den Weg nach Hoth, um nach der verheerenden Niederlage auf Yavin IV endlich zurück zu schlagen. Es kommt zu einer Schlacht, die in einem solch gigantischen Ausmaß wohl noch nie zuvor auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser zu sehen war. Trotz des schnellen Einsatzes von flinken Schneegleitern und der eiligen Aussendung von kampfbereiten Bodentruppen muss die Rebellen-Allianz auf Hoth eine der größten Niederlagen ihrer Geschichte hinnehmen und die Basis schlussendlich gerade noch rechtzeitig evakuieren. Doch der Aufstand ist damit noch lange nicht am Ende und der Kampf geht erbarmungslos weiter.

Warum ich Das Imperium schlägt zurück mein Herz schenke
Noch ein Quäntchen mehr als der ikonische Krieg der Sterne steht das Imperium schlägt zurück für den filmischen Teil meiner Kindheit. Unumstößlicher Beweis dafür ist auch das VHS-Band des Films, welches durch das häufige Anschauen und das zahlreiche Vor- und Zurückspulen, um die besten Szenen immer und immer wieder zu sehen, stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und irgendwann gar nicht mehr funktionierte. Während bei Episode 4 und 6 nur die Bildqualität merklich litt, habe ich die Nummer 5 buchstäblich tot geschaut. Kein Wunder, jagt in dem von Irvin Kershner gedrehten Streifen doch ein genialer Moment den anderen. Selbst heute noch lache ich mindestens genau so verschmitzt wie Han Solo, wenn der gewiefte Schmuggler sich gemeinsam mit dem Müll eines Sternenzerstörers von der Hülle abkoppelt, um so dem wachsamen Auge der verfeindeten Flotte zu entkommen. Ein toller Moment in meinem absoluten Lieblingsteil der brillanten Star Wars-Reihe.

Warum auch andere Das Imperium schlägt zurück lieben werden
Gerüchte besagen, dass es tatsächlich noch Leute in diesem Universum geben soll, die noch keinen der alten Star Wars-Teile mit eigenen Augen gesehen haben. Dabei bin ich mir absolut sicher, dass jeder zumindest ein wenig Gefallen an der liebevoll erzählten Weltraumoper finden kann. Ein verrückter Mix verschiedenster Genres, welcher sich stark an den Geschichten alter Märchen orientiert und es immer wieder schafft, den begeisterten Zuschauer mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Dazu noch die unvergleichliche Musik aus der Feder von Meister-Komponist John Williams und fertig ist das Rezept für eine 124-minütige Gänsehaut, vor der sich beinahe niemand drücken kann.

Warum Das Imperium schlägt zurück die Jahrzehnte überdauern wird
Star Wars ist mehr als nur eine bekannte Filmreihe unter Tausenden. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass die Weltraum-Streifen beinahe als eine Art Familientradition an die nachfolgende Generation weitergegeben werden. Genau wie mein Vater mir mit Krieg der Sterne eine neue Welt offenbarte, möchte auch ich eventuellen Sprösslingen diese einzigartige Erfahrung nicht vorenthalten. Ganz unabhängig davon vollendete die Reihe das Konzept des Blockbusters und zeigte eindrucksvoll, welch großen Einfluss Filme auf unsere heutige Kultur haben können. Gerade Das Imperium schlägt zurück wartet mit einer flotten Inszenierung, einer Menge düsterem Charme und vielen neuen Ideen auf und wird damit hoffentlich als eines der bedeutendsten Werke in die Filmgeschichte eingehen.

Ich spüre eine große Erschütterung der Macht! Wir haben einen neuen Feind. Den Jungen, der den Todesstern vernichtet hat

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