The Meg: Der Megalodon existierte & viele glauben, er tut es noch

Meg mit Jason Staham
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Hält sich jung mit Coming-of-Age-Filmen.

“Wenn dieser Film rauskommt, wird jeder denken: 'Was passiert, wenn es dieses Ding wirklich gibt'", raunte Meg-Darsteller Page Kennedy ehrfürchtig bei der Meg-Premiere in Los Angeles dem Hollywood Reporter zu. Kennedy meint den Riesenhai, der das Zentrum der Werbekampagne war, die wiederum ihren Mega-Hai zu einem Freak machte - groß einschüchternd, aber auch nicht plausibler als die ganzen gestörten Asylum-Pappkameraden. Zunächst einmal ist der Megalodon durchaus real oder war es zumindest bis zur Pliozän-Pleistozän-Grenze vor 2,6 Millionen Jahren. Meg, wie ihn die Figuren den ganzen Film über der Einfachheit halber nennen, nachdem Jason Statham einmal unter höchster Anstrengung "Megalodon" gesagt hat, ist kein ausgedachtes Monster wie Godzilla, King Kong oder eine frankensteinische Kreatur wie der Indoraptor aus Jurassic World 2.

Meg im Vergleich: Der Megalodon in der Forschung

So groß wie viele Poster uns im Laufe der Werbekampagne weismachen wollen, ist der Riesenhai in Meg auch gar nicht. Im Film ist alles eine Frage des Maßstabs. Schauen wir uns das Bild des Mädchens unten mal an. Das Kind ist etwa 1,20 Meter groß, es steht ein wenig entfernt von dem Hai-Maul und würde etwa zweimal aufeinanderstehend hineinpassen. Das deckt sich mit den Schätzungen in der Forschung, wonach das Gebiss eines "Meg" bis zu 2,5 Meter hoch und 3 Meter breit gewesen sein kann. Hinzugedichtet wurde das feiste Grinsen, das der Hai in Meg meist mit sich herumschleppt. Authentisch wiederum ist die enorme Beißkraft dieser Mega-Kauleiste, die auch der Film wuchtig darzustellen weiß. In Meg verhält sich der Biss des Megalodons zur Konsistenz des menschlichen Körpers etwa so wie ein Locher zu Briefpapier. Das stimmt soweit mit dem Forschungsstand überein. Der Biss eines Meg war kräftiger als der eines T-Rex, schreibt Live Science. Die Kraft von etwa 2 Tonnen steckt in den Meg-Kiefermuskeln.

Die Rekonstruktion der Physiognomie des urzeitlichen Megalodon fand über die Größe seiner dreieckigen Zähne statt, die als einzige überhaupt dem Zahn der Zeit standhielten, wie bei fossilen Knorpelfischen üblich. Einige Zahnfundstücke des Meg sind 18 Zentimeter lang. Darauf geht auch der Name Megalodon zurück. Das griechische "megas" bedeutet "groß" und "odon" Zahn, Megalodon heißt also "Großer Zahn." Der Hai in Meg ist etwa so groß wie eine Yacht oder ein normaler Linienbus. Der von Jason Statham gespielte Jonas Taylor schätzt seine Größe auf mindestens 21 Meter. In der Forschung schwankten Schätzungen lange zwischen 9 und 30 Metern Länge. Mittlerweile gelten Meg-Größen zwischen 12 und 18 Metern als realistisch. Zum Vergleich: Der größte lebende Hai, der Große Weiße, wird maximal 7 Meter lang.

Woher kommt Meg im Film?

Der Film Meg hatte kein Interesse daran, das Erscheinungsbild und die Statur und Größe des Megalodon unnötig zu übertreiben. Das gibt die Handlung auch gar nicht her. Der Megalodon in Meg lebte Millionen Jahre unbehelligt in einem isolierten Kellerverschlag des Marianengrabens, mehr als 11000 Meter unter dem Meeresspiegel, bis er von einem Forscherteam aufgescheucht wird, das auf seinem Rückweg zudem eine temporäre Gasse öffnet, durch die der Hai seinem Reservat entschwimmt.

Der Megalodon im Internet: Ein Mythos

Viele Menschen halten das Meg-Szenario für gar nicht mal so unwahrscheinlich. Hier werden allerdings aus blankem Unwissen und unzureichenden Forschungsständen Wahrscheinlichkeiten abgeleitet, was in etwa dasselbe ist, wie Angst vor der Dunkelheit zu haben. Es ist schwer zu beweisen, dass etwas nicht existiert. Oder - im Meg-Fall - nicht mehr. Um den Megalodon hat sich ein ähnlicher Kult entwickelt wie um Einhörner, den Yeti, Nessi und Big Foot. Es gibt viele verwackelte Videos von vermeintlichen Megalodons, die noch immer irgendwo da draußen in den Weiten des Ozeans herumschwimmen. Wir müssen einfach nur fest dran glauben.

Google ist ein guter Scheinwerfer in der kleinen Traumwelt zwischen Wissbegierde und Wunschdenken. Wenn ihr "Megalodon" in die Suchmaschine eingebt, wird euch ganz oben "gesichtet" vorgeschlagen. Die Ergebnisse werden euch nicht enttäuschen. Die Bild titelte diese Woche erst über diesem Foto:

"Was macht der Ur-Hai bei den Nazi-U-Booten?"

Auch der Autor der Buchvorlage von Meg, Steve Alten, ist fasziniert von der Idee, dass der Megalodon noch irgendwo in der Tiefsee seine Kreise ziehen könnte:

Es ist interessant, dass er immer noch da draußen sein könnte. Es gibt keinen Beweis, dass er nicht da draußen ist, denn wir haben nie mehr als 5 Prozent des Meeres erforscht.

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Megalodons noch existieren

Angst beim Tauchen müssen wir aber nicht haben. Bei Wikipedia wird ein Satz aus dem Buch Megalodon: Hunting the Hunter von Mark Renz zitiert: "Es gibt Vermutungen, dass Megalodon bis heute in der Tiefsee überlebt habe. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, da ein Leben in der Tiefsee Anpassungen an die extremen Bedingungen dort erforderte und C. megalodon Verhalten und Anatomie in kürzester Zeit komplett hätte verändern müssen"

Harald Lesch bestätigt das in Leschs Kosmos: "Megalodons waren Flachwasserjäger, die waren gar nicht in der Tiefsee" - wo sie jetzt von "Meggys" vermutet werden, weil man sie dort schließlich unmöglich finden könnte.

Weitere Quellen:


Werdet ihr euch Meg anschauen?

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