Phantastische Tierwesen: Der große Twist des Harry Potter-Ablegers ist ärgerlich

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
31.05.2020 - 20:00 UhrVor 27 Tagen aktualisiert
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Am Ende des Harry Potter-Spin-offs Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind erwartet uns ein großer Twist, der durchaus überrascht, aber auch einen sehr hohen Preis fordert.

Selbst wenn die Verfilmung der Harry Potter-Reihe inzwischen längst abgeschlossen ist, können wir dank Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind in die von J.K. Rowling erdachte Welt zurückkehren. 2016 startete der eigentlich ziemlich tolle erste Teil der Spin-off-Reihe, die insgesamt fünf Filme umfassen soll. Das Ende überraschte allerdings mit einer Enthüllung, die Fluch und Segen zugleich ist.

Für alle, die Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind noch nicht gesehen haben, sei an dieser Stelle eine ausdrückliche Spoilerwarnung ausgesprochen.

Warum der Phantastische Tierwesen-Twist unglücklich ist

Im ersten Phantastischen Tierwesen-Film tauchen wir in die 1920er Jahre ein. Als Protagonist fungiert dabei der exzentrische Magizoologe Newt Scamander (Eddie Redmayne), der gleich zu Beginn den Kontinent wechselt. Mit dem Schiff gelangt er nach New York, wo er in eine Reihe merkwürdiger Ereignisse verwickelt wird - bis zu diesem Punkt ist die Geschichte recht losgelöst von den Harry Potter-Filmen.

Schaut den Trailer zum ersten Phantastische Tierwewsen-Film:

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind - Trailer (Deutsch) HD
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Doch mit dem großen Finale im U-Bahnschacht greift Phantastische Tierwesen direkt in die Potter-Mythologie ein und offenbart Gellert Grindelwald als den heimlichen Drahtzieher hinter all den für Trubel sorgenden Ereignissen. Der böse Zauberer trat bereits in den späteren Harry Potter-Abenteuern auf, vor allem in Verbindung mit der Geschichte von Albus Dumbledore. Seine Enthüllung kommt aber recht ungelegen.

Grindelwald sprengt das Harry Potter-Spin-off auf

Phantastische Tierwesen gibt sich sehr viel Mühe, eine eigene DNA zu entwickeln, die zwar im Harry Potter-Universum verankert ist, aber eben doch Platz für spezifische Schwerpunkte lässt. Nach der großen Schlacht um Hogwarts verspricht die Suche nach seltsamen Kreaturen ein aufregendes, kleineres Abenteuer. Mit Grindelwald lastet dann plötzlich jedoch wieder ein ungemein großer Druck auf der Spin-off-Reihe.

Zugegeben: Den Countdown zum Ersten Zaubererkrieg hautnah mitzuerleben, ist fraglos ein spannendes Unterfangen, das viele Möglichkeiten bietet, sich der Potter-Mythologie aus einer neuen Perspektive anzunähern. Dennoch wirkt das Ende von Phantastische Tierwesen überhastet und unstimmig - was ebenfalls an der Wahl des Darsteller liegt: Johnny Depp platzt in diesen Film wie ein ungebetener Gast durch die Tür.

Johnny Depp in Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Johnny Depp ist ein viel zu großer Star, um ihn in einem überraschenden Augenblick in eine Filmreihe einzuführen. Sein Casting bringt ein enormes Ungleichgewicht mit und zieht damit jegliche Aufmerksamkeit auf sich. Eigentlich sollten Newt, Tina (Katherine Waterston), Queenie (Alison Sudol) und Jacob (Dan Fogler) im Mittelpunkt des Finales stehen, plötzlich finden sie sich aber mehr oder weniger am Rand als Zuschauer wieder.

Der tragische Verlust von Colin Farrell als Bösewicht

Und dann wäre da noch der andere Preis, den der Twist fordert: Colin Farrell. Klar, auch er ist ein Star, allerdings keiner, der sich so unverkennbar wie Johnny Depp in eine eigene Marke verwandelt hat. Rückblickend überkommt einen das Gefühl, als hätte die Phantastische Tierwesen-Reihe einen großartigen Darsteller geopfert, um diesen einen Wow-Moment in den entscheidenden Minuten des Films zu ermöglichen.

Dass Johnny Depp auch als Grindelwald beeindrucken kann, hat er mit seiner geradezu gespenstischen Erscheinung in der Fortsetzung Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen bewiesen. Colin Farrell erweckt seinen Percival Graves, der sich später als Grindelwald entpuppt, aber sowohl mit einer angsteinflößenden Entschlossenheit als auch einer leisen Tragik und heimlichen Zerbrechlichkeit zum Leben.

Colin Farrell in Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Allein die Begegnungen mit Credence (Ezra Miller) sind ein Zeugnis für Colin Farrells zurückgenommenes, aber ebenso starkes Schauspiel und die faszinierende Präsenz, die er in den Film trägt. Kurz vor Phantastische Tierwesen war er als zerbrechlicher Mann in The Lobster zu sehen, danach spielte er für Sofia Coppola das Objekt der Begierde in Die Verführten. Bei seinem Phantastische Tierwesen-Auftritt kommen beide Facetten perfekt zusammen.

Nun lässt sich nur in unserer Vorstellung ausmalen, wie die Beziehung zwischen Grindelwald und Dumbledore (im zweiten Teil gespielt von Jude Law) ausgesehen hätte, wenn Colin Farrell der Reihe erhalten geblieben wäre. Johnny Depps Grindelwald trat bisher vor allem als Anführer mit unheimlicher Anziehungskraft auf - die tragische Liebesgeschichte mit dem Schulleiter von Hogwarts wurde da bisher nur sehr weit im Hintergrund angerissen.

Wie steht ihr zu dem Gellert Grindelwald-Twist in Phantastische Tierwesen?

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