Sedwitz - Ost & West treffen sich in skurriler ARD-Serie

03.09.2015 - 08:50 Uhr
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Ab heute Nacht zeigt die ARD eine etwas andere Geschichte des Mauerfalls. In der komödiantischen Serie Sedwitz bringt ein Tunnel Ost- und Westdeutsche zusammen - und das schon 1988!

Der guidoknoppige Vorspann täuscht nur kurz darüber hinweg, dass es in Sedwitz nicht mit ernsten Dingen zugeht. Die sechsteilige Miniserie spielt 1988 im fiktiven Örtchen Sedwitz, das zur Hälfte in Thüringen, zur Hälfte in Franken liegt. Mittendurch verläuft die Grenze zwischen DDR und Bundesrepublik. Genau die soll der DDR-Soldat Ralf "Ralle" Pietzsch (Thorsten Merten) bewachen, als ihm ein sterbender Vorgesetzter einen mysteriösen Schlüssel anvertraut. Ein geheimer Tunnel führt unter der Grenze in den Westen und zu genau dem hat Ralle nun Zutritt. Eigentlich will der Grenzer nur schnell im Westen einen Zauberwürfel für seinen Sohn besorgen, doch auf der anderen Seite trifft Ralle den Bundesgrenzschutzbeamten Hubsi (Stephan Zinner), den Gastwirt Franz Haueisen (Hannes Ringlstetter) und die Lehrerin Astrid (Judith Richter). Sogleich finden sich die kleinen Leute aus Ost und West inmitten der Verwirrungen der Weltpolitik wieder.

Ob Good Bye, Lenin!, NVA oder Bornholmer Straße - Komödien über DDR und Wendezeit halten sich mit variierender Qualität in Kino und Fernsehen. Sedwitz scheint ein Jahr nach dem 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls eher auf den Spuren von Bornholmer Straße zu wandeln. Mit Regisseur Paul Harather (Indien) und Romanautor Stefan Schwarz ("Die Großrussin") sind bei der Miniserie zwei Komödienspezialisten am Werk. "[Die Serie] erzählt in einer Art magischem Realismus davon, wie es war, als eine richtige Grenze mitten durch deutsche Dörfer ging. Und wie verrückt das war, als alle das für normal hielten", so Co-Autor Schwarz im Interview mit Kress.de .

In der Kritik von Tittelbach.tv  wird derweil vor allem Hauptdarsteller Thorsten Merten positiv hervorgehoben, ein erfahrener Charakterdarsteller, den ihr eventuell aus Filmen wie Halbe Treppe kennt. Im Vergleich zu Bornholmer Straße sei Sedwitz "weniger knallig-deftige Politsatire als vielmehr humorvolle Provinzkomödie mit eher märchenhaft surrealen Zügen. Absurde Einlagen und schräge Überzeichnungen einiger Charaktere gehören zwar zur 'Farbe' der Serie, aber der Rhythmus der Erzählung entspricht eher dem Fluss eines Fernsehfilms."

Die sechs Folgen umfassende Miniserie Sedwitz wird ab heute 23:30 Uhr in der ARD gezeigt und an den kommenden Donnerstagen fortgesetzt. Schon am Montag vor Ausstrahlung sind die Episoden online einsehbar . Die erste Folge könnt ihr hier ansehen .

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