Top oder Flop

Was sagen die moviepiloten zu... American Sniper?

American Sniper
© Warner Bros.
American Sniper

Seit Donnerstag läuft Clint Eastwoods Biopic American Sniper in den deutschen Kinos und setzt den finanziellen Siegeszug fort, den das supererfolgreiche Kriegsdrama in den USA zu Beginn des Jahres angetreten hat. Seinen Erfolg hat der Film nicht nur den sechs Oscarnominierungen, sondern auch seiner Handlung zu verdanken: Bradley Cooper verkörpert den Soldaten Chris Kyle, der mehrfach im Irakkrieg diente und aufgrund seiner bemerkenswert hohen Abschussrate feindlicher Kämpfer in den USA als Kriegsheld gefeiert wurde.

So beliebt diese durchaus patriotisch geprägte Thematik in gewissen Schichten der USA ist, so kritisch wird sie insbesondere im Rest der Welt gesehen. Nicht wenige Kritiker werfen dem Werk vor, zu patriotisch und teilweise sogar kriegsverherrlichend zu wirken. Doch was sagt eigentlich ihr, die moviepilot-Community? Einen kleinen Eindruck verschaffen wir euch mit den folgenden Kommentaren.

Zunächst einmal die harten Fakten zu American Sniper:

  • 793 Community-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 6.0 Punkten
  • 23 Kritiker-Bewertungen mit einem Durchschnittswert von 4.1 Punkten
  • 156 Kommentare und 15 Kritiken
  • 16 x Lieblingsfilm und 11 x Hassfilm
  • 1332 Mitglieder haben sich den Film vorgemerkt und 79 sind uninteressiert

Es folgen drei Community-Kommentare, die American Sniper gut oder sogar sehr gut beurteilten:

Narrisch vergibt das Prädikat "Lieblingsfilm" und schreibt:

American Sniper ist ein schrecklicher Film. Er beschreibt einen Mann der der an das glaubte, was er tat, zu 100%. Ein Mann der Kriegslügen nicht hinterfragt und dachte für sein Land das richtige zu tun. [...] Eastwood träumt von einem streitbaren, gerechten Amerika, von einem Amerika das die richtigen Kriege für Freiheit führt. Eastwood macht durch Amercian Sniper klar das dieser Traum gescheitert ist. DAS ist der Verdienst dieses Films.

Martyman versteht die Kontroverse, liebt American Sniper jedoch für seine Art der Kriegsdarstellung:

Herausgekommen ist ein mutiges und überaus interessantes, packendes Meisterstück über eine kontroverse Persönlichkeit, der in den USA eine große Ehre zu Teil wurde. Man kann über das Action-Drama "American Sniper" sicher viel diskutieren - es ist starkes Kino zum Nachdenken und definitiv kein reiner Unterhaltungsfilm!

chrissley war American Sniper zwar durchaus zu unreflektiert, doch handwerkliche und schauspielerische Qualitäten machten das wieder wett:

Insgesamt ist der Streifen, wie von East Clintwood zu erwarten ein wahres Kunstwerk, mit kontroversem Inhalt, und schwer zu präsentierendem Thema. Die Kamera, die Schnitte, die Atmosphäre sind jedoch grandios. [...] Jedoch war mir der Film im Endeffekt zu kriegsverherrlichend, die menschenunwürdigen und kranken Taten wurden nie reflektiert und aus dem ganzen Gemetzel, genannt Krieg wurde keine Lehre gewonnen.

Es folgen drei Community-Kommentare, die der Thematik oder der Umsetzung des kontroversen Stoffes nichts oder nur sehr wenig abgewinnen konnten:

bestseimon lobt noch die handwerkliche und schauspielerische Qualität von American Sniper, kritisiert allerdings die inhaltliche Seite des Filmes:

Technisch und schauspielerisch macht der Streifen vieles richtig. Keine Wackelkamera, keine hektischen Schnitte, teilweise wirkt der Kampf zwischen den beiden Scharfschützen wie ein Western-Showdown. Vielleicht gar nicht so abwegig, wenn Clint Eastwood auf dem Regiestuhl sitzt. [...] Aber diesen Mann dann am Ende als größten Helden darzustellen, ist schon hart an der Grenze. Eine differenziertere und tiefer gehende Auseinandersetzung mit der Figur wäre aber durchaus interessant gewesen, so allerdings nicht. [...] Technisch gut, schauspielerisch solide, aber inhaltlich absolut bedenklich.

Niho kritisiert die klischeebehaftete Handlung und bezeichnet den Film als Propaganda:

Muss man einem Mann wie Kyle ein Denkmal setzen? Und wie soll bei so einer Geschichte dann Spannung oder Mitgefühl aufkommen, wenn der Film doch nur mit Klischees, einer einseitigen Gut-Böse-Moral und übertriebenem Patriotismus vollgestopft ist? [...] Eastwood verharmlost und glorifiziert in "American Sniper" und genau das macht diesen Film zu einem abschreckenden Beispiel für blinde Propaganda. Kaum zu glauben, dass der Film vom selben Reggiseur ist, der auch "Gran Torino" gemacht hat.

Roldur mochte zwar die Inszenierung, kritisiert aber die Darstellung der Hauptfigur:

Das besorgniserregende und ungemein menschenverachtende Ende überschatten die tolle Inszenierung und das mittelmäßige Charakterdrama derartig, dass „American Sniper“ am Ende ein großes Ärgernis darstellt. Bradley Cooper spielt herausragend, verleiht Kyle aber dadurch eine besonders bedenkliche Note. Eastwood sollte lieber wieder Stühle beschmipfen oder mehr Zigarrilos rauchen, statt sich an der Verherrlichung von Massenmördern zu versuchen.

Das moviepiloten-Fazit zu American Sniper:
Ähnlich der Kritikermeinungen zu American Sniper, ist auch die moviepilot-Community in verschiedene Lager gespalten. Während viele das Werk als kriegsverherrlichend, patriotisch und klischeebeladen kritisieren, honorieren nicht wenige die handwerkliche Umsetzung des Stoffes und die Darstellerleistungen, die aus American Sniper einen guten Kriegsfilm machen, wenn man denn über einige thematische Aspekte hinwegsehen kann.

Was ist eure Meinung zu American Sniper? Gibt es einen Kommentar, dem ihr ganz besonders zustimmen würdet?

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Ex-Unterwäschemodel und 08/15-Pessimist
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