Schlechtester Disney+-Film? Artemis Fowl fällt bei der Kritik durch

12.06.2020 - 08:35 Uhr
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© Disney
Artemis Fowl
Artemis Fowl ist der erste große Disney-Blockbuster seit sehr langer Zeit. Ausgehend von den Kritiken sollten wir unsere Erwartungen aber deutlich herunterschrauben.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden zuletzt zahlreiche Kinostarts abgesagt. Dazu gehörten auch die von Disney-Blockbustern wie Black Widow und Mulan. Bei Artemis Fowl wurde die Veröffentlichungsstrategie sogar komplett überdacht: Die schon mehrmals verschobene Romanverfilmung feiert nun auf Disney+ ihre Premiere.

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In den USA startet Artemis Fowl bereits heute. In Deutschland müssen wir uns noch bis zum 14. August 2020 gedulden. Die ersten Kritiken lassen jedoch alles andere als eine aufregende Adaption des Werks von Eoin Colfer erwarten. Viele enttäuschte Stimmen gesellen sich hier zu wenigen positiven Ausnahmen in den Besprechungen.

Disney-Blockbuster Artemis Fowl fällt bei Kritik durch

Mit gerade einmal 14 Prozent bei dem Kritikenaggregator Rotten Tomatoes , wo nur zwischen positiven und negativen Kritiken abgewogen wird, markiert Artemis Fowl den bisher schlechtesten Film, der als Original auf Disney+ veröffentlicht wird. Zuvor kamen alle Produktionen mindestens über 50 Prozent. Etwas differenzierter fällt das Stimmungsbild bei Metacritic  aus.

Schaut den Trailer zu Artemis Fowl:

Artemis Fowl - Trailer (Deutsch) HD
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32 Punkte von 100 möglichen kann Artemis Fowl bei Metacritic verzeichnen. Jedoch überwiegend auch hier die ablehnenden Ausführungen der Kritiker. Brian Truitt von USA Today  findet vorerst aber positive Worte: Vor allem Josh Gad hat es ihm angetan, den er als Disneys Dwayne Johnson bezeichnet. Allein durch seiner Präsenz bereichert er jedes Projekt.

Kevin Crust von der Los Angeles Times  fokussiert sich derweil auf den Vergleich zur Vorlage, kann hier aber kaum positive Facetten entdecken:

Das hier ist kein 'Aber das Buch war besser'-Argument. Es ist einfach so, dass der ursprüngliche Charakter verbannt und stattdessen Scherben einer zerbrochenen Geschichte mit Ersatzteilen zusammengeschustert wurde. [Regisseur Kenneth] Branagh und sein Team haben etwas am Fließband produziert: Sicher, generisch und komplett entbehrlich.

Im Chicago Tribune  geht Katie Walsh auf den Umstand ein, dass sich Artemis Fowl nur wie ein gescheiterter Versuch anfühlt, ein Stück vom Harry Potter-Kuchen abzubekommen.

Das ganze Unterfangen ist ein ungeschminkter Versuch, von dem von Harry Potter angeführten Fantasy-Trend für junge Erwachsene zu profitieren. Es gab viele Versuche, die Potter-Krone (und den Geldbeutel) zu schnappen, aber Artemis Fowl wird nicht das heiße neue Kiddie-Fantasy-Franchise werden, basierend auf diesem absolut reizlosen ersten Eintrag.

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Dem schließt sich Kate Erbland von IndieWire  an. Auch hier überwieget der Eindruck, dass die detailreiche Vorlage nur unzureichend in die Sprache bewegter Bilder übersetzt wurde.

Und das ist vielleicht der einfachste Weg, um dieses gewaltige Scheitern zu erklären: In diesem Film, der auf einer Bestseller-Reihe mit acht Büchern basiert, die mit allerlei magischen Wesen (inklusive Colin Farrell) und einer tollen Märchengeschichte gefüllt ist, entpuppt sich die beste Szene als jene, in der der knirschende Erzähler einen Passanten anfurzt. Das gab es in den Harry Potter-Filmen aus gutem Grund nicht zu sehen.

Für Matt Singer von ScreenCrush  ist das Ganze ein "komplettes Desaster", während Mike Ryan in seiner Besprechung auf Uproxx  fast schon wieder von diesem rätselhaften Fehlschlag fasziniert ist. Slashfilms  Hoai-Tran Bui fasst es zusammen: Artemis Fowl liefert weder mitreißende Fantasy-Unterhaltung noch eine würdige Umsetzung der Vorlage.

In Deutschland erscheint Artemis Fowl am 14. August 2020 auf Disney+.

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