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Jenseits der Karibik

Die vielen Facetten des Johnny Depp

Johnny Depp als Regisseur Ed Wood
© Buena Vista
Johnny Depp als Regisseur Ed Wood
16.12.2017 - 13:25 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Jeder kennt das heutige Geburtstagskind Johnny Depp in seinen Blockbuster-Rollen als verrückter Hutmacher in Tim Burtons Alice im Wunderland oder als Piratenkapitän Jack Sparrow. Eine Empfehlung seiner abseitigeren Paraderollen findet ihr hier.

Heute ist Johnny Depp um 20:15 Uhr auf VOX in Dark Shadows als Vampir zu sehen. Wer sich nostalgisch informieren möchte, welche abwechslungsreichen Rollen er in früheren Jahren gespielt hat, wird in diesem Artikel fündig, den wir erstmals am 09.06.2013 veröffentlicht haben.

Johnny Depp ist spätestens seit seiner Rolle als Captain Jack Sparrow in Disneys Fluch der Karibik einer der beliebtesten und bestbezahltesten Schauspieler Hollywoods. Nur wenige Kollegen können ihm, was die großen Zahlen auf seinen Lohnschecks angeht, das Wasser reichen oder dermaßen vielen Fans die Knie weichmachen. Heute wird das ewige Babyface mit einem Hang zu exzentrischen Rollen satte 50 Jahre alt und anstatt lediglich seine offensichtlichen Erfolge der letzten Jahre herunterzubeten, möchten wir kurz an Rollen erinnern, die dem jüngeren Publikum vielleicht nicht so präsent sind, wie der anfangs erwähnte Pirat oder alles, worin ihn sein größter Fan, Regisseur Tim Burton, gecastet hat. Johnny Depp kann nämlich auch ganz anders und sah sogar mal viel jünger aus als er es jetzt noch tut.

Beginnen wir ganz am Anfang mit Johnny Depps allererster Filmrolle. Diese war zwar keine Hauptrolle, aber seinen Einstand ins Filmgeschäft damit zu beginnen, von Freddy Krueger in Nightmare – Mörderische Träume gekillt zu werden, ist nicht der übelste Anfang. Der vernarbte Teenie-Schlitzer sucht die jungen Bewohner der Elm Street in ihren Träumen heim und bringt sie dort auf immer kreativere Weise um die Ecke. Genau das passiert auch Johnny Depp, der in einer der coolsten Szenen des Films in sein Bett gesogen wird, nur um als riesige Blutfontäne wieder ausgespuckt zu werden. Jahre später, als er bereits durch seine Rolle in 21 Jump Street ein größerer Star geworden war, kehrte er in Freddys Finale – Nightmare on Elmstreet 6 für einen Cameo-Auftritt zurück.

In Arizona Dream durfte er an der Seite von Jerry Lewis, Faye Dunaway und Vincent Gallo den Träumer Axel spielen, der zu seinem Onkel nach Arizona fährt. Dieser will ihn in die hohe Kunst des Autoverkaufs einweisen, worauf Axel überhaupt keine Lust hat. Gleichzeitig verliebt er sich in die ältere Witwe Elaine, die ihn ebenfalls als eine verwandte Seele erkennt. Ein kunstvolles Drama von Emir Kusturica mit einem verträumten Hans-Guck-in-die-Luft-Depp, das 1993 den Silbernen Bären der Berlinale mit nach Hause nahm.

Unter der Regie von John Waters (Pink Flamingos), dem “Regisseur des schlechten Geschmacks” entstand die Musik-Komödie Cry-Baby, in der wir Johnny Depp als Greaser beim Singen von Rockabilly-Balladen lauschen dürfen. Der Grease tatsächlich nicht ganz unähnliche Film stellt ihn neben Amy Locane auf, die vom weinenden Bad Boy Wade Walker ganz angetan ist. Besonders denkwürdig ist die ebenfalls “Cry-Baby” genannte Nummer, die der geschmalzlockte hier zum Besten gibt.

Wo wir gerade bei fragwürdigen Regisseuren sind: Eine seiner wohl besten Rollen spielte Johnny Depp in einem der gleichzeitig besten Filme aus der Filmografie von Regielord der Finsternis, Tim Burton, der trotzdem weniger Bekanntheit genießt als zum Beispiel Edward mit den Scherenhänden. In Ed Wood gibt Johnny Depp den oftmals als “schlechtester Regisseur aller Zeiten” benannten Regisseur von so B-Movie-Trash-Perlen wie Plan 9 aus dem Weltall oder Glen or Glenda. Das Portrait des leidenschaftlichen Trashisseurs, der den großen Durchbruch nie schaffte und dem der Gesamteindruck stets wichtiger war als Kleinigkeiten wie Kulissen, Effekte oder gutes Schauspiel ist ein rührender Liebesbrief ans Filmemachen und eine Must-See-Angelegenheit für alle Depp-Fans.

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