Scharfe Kritik: Autor des Original-Aladdin schießt gegen Disney

23.10.2018 - 10:25 Uhr
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Aladdin - Das Disney-OriginalAbspielen
© Disney
Aladdin - Das Disney-Original
Disney wird im Zuge seiner Remake-Offensive bald eine Live-Action-Version von Aladdin in die Kinos bringen. Dabei werden offenbar Schöpfer des Zeichentrick-Klassikers ungerecht behandelt.

Vor knapp zwei Wochen veröffentlichte Disney den ersten Teaser-Trailer zu seinem Live-Action-Remake Aladdin, basierend auf dem gleichnamigen Zeichentrick-Klassiker, in dem sich scheinbar auch Bösewicht Dschafar versteckt hat. Nun übt Terry Rossio, seines Zeichens einer der beiden Drehbuchautoren des Disney-Aladdin-Cartoons, scharfe Kritik am Studio, wie unter anderem Slashfilm  berichtet.

Drehbuchautor des Zeichentrick-Aladdin kritisiert Disney

Genauer kritisiert Terry Rossio, dass Disney weder ihm noch seinen Kollegen, die gemeinsam mit ihm am Aladdin-Zeichentrickfilm gearbeitet haben, eine Vergütung jedweder Art zukommen lässt. Rossio wird zwar in den Credits des Aladdin-Remakes erwähnt, doch dies war dann scheinbar auch schon alles, wozu Disney sich bereiterklärte. Auf Twitter machte Rossio seinem Ärger in mehreren Posts Luft.

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So seltsam, dass die einzigen Worte, die im neuen Aladdin-Trailer gesprochen werden, buchstäblich ein Reim sind, den mein Autorenpartner und ich geschrieben haben, und Disney bietet uns (oder allen Drehbuchautoren bei einem dieser Live-Action-Remakes) keine Entschädigung, nicht einmal ein T-Shirt oder einen Pass in den Park.

Bei besagtem Reim handelt es sich um die Worte, welche die Wunderhöhle spricht und die 1:1 aus dem Aladdin-Original übernommen wurden. Disney nutzte diese Worte, ohne den Autoren dieser Zeilen eine entsprechende Vergütung zukommen zu lassen.

"Niemand sah ein Live-Action-Remake voraus" - Disney kam Original-Team nicht entgegen

In einem weiteren Post antwortet Rossio auf die Frage von Autorin Amy Alkon, ob das Studio alles, was sich im Film befinde, auch besitze, Disney nennt den Zeichentrickfilm sein Eigen. Ein Remake in Form eines Live-Action-Films sah damals niemand voraus, weshalb entsprechende Vereinbarungen diesbezüglich nicht vertraglich festgeschrieben worden seien.

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Rossio führt weiter aus, es habe durchaus Kontakt zu Disney gegeben, doch diese Versuche sollten den entsprechenden Erfolg vermissen lassen: "Disney ist viele Male wegen irgendeiner Art Ausgleichsgebühr (ich bat um einen Disney Pass) angesprochen worden, aber sie antworteten nein, zilch, nada." Einen solchen Pass nannte Rossio übrigens eine Zeit lang sein Eigen, wie er in einem weiteren Post  schreibt. Disney stellte ihm sowie weiteren Autoren anlässlich der Eröffnung von Shanghai Disney einen lebenslang gültigen Pass aus. Später zog Disney diese Pässe wieder zurück.

Rossio darf sich gerne näher zur Aladdin-Angelegenheit äußern

Ein Reporter des Observer, Brandon Katz, würde sich gerne ausführlicher mit Rossio über dieses Thema unterhalten, doch der Aladdin-Drehbuchautor glaubt diesbezüglich nicht an einen positiven Effekt. Zuletzt verweist Rossio noch darauf, dass die Storyboard-Artists oder auch Animatoren die "wahren Helden" seien und noch weniger Anerkennung von Disney bekommen, als es bei ihm der Fall wäre.

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Ob Rossios Bemühungen letztendlich den gewünschten Effekt erzielen werden und Disney zum Einlenken bewegen wird, muss die Zeit zeigen. Das Aladdin-Remake startet am 23.05.2019 in den deutschen Kinos.

Findet ihr Rossios Kritik an Disney gerechtfertigt?

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