Mukozuke

Wir schauen Hannibal - Staffel 2, Folge 5

30.03.2014 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Bryan Fuller hat für Mukozuke kräftig die Werbetrommel gerührt und versprochen, dass uns die Spucke wegbleiben wird. Hat er Recht behalten?

Nach eigenen Angaben waren die ersten zwei bis drei Episoden dieser aktuellen Staffel von Hannibal nichts als eine kurze Aufwärmphase rund um das Team von Bryan Fuller. Episode vier hat den Startschuss gegeben und das Warten auf die Reaktionen zu der heutigen, fünften Episode Mukozuke haben Fuller in eine regelrechte Euphorie versetzt. Und tatsächlich passiert in diesen 45 Minuten so einiges, was mich aus den Socken gehauen hat.

Wie erwartet ist der überaus bedauernswerte Tod von Beverly (Hettienne Park) eingetreten. Die Show widmet ihr jedoch noch einen denkwürdigen Abschied und lässt sie von unserem Dr. Lecter (Mads Mikkelsen) einfrieren, in Scheiben schneiden und getrennt voneinander in Glaskästen zur Schau stellen. Das hat ziemlich direkte Konsequenzen für alle Figuren im Ensemble. Denn auch wenn Jack (Laurence Fishburne) immer noch weit davon entfernt zu sein scheint, Hannibal in den Kreis der Verdächtigen mit einzuschließen, ist sich Will (Hugh Dancy) sicherer denn je. Da kommt es ihm ja nur gelegen, dass ein Mitarbeiter (creepy as fuck: Jonathan Tucker) der Einrichtung, in der sich Will gerade aufhält, ein großer Verehrer von ihm ist. Er erteilt ihm den Auftrag, Hannibal zu töten und überraschenderweise kommt er der Erfüllung seiner Mission erstaunlich nahe. Schlussendlich gelingt es ihm natürlich nicht, aber immerhin durften wir einen ganz kurzen Blick auf Hannibals Verletzlichkeit werfen.

[…] Man trauert in Bildern. Man trauert nicht in Worten. Man trauert in Leere; man trauert nicht in Präsenz, sagte Bryan Fuller zu der Inszenierung der Reaktionen auf Beverlys Tod. Der Tod ist in Bryan Fullers Arbeiten stets ein omnipräsentes Thema und es ist nicht schwer zu erkennen, dass wir es hier mit einem Mann zu tun haben, der sich tiefgreifend damit beschäftigt. Es bedurfte keinerlei Worte, um dem Zuschauer die Trauer von Beverlys Kollegen zu vermitteln; stattdessen werden sie für uns ausschließlich auf filmische Weise greifbar gemacht. Die Blicke ins Leere, die zitternden Lippen, eben das absolute sprachlos sein – diese stumme Sequenz zu Beginn der Episode verrät mehr, als es jeder Dia- oder Monolog jemals könnte. Ein würdevolles, zutiefst ehrliches Begräbnis eines tollen Charakters. RIP Beverly Katz.

Dank dieser rührenden Eröffnung konnten es sich Fuller und sein Team auch problemlos leisten, Beverlys Tod abzuhaken und sich stattdessen darauf zu konzentrieren, was für einen Einfluss dieser eigentlich auf unsere verbliebenen Figuren hat. Da geht nämlich so einiges. Ihre Ermordung war weitaus mehr als nur kurzes Tränendrüsendrücken, mehr als notwendiges über Bord Werfen von liebgewonnenen Figuren, um Hannibals Diabolik auf ein neues Level zu hieven. Sie dient als Katalysator für eine mächtige Umstrukturierung der Figurenkonstellation: Sie bringt Will erstmals dazu, sich aktiv und überaus engagiert für das Ableben eines anderen Menschen einzusetzen. Dass ihn diese neugewonnene, düstere Seite überaus gefährlich macht, dürfte Hannibal und die Voyeure vor den heimischen Bildschirmen gleichermaßen kräftig überrascht haben. Diese ganze Storyline um den heimlichen Verehrer, der auch für einen der Morde aus Episode drei verantwortlich und ganz offensichtlich durch und durch mental neben der Spur ist, aber trotzdem in so einer Hochsicherheitsanstalt arbeitet und sogar einen potenziellen Serienkiller betreuen darf, ist natürlich abstrus. Aber ganz ehrlich: Who the hell cares? Das Ganze ist so wundervoll spooky in Szene gesetzt, dass eigentlich jeder Freund des Gruselgenres problemlos darüber hinwegsehen können sollte.

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