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7 Filme, die ganz schön schwul sind

10.07.2009 - 17:53 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Keanu? - Ja, Patrick? - Ich muß dir etwas sagen...
© Paramount
Keanu? - Ja, Patrick? - Ich muß dir etwas sagen...
Es gibt mehr schwule Filme als nur Brokeback Mountain und Philadelphia. Denn es gibt auch Filme, in denen kein einziger Schwuler vorkommt und die trotzdem ganz schön “gay” wirken. Wir verraten euch, welche Hollywood-Hits wirklich schwul sind!

Derzeit kaspert Sacha Baron Cohen als Fashion-Schwuppe Brüno durch die Kinos und stellt unbedarften Interviewpartnern die Frage: Na, schwul genug?

Aber was ist eigentlich ein “Schwulen-Film”? So wie der Begriff verwendet wirdklingt er wie eine feste Genrebezeichnung. Denn unabhängig von der eigentlichen Handlung reicht es oft, dass die Hauptfiguren gleichgeschlechtlicher Veranlagung sind, um einen Film als “Schwulen-Film” zu bezeichnen. Dass der selben Logik nach die meisten anderen Filme, egal ob Thriller, Slasher, Drama oder Komödie dann “Hetero-Filme” wären, wird dabei meist übersehen.

Unbestreitbar sind jedoch die Fortschritte, die homosexuelle Filmfiguren erreicht haben. Von den asexuellen Raumgestaltern in alten Doris-Day-Filmen zu den sodomitischen Schafhütern in Brokeback Mountain war es ein langer Weg zur zögerlichen Akzeptanz.

Das ist doch kein schwuler Film!?

Doch es gibt auch “schwule Filme”, die immer schon sehr erfolgreich waren. Die Filme nämlich, in denen keine Schwulen vorkamen und in denen das Thema nie explizit angesprochen wird. Die Filme, die als Mainstream durchgehen und für die sich sogar echte Kerle begeistern können.

Wer jetzt überlegt, welche Werke damit gemeint sein könnten, dem sei hier unsere Top-List empfohlen:

7 Filme, die ganz schön schwul sind (ohne dass ein einziger Schwuler drin vorkommt)

1. The Lost Boys – Verlorene Jungs und geile Vampire

Ein echter Klassiker der 80er Jahre. Im Teenie-Grusler der Erz-Schwuppe Joel Schumacher geht es oberflächlich nur um eine typische Vampir-vs-Menschen-Story. Dennoch wimmelt es in dem Film vor schwuler Ikonographie.
Eingeölte Saxophonisten vor feuriger Kullisse, schicke Surferboys und ein faszinierender Punk-Vampir, der den Hauptdarsteller nach allen Regeln der Kunst verführt und mit ihm Körperflüssigkeiten austauscht. Der kleine Bruder des Helden hat aus unerklärlichen Gründen ein Poster des lasziv posierenden Rob Lowe im Zimmer hängen und macht sich in der Badewanne stylishe Frisuren, derweil er im Falsett einen Disco-Song röhrt. Klar, es kommen Alibi-Frauen im Film vor, aber so richtig fasziniert ist Jason Patric, nachdem er sein Coming Out als Vampir mit einem Ohrring feiert, doch nur von Kiefer Sutherland.

2. Nightmare 2 – Die Rache – Best Coming Out Ever!

Der zweite Auftritt von Kultkiller Freddy Krueger hätte schwuler kaum ausfallen können. Statt sich auf das erprobte weibliche Opfer und spätere “Final Girl” zu konzentrieren, nutzt Freddy hier den nicht wirklich maskulin wirkenden Jungen Jesse, um seine Untaten auszuführen und dessen Körper zu übernehmen.
Was dazu führt, das Jesse bald das Gefühl hat, da wäre etwas in ihm, das er nicht kontrollieren und worüber er mit seinen Eltern nicht sprechen kann. Aber das könnte ja Zufall sein. Genauso wie sein Traum vom Besuch einer Lederbar, bei der ihn der verhasste Sportlehrer überrascht, der ihn schickaniert nur um schließlich von Bällen traktiert (some Giant Balls, eh) und nackt in der Dusche von Handtüchern ausgepeitscht zu werden. Alles sicher ganz anders gemeint. Und die Szene, in der sich der verängstigte Jesse zu einem Freund flüchtet und ihn bittet bei ihm schlafen zu dürfen ist sicher auch ganz unschuldig gemeint. Dass er dann sein buchstäbliches Coming Out hat, als Freddy aus seinem Körper hervorbricht… wer wollte da etwas zweideutiges unterstellen.

