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Zieh dich warm an, Sly

Rentner-Ladys mischen The Expendables auf

31.08.2010 - 08:50 Uhr
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The Expendables von Frauen bedroht
© Splendid Film / moviepilot
The Expendables von Frauen bedroht
Sylvester Stallone, Jason Statham und Bruce Willis sind von gestern, heute übernehmen die Frauen die Kontrolle. Wir haben mal spaßeshalber eine Auswahl der renommiertesten Schauspielerinnen getroffen, die die Jungs von The Expendables aussehen lassen wie Schuljungen.

Die Feministinnen dieser Welt sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Da versammelt Sylvester Stallone irgendwo in einem entlegenen Teil dieser Erde ein gutes Dutzend ausgedienter Actionstars um sich herum und macht das, was Männer nun mal so machen: zerstören, zerbomben und coole Sprüche klopfen. Die Message, die Sly damit propagiert, ist klar: “Frauen haben hier nichts zu suchen!” Und um das zu unterstreichen, hat er sogar die obligatorische Sexszene rausgenommen, die Frau darf somit nicht mal mehr als Sexobjekt herhalten. Eine Provokation ohne gleichen. Früher hätte hier sofort eine Horde Frauenrechtler die Zähne gefletscht und laut “Gleichberechtigung” geknurrt. Heute passiert gar nichts.

Damit die mühsam und jahrelang erkämpfte Gleichberechtigung von Mann und Frau nicht mit einem einzigen Handstreich zunichte gemacht wird, springen wir in die Bresche und fordern stellvertretend für Alice Schwarzer und ihre Freundinnen einen Actionkracher mit den renommiertesten weiblichen Altstars in den Hauptrollen. Analog zu den Expandables also das ExpandBallett. Und hier ist unser Castingvorschlag.

Als erstes brauchen wir eine Anführerin. Ohne einen klugen Kopf oder zumindest jemand vom Schlag eines Sylvester Stallone geht die Mission schief. Die Dame, die wir suchen, benötigt Intelligenz, Führungskraft und sie muss mit allen Wassern gewaschen sein. Mit einem schüchternen Mauerblümchen können wir nichts anfangen, wir brauchen jemanden mit dem spröden Charme einer eisernen Jungfrau. Unser Vorschlag: Eine Doppelspitze aus Judi Dench und Helen Mirren. Erstere kommandiert seit nunmehr 15 Jahren als Chefin des britischen Geheimdienstes MI6 den Superspion James Bond herum und Helen Mirren lieferte eine überragende Leistung als Queen Elizabeth II. ab. Bessere Referenzen für den Job gibt es nicht.

Natürlich benötigen wir bei einem gefährlichen Einsatz immer jemanden für’s Grobe. Jemand, der es krachen lässt und ohne Rücksicht auf Verluste mehrere Häuserblocks einäschert oder mit schwerem Geschütz ganze Armeen aufhalten kann. Auch da haben wir schon genau die richtigen Ladies in Petto. Zwei Frauen, die lange Zeit als Prototypen der toughen Filmheldin galten: Sigourney Weaver und Linda Hamilton. Wer einem Killerroboter oder einer mordenden außerirdischen Bestie den Arsch aufreißen kann, den schockt nichts mehr.

Was wäre aber eine Söldnertruppe ohne ein echtes Enfant Terrible? Jemand mit Alkohol- und Drogeneskapaden, unzähligen Affären und Auftritten in grausamen Reality Serien wie Das perfekte Promi-Dinner, Let’s Dance und Flavour of Love. Den Part übernimmt die Dänin Brigitte Nielsen. Sie machte vor rund hundert Jahren als Amazone in Red Sonja einen schlagkräftigen Eindruck und hatte außerdem mal was mit Arnie. Das passt auch irgendwie zum Thema. Willkommen im Team.

Als nächstes brauchen wir Sexappeal. Und wer könnte da besser geeignet sein als das vielleicht berühmteste Bondgirl aller Zeiten, die Schweizerin Ursula Andress. Wer erinnert sich nicht an die Szene, in der die schöne Ursula im knappen Bikini aus dem Wasser steigt und damit dem Geheimagenten ihrer Majestät den Kopf verdreht. Natürlich ist sie trotz ihrer mittlerweile 74 Jahre nur noch schöner und reifer geworden. Die Femme Fatale des ExpandBalletts würde wahrscheinlich die gesammelten Mannsbilder der Expandables zum Frühstück verspeisen.

Damit ist die Besetzung unseres ExpandBalletts so gut wie komplett. Jetzt fehlt nur noch eine Portion Charme und Humor, um die Moral unserer Truppe hochzuhalten. Das mag für eine Söldnereinheit komisch klingen, aber Frauen sind da harmoniebedürftiger als Männer. Wir spannen Euch nicht länger auf die Folter, hier haben wir uns für Whoopi Goldberg entschieden. Egal, ob Stand-Up Comedy, die singende Nonne oder Geister sehen, sie kann im Entertainment-Sektor alles und ist damit die ideale Ergänzung für unsere Mädels.

Das Wichtigste fehlt aber noch, der Bösewicht oder – um emanzipatorisch korrekt zu sein – die Bösewichtin. Wir wollten keine 0815-Antagonistin haben, wir wollten eine, die es locker mit dem ganzen ExpandBallet aufnehmen kann. Goldie Hawn, Kathleen Turner und Barbra Streisand wollten die Rolle haben, aber unsere Wahl fiel auf die berühmte, die einzigartige Elizabeth Taylor. Sie war acht Mal verheiratet, verdrehte Michael Jackson den Kopf, nahm Drogen und Medikamente, hat unzählige Oscars und Golden Globes in der Vitrine stehen und, und, und. Mittlerweile ist auch sie schon stolze 78 Jahre alt und damit reif für ExpandBallett.

Wir freuen uns schon darauf, wie sie sich beim Showdown auf der Flucht vor dem ExpendBallett im Sauerstoffzelt versteckt und einen Zivi als Geisel nimmt. In einem furiosen Finale gelingt es Linda Hamilton dann, den automatischen Rollstuhl von Elizabeth Taylor in einer hydraulischen Presse zu vernichten und die Schurkin damit endlich zu stellen. Einziger Wermutstropfen: Judi Dench und Ursula Andress verlieren unter tragischen Umständen ihre Dritten.

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