Legion

Religiöser Trash mit Paul Bettany und Dennis Quaid

Legion
© Sony Pictures
Legion

Nicht nur Gott hat den Glauben in die Menschen verloren. Auch wir verlieren unseren wegen so manchen Film. Eigentlich sah Legion beim ersten Trailer richtig gut aus. Aber nach der Aufnahme in den USA und nun auch in Deutschland, können wir diesen religiösen Trash niemandem empfehlen. Wieder einmal soll die Apokalypse über die Menschheit gebracht werden, weil Gott nicht mehr an uns glaubt. Die letzte Hoffnung der Menschen gründet sich auf eine Gruppe von Fremden, die in einem Diner mitten in der Wüste gefangen sind, sowie auf den Erzengel Michael (Paul Bettany), der ihnen zur Hilfe eilt.

Als wichtigtuerischen Erbauungs-Schmu bezeichnet Daniel Ronel auf br-online Legion. “Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, das von der rauchenden Serviererin geborene Baby hat Erlöserqualitäten und der verdruckst-treudoofe Pächtersohn soll die Menschheit Mosesmäßig aus der Dunkelheit führen. Geht’s noch eine Spur lachhafter? Da helfen auch Paul Bettany s majestätische Engelsflügel nicht, die ihm tricktechnisch fein angeklebt wurden. Zur Strafe sollten sich die Macher Zombieland oder die britische Horrorparodie Shaun of the Dead von 2004 ansehen. Und Beileid auch an Dennis Quaid, der es nötig hatte, sich für so eine Drittware herzugeben.”

Auch Jörg Gerle vom film-dienst ist enttäuscht. “In dem halbgaren Genre-Sammelsurium hat Regisseur Scott Stewart ähnlich schnell den Überblick verloren wie der Zuschauer, sodass sich die ursprünglich recht interessant erscheinende Grundkonstellation bald in ziellosem, zudem lahm inszeniertem Rumgeballere erschöpft. Ein passabel agierender Hauptdarsteller Paul Bettany und einige stimmungsvolle Special Effects helfen auch nicht weiter, um Legion davon zu befreien, ein völlig indiskutabler Film zu sein.”

David Kleingers vom Spiegel sah einen Feldgottesdienst für Schießwütige. “Dieser grobe Unfug wäre viel leichter zu akzeptieren, wenn Autor und Regisseur Scott Stewart seinem kruden Crossover aus Weihnachtsgeschichte und Gotteskrieg ein wenig Tempo verliehen hätte. Stattdessen schlagen sich die menschlichen Darsteller mit müden Dialogen und peinlichen Dämonenfratzen herum, beim Nachladen zwischen monotonen Feuergefechten entsteht keineswegs Atmosphäre, sondern nur Langeweile. Allein Paul Bettany sorgt als durchtrainierte Kampfputte für etwas Trash-Appeal: Mit Schwingen, MG und Schwert taugt sein Weltgerichtsengel Michael durchaus zum kitschigen Airbrush-Motiv fürs Plattencover einer christlichen Metal-Band.”

Legion mit Paul Bettany startet heute in unseren Kinos. Wenn Euch der Film nicht interessiert, dann schaut doch in unser Kinoprogramm, um zu sehen, was sonst noch so läuft.

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