Guerilla-Filmer mit Kult-Faktor

B-Film-Legende Larry Cohen feiert seinen 69. Geburtstag

15.06.2010 - 00:00 UhrVor 10 Jahren aktualisiert
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Larry Cohen
© geeksofdoom.com
Larry Cohen
Heute feiert mit Larry Cohen eines der am meist unterschätzten Talente des Kinos seinen 69. Geburtstag. Für uns Anlass genug, euch den Meister des B-Films einmal genauer vorzustellen.

Wetten, dass Larry Cohen ein Name ist, den nicht jeder kennt? Dabei zählt der Drehbuch-Autor und Filmemacher, der heute seinen 69. Geburtstag feiert, zu den umtriebigsten kreativen Kräften Hollywoods. Seit Ende der 50er Jahre im Geschäft, kann Larry Cohen auf eine besondere Karriere als Schreiber, Produzent und Regisseur zurückblicken.

Nach seinem College-Abschluss suchte der film-begeisterte Larry Cohen sein Glück über einen Einstieg beim Fernsehen. Als Botenjunge für den Sender NBC kam der Nachwuchs-Autor in direktem Kontakt mit dem Medium, das Millionen von Zuschauern vor den Bildschirm lockte. Eines Tages erkannte jemand das Talent von Larry Cohen und so wurde die Aushilfskraft schnell zum Drehbuch-Schreiber befördert.

In den nächsten Jahren lernte er sein Handwerk in den Kreativ-Teams solcher Serien wie The Fugitive, dem Vorbild des späteren Kino-Erfolgs Auf der Flucht mit Harrison Ford. Mit der etwas untypischen Western-Reihe Branded und der Alien-Verschwörungs-Serie Invasion von der Wega kreierte Larry Cohen schon bald eigene Konzepte, die jeweils länger als ein paar Folgen zu sehen waren. Auch für namhafte Serien wie Columbo verfasste Larry Cohen über die Jahre hinweg immer wieder Drehbücher.

Schließlich begegnete er seinem Idol Alfred Hitchcock, dem einige seiner Bücher gefielen. Leider kam der Meister der Suspense nie dazu, eines davon selbst zu verfilmen. Dafür sollten die gemeinsamen Brainstormings später Früchte tragen.

Mit Beginn der 70er Jahre nahm der junge Kreative schließlich selbst hinter der Kamera platz. Dabei nimmt er sich weitaus weniger ernst als die meisten seiner Kollegen. Der Pate von Harlem zum Beispiel wird von manchen heute als bester Blaxploitation-Film überhaupt gefeiert. Dabei verbindet Larry Cohen das Ambiente des klassischen Gangster-Streifens mit comichafter Gewalt.

Zunächst findet sich Larry Cohen dank seines kultigen Die Wiege des Bösen erstmal in der Horror-Schublade wieder. Der Geschichte eines Monster-Babys, das Los Angeles heimsucht, wird gerne ihre billige Umsetzung vorgeworfen. Später folgen zwei weitere Teile. Auch die trashige Maniac Cop -Reihe stammt aus seiner Feder. Hier der Trailer zum ersten Teil:


Doch dies ist nur ein Aspekt des Werks von Larry Cohen. Anstatt sich von Geldgebern alles diktieren zu lassen, setzt der nämlich auf seine Unabhängigkeit. Gedreht wird nach dem Motto: Written, produced and directed by Larry Cohen. Den Vertrieb dürfen dann andere übernehmen. Deshalb bezeichnet manche den Regisseur auch als echten Guerilla-Filmer.

Statt gefälliger Werke mixt Larry Cohen lieber verschiedene Genres. So wie in The Stuff, in dem sich das neuste Lieblings-Dessert der Amerikaner als tödlicher Organismus entpuppt. Hier setzt Larry Cohen neben Horror voll auf beißende Kapitalismus-Kritik. Auch in American Monster mit David Carradine paart sich die Jagd nach einem Flügel-Biest mit einem launigen Cop-Thriller. Daher sehen seine Fans in Larry Cohen einen der wichtigsten Vertreter des Genres, der auch politische Themen und Paranoia-Gedanken der Gesellschaft aufnimmt. Wer einmal The Ambulance mit Eric Roberts gesehen hat, dürfte es sich zweimal überlegen, ob er den Notruf wählt. Schaut euch mal die Trailer dazu an:


Ernsthafter Erfolg wird Larry Cohen schließlich mit seinem Drehbuch zu Nicht auflegen! zuteil. Joel Schumacher verfilmt das Skript, das einst durch eine Anregung von Alfred Hitchcock entstand. Kurz darauf führt Larry Cohen den Telefon-Terror im Handy-Zeitalter mit Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben fort, den er ebenfalls verfasst. Das Schreiben füllt seinen Kalender zuletzt ganz schön aus, deshalb hat sich Larry Cohen vom Regie-Führen erstmal zurückgezogen. Aber wer weiß, vielleicht findet er ja mal die Zeit für einen Film, der den Erwartungen der Studios gepflegt den Mittelfinger entgegenstreckt.

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