Die verlorene Game of Thrones-Folge: "Als wurde es in meinem Garten gedreht"

14.09.2020 - 18:00 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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Game of Thrones mit Kit HaringtonAbspielen
© HBO
Game of Thrones mit Kit Harington
Die Erfolgsgeschichte von Game of Thrones begann mit Chaos. Die Showrunner hatten keine Ahnung, was sie taten. Zum nie gezeigten Piloten sind nun Details aufgetaucht.

"Zu Beginn sah es aus, als würde alles gut laufen. Aber das war nur, weil wir es nicht besser wussten." Um Game of Thrones auf jenes Niveau zu hieven, das die Serienlandschaft verändern sollte, brauchte es 2 Versuche. Dass es vor der ersten Episode bereits einen Piloten gab, ist bekannt. Die meisten Details des chaotischen Drehs aber nicht. Schon bei einer (nicht verbrieften) Podiumsdiskussion gingen die Game of Thrones-Macher hart mit sich ins Gericht.

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Entertainment Weekly -Redakteur James Hibberd hat ein Buch darüber geschrieben und mit den Beteiligten gesprochen, ein Ausschnitt wurde bereits veröffentlicht, ihr bekommt hier eine kleine Übersicht über die Anekdoten, die ein irgendwie sympathisches Chaos nachzeichnen.

Irres Chaos bei Game of Thrones: Der erste, nie gezeigte Pilot der Fantasy-Serie

Gedreht wurde der Pilot im Jahr 2009 in Irland und Marokko, also 2 Jahre bevor die Serie schließlich bei HBO ihre Premiere feiern sollte. Die Besetzung deckt sich in weiten Teilen mit jener, die uns bekannt ist. Lena Headey spielt zum Beispiel Cersei Lennister, Mark Addy Robert Baratheon usw. Nur wenige Schauspielerinnen waren beim zweiten Mal nicht dabei. Tamzin Merchant etwa wurde später von Emilia Clarke als Daenerys Targaryen ersetzt.

David Benioff und D.B. Weiss und auch sonst niemand von den Beteiligten hatte eigenen Aussagen zufolge eine Ahnung, wie sie eine derart ambitionierte Fantasy-Serie auf die Beine stellen sollten. Und so sah schließlich auch der Dreh aus.

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Game of Thrones: Fantasy-Figuren oder Cosplayer

Jaime-Darsteller Nikolaj Coster-Waldau fasst die Stimmung auf dem Set wahrscheinlich am besten ein:

"Wir wussten nicht, was wir taten oder was zur Hölle das sein sollte," sagt er. Die Ankunft von Robert Baratheon in Winterfell (worum sich auch der schließlich gesendete Pilot größtenteils dreh), sei "lächerlich" gewesen. "Die Absurdität dieses Paralleluniversum mit diesen sehr edlen Männern zu gestalten." Es gebe eine "sehr feine Balance zwischen Ernsthaftigkeit und daran zu glauben" oder einfach "ein Cosplayer zu sein." Aber er hatte immerhin viel Spaß.

Die meisten Probleme ergaben sich um die Frisuren der Figuren, die Ausstattung, die Kostüme, die Spezial-Effekte, also im Grunde all die Elemente, aus denen sich eine glaubhafte Fantasywelt ergibt. An einem Entwurf dieser Welt scheiterten die Macher. Eine Special-Effects-Mitarbeiterin sagt: "Es sah aus, als wäre es in meinem Garten gedreht worden."

Game of Thrones: Zu viel oder zu wenig Fantasy

Auch beim Storytelling verrannten sich die Showrunner. Das erschlagende Material von George R.R. Martin, der beratend zur Seite stand, wurde heruntergekocht und von seinem Fantasy-Gehalt befreit. Wobei die Produzenten nie ganz sicher waren, wie weit sie dabei gehen sollten, wie Bryan Cogman erklärt.

"Du versuchst, es so bodenständig wie möglich zu machen - aber es ist immer noch ein Fantasy-Epos und wenn du das ignorierst, schadet das deiner Geschichte." Diesen Konflikt zwischen Fantasy und Drama lösten die Autoren auch beim zweiten Versuch nicht ganz auf.

Der Pilot entpuppte sich als Fehlschlag auf ganzer Linie. Die Macher erhielten allerdings eine zweite Chance, um es besser zu machen - und nochmal 10 Millionen US-Dollar. Denn HBO hatte sich mit Projekt schon zu weit aus dem Fenster gelehnt.

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Das Finale von Game of Thrones war umstritten, die Showrunner gerieten ins Kreuzfeuer von Kritikern und Fans. In dieser Folge von Streamgestöber wird nach einem Jahr Rückschau auf das Ende der größten Serie der letzten Jahre gehalten.

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