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Studentenoscar - Der gute Ruf des deutschen Films

14.06.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Szene aus Von Hunden und Pferden
© Departures Film
Szene aus Von Hunden und Pferden
Janosch schrieb einst “Oh, wie schön ist Panama”. Aber nicht nur Panama ist schön, sondern auch manche News, die das Filmgeschäft betreffen. Und da darf dann auch mal gelobt werden.

Die Filmwelt ist minimal unfassbar skurril, maximal unglaublich fies und gemein. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit, denn es gibt viele News, die Hoffnung machen, Freude bereiten, einen zur Ehrerbietung animieren. Solche Erfolge, Ereignisse, Nachrichten sollen nicht einfach so in der weiten Welt des Internets verschütt gehen, sondern haben eine Erwähnung verdient. Im zweiwöchigen Rhythmus wird deswegen ein Lob an diejenigen verteilt, die es sich verdient haben. Diesmal bekommen Thomas Stuber und Elmar Imanov diese Auszeichnung.

Talent & Erfolg
Dass wohl nur wenige Menschen mit diesen beiden Namen etwas anfangen können, versteht sich von selber, denn es sind Männer, die erst am Anfang ihrer Karriere stehen. Aber schon jetzt haben sie wichtige Beiträge geleistet und sind dafür auch gebührend belohnt worden: Thomas Stuber erreichte den Silberrang bei den Studentenoscars, Elmar Imanov Bronze. Ein großer Erfolg, nicht nur für den Filmemacher der Filmakademie Baden-Württemberg und den der Internationalen Filmschule Köln, sondern für ganz Deutschland. Nicht, weil wir uns im direkten Konkurrenzkampf mit anderen Ländern befänden, Film ist schließlich international, sondern weil dadurch der Beweis angetreten wurde, dass das Land der Dichter und Denker eine wesentlich lebhaftere Filmszene besitzt, als einige Leute glauben. Ein Lob geht schon ob des erfolgreichen Abschneidens leicht von den Lippen, die Rettung des Rufs deutscher Filme lässt die Anerkennung noch ein Stück anwachsen.

Blühende deutsche Filmlandschaft
Wer an deutsche Filmemacher denkt, hat unweigerlich Til Schweiger auf dem Schirm. Er hat Erfolg mit Mainstream-Komödien wie Keinohrhasen oder Kokowääh, was nicht überrascht, da sie ja auf den Massengeschmack abzielen. Eine rege Filmlandschaft definiert sich zwar auch über solche Blockbuster, aber eben nicht nur. Als ausgleichendes Element wünschen sich Filmfans kleinere, mutigere Produktionen. Und bei vielen scheint sich der Eindruck verfestigt zu haben, dass es in Deutschland damit nicht weit her ist. Die Studentenoscars haben gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Thomas Stubers Von Hunden und Pferden, der von einem arbeitslosen Mann handelt, der versucht, sein Erspartes auf der Rennbahn zu vermehren, um eine dringend notwendige Operation für seinen geliebten Hund bezahlen zu können, und Elmar Imanovs Die Schaukel des Sargmachers, in dem die Geschichte des in Aserbaidschan lebenden, behinderten Musa erzählt wird, dessen gewalttätiger Vater sich durch den bevorstehenden Tod seines Sohnes zu ändern beginnt, sind noch nicht einmal überraschende Ausnahmen. Immer wieder gelingt es talentierten deutschen Filmschaffenden, sich mehr als ordentlich zu präsentieren, zum Beispiel Max Zähle, der sich letztes Jahr mit Raju den dritten Platz sichern konnte.

Ein Sprungbrett
Es ist einfach wunderschön zu sehen, wie junge Regisseure mit Einsatz und Leidenschaft kleine Meisterwerke schaffen und damit ihr Heimatland auf tolle Art und Weise repräsentieren. Sie haben sich ein Lob redlich verdient. Und was sie sich noch verdient haben, ist Unterstützung für ihre weiteren Projekte. Nicht wenigen Filmemachern ist es gelungen, eine hohe Platzierung bei den Student Academy Awards, so der offizielle Name, als Sprungbrett für eine große Karriere zu nutzen. 1975 bekam Robert Zemeckis einen Special Jury Award, 1983 gewann Spike Lee einen Preis. Und diese heute etablierten Regisseure sind nur zwei Beispiele. Auch wenn es für Hollywood letztlich nicht reichen sollte, ist es aller Ehren wert, was Thomas Stuber und Elmar Imanov bis dato geleistet haben – nicht nur in kreativer Hinsicht, sondern auch, weil sie uns die Bandbreite des deutschen Films vor Augen geführt haben. Eine Verneigung ist da angebracht.

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