Nach FreeESC: Vergesst Stefan Raab endlich

21.05.2020 - 09:00 UhrVor 11 Tagen aktualisiert
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© ProSieben
Stefan Raab
Stefan Raab wird nie wieder im Fernsehen zu sehen sein. Der innovative TV-Macher ist er auch längst nicht mehr. Der Show-Gott ist Geschichte, wir sollten weiterziehen.

Spätestens nach dem FreeESC am vergangenen Samstag sollte klar sein: Wir werden Stefan Raab nicht mehr im Fernsehen zu sehen bekommen. Wie schon bei The Masked Singer hat ProSieben damit kokettiert, dass Raab mit seinem TV-Abschied bricht und doch noch mal auftritt. Wir wollten es wieder einmal nur allzu gern glauben und wurden wieder einmal enttäuscht.

Es wird für uns daher endlich Zeit Abschied zu nehmen und diese elende Nostalgie an den Nagel zu hängen. Raabs Zeit als großer Entertainer ist vorbei und ebenso seine Zeit als großer TV-Macher. Denn was er produziert, ist nicht mehr der mega innovative Wurf.

Stefan Raab hat uns ins Bett gebracht

Stefan Raab hat im Laufe seiner Karriere wahnsinnig viele Spuren hinterlassen. Mit TV total hat er uns fast täglich bespaßt und quasi ins Bett gebracht, mit seinen Musikshows hat er große Künstler entdeckt und Deutschland schließlich den Sieg beim ESC verschafft.

Die ausführliche Meinung im Video:

Wir müssen Stefan Raab hinter uns lassen
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Mit der Wok-WM eine erfolgreiche Reihe von spaßigen Sport-Events gestartet. Mit Schlag den Raab mal eben die XXL-Liveshow erfunden und mit den diversen Bundestagswahlspecials hat Stefan Raab uns sogar Politik unterhaltsam präsentiert. Und das war noch längst nicht alles.

Das liegt nun aber in der Vergangenheit und das Ende seiner Fernsehkarriere ist auch schon viereinhalb Jahre her. Seitdem hat sich das Fernsehen weiterentwickelt, aber Stefan Raab ist in der Zeit eingefroren. Das spürt man leider in seiner Rolle als Produzent hinter der Fernsehkamera.

Die raabsche Kost aus der Mikrowelle

Der FreeESC hat gezeigt, dass die raabschen Zutaten mittlerweile doch arg altbacken sind. Klar war der Gesangswettbewerb nettes Fernsehen, aber weit entfernt von jeglicher Innovation. Das war harmlos und in ESC-Maßstäben fast schon bieder.

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Die Einspieler, in denen die Teilnehmerländer auf TV total Manier vorgestellt wurden, boten lahme Klischees und uralte Clips auf Upps - Die Pannenshow-Niveau. Damit reißt man echt nichts mehr.

Die Jury aus Das Ding des Jahres

Eine weitere von Raab erdachte und produzierte Show ist Das Ding des Jahres, eine Antwort auf den riesigen Erfolg von Die Höhle der Löwen. Während in der VOX-Sendung die Gründer so richtig gegrillt und deren Erfindungen auf Herz und Nieren geprüft werden, fragt die Jury im ProSieben-Format mal ganz lieb nach, ohne groß Einfluss zu nehmen, damit das Studiopublikum schließlich abstimmt und somit über das Weiterkommen der Teilnehmenden entscheidet. Das ist alles so gemächlich und handzahm, dagegen wirkt Bares für Rares wie verrücktes Anarchofernsehen.

Raab Live: TV-Totalige Nostalgieshow

Ende 2018 hatte es Stefan Raab dann doch noch mal auf die Bühne verschlagen, live vor zehntausenden Menschen an mehreren Abenden in der Kölner Lanxess Arena. Ich war dabei und durfte Raab noch einmal beim Raabsein beobachten.

Wie ich es ein wenig erwartete, bekam ich eine tv-totalige Nostalgieshow mit denselben Gags, denselben Songs und denselben Künstlern, die man eben schon aus seiner Late Night Show kannte. Das war für den Abend schon ganz cool und Raab vor allem musikalisch so in seinem Element zu sehen war schon klasse.

Aber es war eben nichts Neues mehr. Die großen Kracher kommen nicht mehr aus seiner Feder. Für ein bisschen Nostalgie reicht es noch, aber das sollte nicht Raabs und auch nicht unser Anspruch sein.

Wenn Abschied, dann richtig

Vor bald fünf Jahren hat sich Stefan Raab verabschiedet und doch irgendwie nicht so ganz. Dieses halbgare noch-so-ein-bisschen-im-Showbusiness-Sein zieht sich durch Raabs Arbeiten live auf der Bühne und hinter der Kamera.

Seine Zeit ist vorbei, Raab selbst hat es mit seinem Abschied besiegelt. Wir müssen einsehen, dass wir im Jahr 5 nach Raab sind. Die von ihm produzierten Shows erreichen nicht die Klasse seiner Glanzzeiten und vor die Kamera wird er erst recht nicht mehr treten. Er sollte nun komplett die Bühne frei machen für die neuen Fernsehmacher und -macherinnen, wie Jan Böhmermann, Joko & Klaas, Carolin Kebekus und denen, die noch kommen werden und das Fernsehen erneut revolutionieren.

Auch wenn er beim TV Total Turmspringen übers Wasser gelaufen ist, haben uns The Masked Singer und der FreeESC endgültig bewiesen: Raab ist nicht Jesus, er kehrt nicht zurück. Findet euch damit ab.

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