Warum The Mandalorian das spannendste Star Wars-Projekt seit Rogue One ist

Star Wars: The Mandalorian
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Beeblebrox Matthias Hopf
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Redakteur bei Moviepilot. Schaut zu viel ins Internet, mag den Weltraum und fühlt sich auf Tatooine genauso zu Hause wie in Hogwarts und Mittelerde.

Als wäre die Vorfreude auf Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers nicht schon groß genug, kündigt sich dieses Jahr noch ein weiteres Star Wars-Projekt an, das überaus vielversprechend aussieht: The Mandalorian. Die erste Realserie, die sich in der weit, weit entfernten Galaxis ausbreiten darf, hat einen langen Weg hinter sich. In wenigen Monaten ist es endlich so weit.

  • Bereits Ende der 2000er Jahre arbeitete George Lucas an einer Star Wars-Realserie, die aufgrund ihres komplexe Inhalts und der hohen Kosten nie umgesetzt werden konnte.
  • In unserem großen Übersichtsartikel zu The Mandalorian findet ihr die wichtigsten Details zur langwierigen Produktionsgeschichte.
  • Erst unter Disney nahm das Projekt "Star Wars-Realserie" neue Formen an, sodass uns im November auf Disney+ der Start von The Mandalorian erwartet.

The Mandalorian entführt in die Unterwelt des Star Wars-Universums

Wie viel The Mandalorian mit George Lucas' ursprünglicher Idee gemeinsam hat, ist unklar, sehr wahrscheinlich aber nicht mehr allzu viel. Der Star Wars-Schöpfer plante eine Geschichte, die sich an den Abenteuerfilmen der 1930er und dem Film noir der 1940er Jahre orientierte. The Mandalorian folgt nun einem einsamen Revolverhelden am Rande der Galaxis, der - und zumindest an diesem Punkt ist die Serie ganz bei Lucas - Verbindungen zur Unterwelt hat.

Unterwelt ist auch gleich die erste spannende Voraussetzung: Von der Bürde einer Star Wars-Episode ist The Mandalorian weit entfernt. Stattdessen bekommen wir eine kleine Geschichte erzählt, die im Kontext des großen Universums wohl eher einer Randbemerkung gleicht. Es geht um die Figuren, die für gewöhnlich keinen Einzug in die Geschichtsbücher der Galaxis halten, geschweigen denn Medaillen auf Yavin bekommen.

Was The Mandalorian mit Rogue One gemeinsam hat

In dieser Hinsicht teilt sich The Mandalorian viele Eigenschaften mit Rogue One: A Star Wars Story, dem ersten Anthologiefilm, der aus einem winzigen Krieg der Sterne-Detail eines der bis heute tragischsten Star Wars-Kapitel formte, das ebenfalls dadurch punktete, etwas Abstand zu den Geschehnissen der Skywalker-Saga zu haben. Denn die Galaxis ist riesig und besteht nicht nur aus einer Blutlinie.

Wenngleich die von Jon Favreau entwickelte Serie zeitlich gesehen kein Wagnis eingeht (sie spielt fünf Jahre nach Die Rückkehr der Jedi-Ritter), wecken alle darüber hinaus bekannten Informationen fraglos Interesse. Zuerst wäre da die ersten bewegten Bilder, die im Zuge der Star Wars Celebration gezeigt wurden und zahlreiche Game of Thrones-Vergleiche zutage förderten. Hier findet ihr eine ausführliche Beschreibung des Materials.

Besonders die Umschreibung, dass The Mandalorian von einer Galaxis berichtet, die nach dem Niedergang des Imperiums im Chaos versinkt, sorgt für Gänsehaut. Der abgestürzte Sternenzerstörer, der sich am Anfang von Star Wars 7: Das Erwachen der Macht mit den Dünen von Jakku vereint, ließ uns bisher nur erahnen, wie sich der Zusammenbruch der bestimmenden Macht ausgewirkt hat. Da gibt es definitiv neue Facetten zu entdecken.

Der Cast von The Mandalorian ist genauso verrückt wie großartig

Eine Galaxis, die im Chaos versinkt, ohne den Hoffnungsschimmer der Rebellion am Horizont: Um ein solches Abenteuer zu bestehen, hat Jon Favreau ein wahrlich verrücktes Ensemble zusammengetrommelt. In The Mandalorian tummeln sich Game of Thrones- und Narcos-Star Pedro Pascal, der den Protagonisten mimt, sowie Giancarlo Esposito, bekannt aus Breaking Bad und Better Call Saul.

Reichlich Serien-Erfahrung bringen auch Emily Swallow und Omid Abtahi mit, doch da sind wir noch nicht einmal am interessantesten Punkt angelangt. Ex-MMA-Kämpferin Gina Carano, die sich über Haywire und Fast & Furious eine Karriere als Action-Star aufgebaut hat, spielt in The Mandalroian die weibliche Hauptrolle, ganz zu schweigen von Schauspiel-Veteran Carl Weathers, der in einer kleinen Rolle zu sehen sein wird.

Und dann wäre da noch Werner Herzog. Der deutsche Filmemacher, der zwar selten in großen Rollen, dafür mit umso exzentrischeren Auftritten zu sehen ist (etwa in Form eines Cameos in Parks and Recreation und als Bösewichts in Jack Reacher), brennt förmlich für die Serie. Als "phänomenale Leistung" bezeichnet er The Mandalorian im oben eingebundenen Clip. Kaum auszudenken, wie er sich dann erst in seine Rolle steigern wird.

Die herrliche Unberechenbarkeit von The Mandalorian

Selbst wenn Werner Herzog nur wenige Minuten Bildschirmzeit erhält, so steht sein Engagement zumindest beispielhaft für die Unberechenbarkeit von The Mandalorian. Das Ende von Rogue One und Rian Johnsons mutige Entscheidungen in Star Wars 8: Die letzten Jedi haben zwar dagegengesteuert. Dennoch wurden die neuen Star Wars-Filme unter Disney nicht selten mit dem Vorwurf konfrontiert, sie wären zu angepasst.

The Mandalorian hingegen verspricht so viele Ecken und Kanten wie schon lange kein Star Wars-Projekt mehr zu haben. Passend dazu wurde eine abwechslungsreiche Riege an Regisseuren verpflichtete, von denen Dave Filoni der einzige mit Star Wars-Erfahrung ist. Dafür stoßen durch The Mandalorian endlich neue kreative Stimmen ins Star Wars-Universum vor - und allein das macht neugierig auf die Umsetzung.

Bryce Dallas Howard, Deborah Chow, Rick Famuyiwa und Taika Waititi haben im Lauf ihrer Karriere bereits allesamt Bemerkenswertes geschaffen und dürfen nun den Grundstein eines völlig neuen Teils der weit, weit entfernten Galaxis legen. Das ist definitiv aufregend, vor allem, wenn dann noch der talentierte Ludwig Göransson für die Musik verantwortlich ist.

Zuletzt bereicherte dieser das Rocky-Franchise mit frischen und aufwirbelnden Kompositionen, die trotzdem nicht die DNA der Reihe vergessen haben. The Mandalorian hat nun die Möglichkeit, sich genauso im Star Wars-Universum auszutoben, ohne direkt den Druck eines Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers zu spüren. Der kreativen Ausrichtung kann das sicherlich nicht schaden.

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