Verlorener Horizont ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2013 von Robert Bohrer und Emma Rosa Simon.

Kompletter Inhalt & Hintergrundinfos zu Verlorener Horizont

Wozu braucht ein Land ohne Meer eine Marine? Bolivien hat alle Kriege in seiner Geschichte verloren, mit dem letzten, dem “Guerra del Pacífico”, auch die letzten 40 Kilometer Küste. Heute ist das Land eingeschlossen durch die Gebirgskette der Anden im Westen und den Amazonas im Osten. Trotzdem – oder vielleicht auch deshalb? – unterhält das Land eine Seemarine.

Der ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Dokumentarfilm Verlorener Horizont erzählt die Geschichte der bolivianischen Marine, die für die Bewohner des südamerikanischen Binnenstaates vor allem die nationale Sehnsucht nach dem “verlorenen Horizont” am Meer symbolisiert.

Vor mehr als hundert Jahren büßte Bolivien mit der Niederlage gegen Chile im “Guerra del Pacífico”, dem sogenannten “Salpeterkrieg”, seinen Zugang zum Meer ein. Seitdem ist das südamerikanische Land ein “landlocked country”, ein Binnenstaat, eingeschlossen durch die Anden im Westen und den Amazonas im Osten. Und doch gilt den Bolivianern das Meer noch längst nicht als verloren. Es bleibt vielmehr erhalten als nationaler Sehnsuchtsort: symbolisiert in der Sehnsucht nach dem “verlorenen Horizont”.

Im bolivianischen Alltag wird die Hoffnung, eines Tages doch wieder ans Meer zurückzukehren, wie ein Mantra wiederholt: in der Schule, bei der “Feier des Tages des Meeres” – und bei der Ausbildung in der Marine. Denn tatsächlich leistet sich das Land mit der “Fuerza Naval Boliviana” eine 1.800 Mann starke Marine, auch “Armada” genannt, die für den glorreichen Tag der Rückkehr ans Meer trainiert. Bis dahin ist diese Seemarine allerdings statt auf dem Pazifik erst einmal auf dem Titicacasee stationiert.

In ihrem Dokumentarfilm erzählen Emma Rosa Simon und Robert Bohrer anhand der Geschichte der bolivianischen Marine vom nationalen Sehnsuchtsort der Bolivianer; dem Meer, das als “verlorener Horizont” heute einen zentralen Stellenwert in der nationalen Mythologie des Landes einnimmt und um das die Träume und Traumata der Bolivianer kreisen.

Die Filmemacher begleiten in ihrem Dokumentarfilm unter anderem die Ausbildung der Wehrpflichtigen zu Matrosen und zeigen so manches Manöver, das am Rande der Absurdität rangiert. Zugleich entsteht aber auch ein kenntnisreiches Porträt dieses “maritimen” Andenlandes, das einerseits verbissen an überkommenen Traditionen festhält, andererseits zaghafte Modernisierungsschritte unternimmt.

Für ihr Treatment, das als Grundlage dieses Dokumentarfilms diente, wurden Robert Bohrer und Emma Rosa Simon 2012 mit dem 1. Preis des Dokumentarfilm-Wettbewerbs von BR und Global Screen in der Kategorie “Fernsehtaugliche Dokumentation” ausgezeichnet. “Verlorener Horizont” entstand im Anschluss in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk und Global Screen.

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