The Mandalorian: Warum mich die große Star Wars-Rückkehr zerreißt

Star Wars: The Mandalorian
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Star Wars: The Mandalorian
24.12.2020 - 07:30 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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The Mandalorian endet mit einer gewaltigen Überraschung. Die Rückkehr einer großen Star Wars-Figur hat die unterschiedlichsten Gefühle in mir ausgelöst.

Achtung, Spoiler zu The Mandalorian: Die 2. Staffel von The Mandalorian war reich an Auftritten bekannter Star Wars-Figuren. Mitunter wirkte es so, als hätte sich die Serie in eine heimliche Fortsetzung von The Clone Wars und Star Wars Rebels verwandelt. Eine Figur stiehlt aber allen anderen die Show: Luke Skywalker.

Star Wars-Rückkehr: Luke Skywalker in The Mandalorian

Nachdem Serienschöpfer Jon Favreau bereits große Star Wars-Namen wie Bo-Katan Kryze, Ahsoka Tano und Boba Fett in die Handlung von The Mandalorian geschmuggelt hatte, überraschte das Finale der 2. Staffel mit der Rückkehr von Mark Hamills Jedi-Ritter. Es ist ein Ereignis, das sehr gemischte Gefühle in mir hervorgerufen hat.

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Zuerst einmal war ich eines: aufgeregt. Viele Gastauftritte in der 2. Staffel sind im Voraus durchgesickert. Von Luke Skywalker war dagegen so gut wie nie die Rede. Selbst dann, wenn sein Name in einem Gerücht auftauchte, wirkte ein Cameo extrem unwahrscheinlich. In Anbetracht der sättigenden Enthüllungen zuvor war er auch gar nicht notwendig. Und dann schleicht sich der X-Wing in den Hintergrund des Bildes.

Luke Skywalker in The Mandalorian

Das Spiel mit den Brotkrumen ist Jon Favreau und Regisseur Peyton Reed hervorragend geglückt: Nach und nach präsentieren sie einen Hinweis nach dem anderen, der auf Lukes Ankunft hindeutet. Spätestens mit dem Entzünden des grünen Lichtschwerts ist die Sache klar. Gewissheit hatte ich erst, als der Handschuh eindeutig zu erkennen war, den Luke über seiner künstlichen Hand trägt. Das konnte kein Zufall mehr sein.

The Mandalorian schließt an Die Rückkehr der Jedi-Ritter an

Mit anderen Worten: Ich habe jede einzelne Sekunde dieses Augenblick aufgesaugt und gespannt auf den Bildschirm gestarrt. Vor Freude, aber auch vor Angst. Insgeheim war da die Hoffnung, dass die grüne Farbe des Lichtschwerts eine Finte ist. Dass Jon Favreau nur mit den Erwartungen spielt und eine andere Figur unter der Kapuze zum Vorschein kommt. Wenn Luke Skywalker in Star Wars zurückkehrt, muss es perfekt sein.

Doch The Mandalorian ist weit entfernt von perfekt.

Ich mag viele Dinge an der Serie. Nach zwei Staffeln konnte sie in mir allerdings nie das Gefühl wecken, das die Kinofilme in mir auslösen, egal ob Prequels, Sequels oder die Originaltrilogie. Selten habe ich diese Kluft so schmerzlich gespürt wie bei Lukes Rückkehr - und das obwohl The Mandalorian alles versucht, um nahtlos an die Atmosphäre von Die Rückkehr der Jedi-Ritter anzuschließen.

Luke Skywalker in The Mandalorian

Angefangen beim schwarzen Outfit (das beste Luke-Outfit!) bis hin zur Ludwig Görannsons Musik, die sich in den finalen Minuten mehr denn je Richtung John Williams bewegt und für Gänsehaut sorgt. Dazu kommt die Spiegelung der Darth Vader-Szene aus Rogue One: A Star Wars Story mit schönen Kontrasten: Wo Vader stampft, schwebt Luke geradezu durch den Gang. Es gibt viel zu bewundern in dieser Szene.

Lukes Star Wars-Rückkehr fehlt die Wahrhaftigkeit

Das Problem: Sie ist nicht echt. Die Szene ist ein Trick, ein nachträglicher Moment, der nie Wahrhaftigkeit erreicht. The Mandalorian projiziert eine unbesiegbare Luke-Fantasie in die dunklen Gänge eines imperialen Kreuzers. Der Junge, der einst auf Tatooine sehnsuchtsvoll in die untergehende Zwillingssonne blickte, ist erwachsen geworden und befindet sich - abseits der bleichen CGI-Augen - auf der Höhe seiner Macht.

Die Reize von Luke Skywalker im Gottmodus kann ich in vielerlei Hinsicht nachvollziehen. Ich habe sie selbst unzählige Male in meinem Kopf durchgespielt. Aber ihnen fehlt die Kraft des letzten Abenteuers, das ich mit Luke im Kino erlebt habe. Star Wars 8: Die letzten Jedi hat mich durchgeschüttelt und auf eine unerwartete Reise geschickt, die zu einer einsamen Insel auf einem fremden Planeten führte.

Luke Skywalker in Star Wars 8: Die letzten Jedi

Wenn die Kamera in Episode 8 aufmerksam Mark Hamills Gesicht mustert, ziehen 40 Jahre Star Wars-Geschichte vorbei. Rian Johnsons Film hat die Figur aufgebrochen, erweitert und neu gedacht. Diese Begegnung auf Ahch-To bohrt tief ins Star Wars-Bewusstsein und hinterlässt ihre Spuren. Es gibt nichts Spannenderes, als diesen Spuren zu folgen, denn sie ermöglichen einen Dialog mit der gesamten Skywalker-Saga.

In The Mandalorian ist Luke Skywalker nur ein Geist

So greifbar wie in Star Wars 8: Die letzten Jedi war Luke noch nie. Der Film zeigt uns den Jedi in seiner dunkelsten und in seiner hellsten Stunde. Das ist manchmal ungemütlich und herausfordernd. Am Ende ist es aber eine zutiefst lohnenswerte, erfüllende Erfahrung, die der Figur mit einem Blick auf ihren kompletten Werdegang einen mitreißenden Abschluss gewährt, anstelle das Vertraute zu wiederholen.

In The Mandalorian zieht Luke einfach vorbei. Er ist ein teilnahmsloser Geist, ein digitales Echo. Irgendwie faszinierend, aber nicht befriedigend. Ein Wow-Effekt, dem die Überzeugungskraft fehlt. Und vor allem einer, der jetzt verbraucht ist. Jon Favreau hat die Luke-Karte gespielt. Mir wäre es lieber gewesen, sie würde in einem Lucasfilm-Tresor schlummern und weiter meine Fantasie beflügeln.

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