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Der Satiriker und

Die 7 schönsten Enden im bewegten Bild

01.04.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Die Truman Show lehrte uns, dass nichts so inszeniert ist wie das echte Leben
© Paramount
Die Truman Show lehrte uns, dass nichts so inszeniert ist wie das echte Leben
Goodbye. Nach drei Monaten intensiver Tastenklopperei endet mein Praktikum bei moviepilot. Gefühlvolles Texten überlasse ich gerne anderen. Von mir gibt es zu diesem Anlass meine persönliche Top 7 der schönsten Abschiede auf der Leinwand.

Drei Monate sind keine Ewigkeit. Und meine drei Monate in der Redaktion von moviepilot vergingen so schnell, dass es mir vorkommt, als habe ich nur ein paar Mal geblinzelt. Ich mochte es, mit netten Kollegen arbeiten zu dürfen, welche die Leidenschaft für den Film mit mir teilen und ich habe mich ebenso gefreut, gemeinsam mit ihnen lachen zu können. Dies gilt eigentlich für alle Kollegen, die ich kennengelernt habe. Ich war nicht der erste Praktikant und werde nicht der letzte gewesen sein und irgendwie möchte ich auf überschwängliche Abschiedsreden verzichten. Vielleicht ist ja auch die Routine das wahrhaftig spektakuläre. Ganz subjektiv, kurz aber deswegen nicht minder herzlich gemeint, präsentiere ich euch zum Abschluss meine Top 7 der schönsten Enden im bewegten Bild.

Platz 7: Death Sentence – Todesurteil
Obgleich mir einige Leute einen gewissen Hang zur Morbidität zusprechen, hat dieser Umstand jedoch nichts mit der Platzierung von Death Sentence – Todesurteil zu tun. Kevin Bacon kehrt nach einem Rachefeldzug in sein verwaistes, von der Polizei abgesperrtes Heim zurück. Begleitet von Alright der Band Pilate, ist er dem Tode näher als dem Leben, lässt sich auf die Couch fallen und schaltet ein Familienhomevideo an. Alles gut. Alright.

Platz 6: Die Mächte des Wahnsinns
John Carpenter inszenierte mit Die Mächte des Wahnsinns eine große Hommage an H.P. Lovecraft. Sam Neill ist der Versicherungsermittler John Trent, welcher dem verschwundenen Horror-Autor Sutter Cane hinterschnüffelt. Langsam aber sich muss er sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, selbst nur die Figur in einem von Canes Büchern zu sein. Apathisch lachend und mit der Gewissheit, dass sich da draußen langsam alles in Scheiße verwandelt sitzt er im Kino und schaut sich selbst auf der Leinwand zu. Bye bye, Verstand.

Platz 5: Ghost in the Shell – Stand Alone Complex 2nd GiG
Ghost in the Shell: Stand Alone Complex zeichnet sich durch die komplexen Storys aus, aber auch durch die interessanten Figuren. Fast ironisch hingegen ist, dass die Tachikoma genannten Kampfpanzer sich Fragen nach der Seele und der eigenen Existenz stellen – welche sie am Ende der Serie in einem herzzerreißenden Manöver auslöschen, um die Menschen, welche sie nie verstanden haben, zu retten.

Platz 4: Lèon der Profi
Ein Mädchen pflanzt eine Blume ein und sagt liebevoll “Hier wird es uns gut gehen, Léon.”. Was die knapp zwei Stunden davor passierte, war nicht weniger als eine der eigenwilligsten und spannendsten Verarbeitungen des Lolita-Motivs von Luc Besson mit einer jungen Natalie Portman und Jean Reno als Léon – Der Profi. Es ist ein Ende, welches jetzt nach 20 Jahren neugierig auf eine Fortsetzung macht.

Platz 3: Rain Man
Über Rain Man kann man so viel reden und doch nichts sagen. Das ist zwar eine Kunst, die ich als Schreiberling von Zeit zu Zeit auch beherrsche, aber diesem Film gegenüber wäre das unfair. Dustin Hoffman und Tom Cruise entwickeln eine Dynamik auf der Leinwand, welche heutzutage genauso Ausnahme ist, wie es das auch schon Ende der Achtziger war. Die klassische Heldenreise des Charlie Babbitt und seinen autistischen und hochbegabten Bruder Raymond gipfelt in einer emotionalen Szene am Bahnhof. Ich könnte jedes Mal Rotz und Wasser heulen.

Platz 2: Die Truman Show
Big Brother is watching you! So falsch ist das nicht. Der Film liefert uns eine der schönsten, weil pointiertesten, Enden der Filmgeschichte. truman-show|lr präsentiert seinen Zuschauern einen Jim Carrey in einer tragödischen Mediensatire. Sein gesamtes Leben bestand aus einer Show. Seine komplette Stadt ist ein Studio – ein goldener Käfig, den er am Ende verlässt und zwar mit den Worten: “Guten Morgen. Oh, und falls wir uns nicht mehr sehen sollten, guten Tag, guten Abend und gute Nacht!

Platz 1: Scrubs
Nach acht Staffeln kam ein Abschied, der sich gewaschen hatte. Schauspieler Zach Braff spielte die Rolle des John ‘J.D.’ Dorian schlussendlich in 9 Staffeln. Ein sympathischer Tagträumer in einer sympathischen Dramedy, welche uns emotional von einer Ecke in die andere geworfen hat. Unter den sanften Tönen von Book of Love, interpretiert von Peter Gabriel, sieht der mittlerweile gestandene Arzt sein zukünftiges Leben, bzw. das welches er sich wünscht. Eine Sequenz, die in Serien wie Grey’s Anatomy – Die jungen Ärzte schnell kitschig wirken würde, zu Scrubs aber passt. J.D. verlässt das Sacred Heart-Krankenhaus und das Leben geht weiter. Und just in diesem Moment,wo ich dies hier schreibe, ertappe ich mich dabei, wie ich diese Melodie im Kopf habe.

Ein Praktikum ist ein Praktikum, Menschen kommen und Menschen gehen und meine movie-co-piloten kennen ihre Namen alle sehr gut selbst. Als Filmfreund, als Autor und als soziales Wesen, dass ich als Mensch nunmal bin, möchte ich meine Zeit hier nicht missen. Ich werde alle moviepiloten vermissen, ausnahmslos. Das wars vom Satiriker und jetzt alle zurück an die Arbeit, ab zum nächsten Artikel oder den neusten Trailer von Marvels Dingsbums Teil 28.

Who’s to say my fantasies won’t come true, just this once? [J.D. | Scrubs Season 8: My Finale]

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