3. Ben Hur – Fahr schon mal den Wagen vor!

Ben Hur und Messala – warum waren die beiden nochmal so stinkig aufeinander? Vielleicht hilft es die innigen Blicke zu deuten, die Stephen Boyd dem unwissenden Charlton Heston zuwirft. Denn Drehbuchautor Gore Vidal und Regisseur William Wyler fanden, dass die Handlung etwas mehr Pfeffer vertragen könnte und dachten sich eine heimliche Motivation für die beiden Recken aus. Ben Hur und Messala waren in der Jugend ein Pärchen, bis Ben Hur das Ganze beendete und Messala verstieß. Was diesem zu seinem rachsüchtigen Verhalten motiviert, denn wir wissen ja: Nichts ist so stark wie der Zorn einer verschmähten Fr- naja so ähnlich zumindest.
Da Heston ein ziemlich reaktionärer Knochen war, wurde allerdings nur Boyd eingeweiht und Heston bestritt bis zum Schluss, dass der schwule Subtext in Ben Hur Absicht gewesen wäre, als Vidal die Story in der Doku The Celluloid Closet zum Besten gab.

4. Gefährliche Brandung – Wenn du ihn liebst, dann lass ihn frei!

Ja es gibt wohl auch eine Frauenrolle in diesem Surfer-Streifen, aber seien wir ehrlich: Das Herz des Films ist die innige Freundschaft zwischen Keanu Reeves und Patrick Swayze, die sich erst neckisch am Strand umwerben, einander aus der Klemme helfen, eng umschlungen und gefesselt in der Brandung toben, gemeinsam Skydiven und am Ende einer den anderen in den ehrenhaft romantischen Tod entlässt, anstatt ihm ein Leben im Knast zuzumuten. Glänzende feuchte Männerkörper und kernige Kerle, die für einander durch dick und dünn gehen, ihre Geheimnisse bewahren und immer füreinander da sind. Hach, so romantisch!

5. 300 – Bück dich, Leonidas!

Was muss man hierzu noch viel sagen? Der Film könnte eigentlich als schwuler Porno für Muskelfetischisten und S/M-Freunde durchgehen. Eingeölte grunzende Kerle, soweit das Auge reicht, deren goldbraune Haut von der Kamera wollüstig abgeschleckt wird. Okay, es wird mit Schwertern statt mit Schwänzen gef…t, aber wir wissen ja alle, dass Waffen letztlich Symbole für die verlängerte Männlichkeit sind. Rein raus, rein raus, gehen die langen Klingen in das harte männliche Fleisch. Leonidas praller Arsch leuchtet im Mondlicht, Xerxes die Trümmertunte raunt ihm “Bück dich” zu und Frauen spielen sowieso nur als Gebärmaschinen für die nächste Generation wohlgeformter strammer Krieger eine Rolle. Uh Baby, this is hot!

6. Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs – Jetzt küsst euch endlich!

Angelegt ist die Love-Story zwischen Frodo und Sam natürlich schon in den Vorgängern, aber der dritte Teil schießt wirklich den Vogel ab. Was hier an Gezicke, verletztem Stolz, Schmollen, Versöhnen und verliebtem Anschmachten geboten wird, lässt selbst schwule Cowboys alt aussehen.

Ein Traumpaar, unstern bedroht vom bösen Gollum, der Mittelerdes Antwort auf Romeo & Julia auseinander bringen will. Doch letztlich obsiegt Sams unverbrüchliche Liebe zu seinem Mann mit den haarigen Mauken. Er rettet den halbnackten Frodo aus den Fängen der Orks, denn wahre Liebe kann alle Hindernisse überwinden. Er trägt ihn, er hält zu ihm wider alle Gefahren und auch wenn Frodo schwach wird, hält er ihm die… ähm Stange und wacht mit zagender Miene an dessen Krankenbett. Kein Wunder, dass das Böse Auge in Mordor eher aussieht wie eine gewaltige leuchtende Vulva.
Und wenn sich am Ende des Films (also dem richtigen Ende, nach den ganzen angetäuschten Enden) die beiden dann trennen, weil Sam ja doch in den Hafen der Ehe einfahren muss und Frodo ins Exil geht, dann ist das fast so traurig, wie Brokeback Mountain. Seufz.

7. Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel – Ich will jetzt Ärsche!

Und natürlich darf der Paradefilm nicht fehlen, wenn es um unterschwellig schwule Werke geht: Top Gun, den nur unbedarfte Naturen wirklich noch als actiongeladenen Fliegerfilm ansehen können. Quentin Tarantino hat es bekanntermaßen gut zusammengefasst: Top Gun schildert den Kampf eines Mannes gegen seine Homosexualität, seine Angst davor, sich den anderen schwulen Wingmen anzuschließen, einer von ihnen zu werden. Dazu gibt es natürlich die obligatorischen glänzenden Männerleiber beim Volleyballspielen, Vorgesetzte die wiederholt nach Ärschen verlangen, zweideutige Blicke und echte Freundschaft. Noch nicht überzeugt? Hier erklärt Quentin das ganze nochmal ausführlich:

Und wer jetzt ins Grübeln gekommen ist, ob seiner sexuellen Identität, der darf gerne noch einmal unseren Test machen: “Wie schwul bist du wirklich?”

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