Marvel steht vor ungeheurer Herausforderung: Bei Black Panther 2 kann so viel schiefgehen

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Black Panther
13.05.2021 - 09:00 UhrVor 27 Tagen aktualisiert
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Die Black Panther-Fortsetzung kommt, obwohl Hauptdarsteller Chadwick Boseman letztes Jahr im Sommer gestorben ist. Marvel steht bei dem Projekt vor einer seiner größten Herausforderungen.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Marvel einen Mega-Trailer, der uns einen Einblick in die Zukunft des Marvel Cinematic Universe gewährte. Ein wichtiger Teil dieser Zukunft ist die Black Panther-Fortsetzung von Regisseur und Drehbuchautor Ryan Coogler. Inzwischen hat sie einen offiziellen Titel: Black Panther 2: Wakanda Forever.

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Marvel schließt damit an einen seiner bemerkenswertesten Erfolge an. Der Vorgänger spielte über eine Milliarde US-Dollar ein und avancierte zum popkulturellen Phänomen. Die symbolische Strahlkraft von Black Panther, dem ersten großen Superheldenfilm mit einem Schwarzen Hauptdarsteller seit Blade, ging weit über die Grenzen des MCU hinaus.

Black Panther 2 ist ein kniffliger Balanceakt für Marvel

Bei dieser Resonanz war die Ankündigung des zweiten Teils keine Überraschung, erst recht nicht im Hinblick auf die perfekt geölte MCU-Maschine, die Marvel-Chef Kevin Feige seit über einer Dekade sorgfältig überwacht. Der Tod von Hauptdarsteller Chadwick Boseman hat die Sache jedoch um einiges komplizierter gemacht.

Wie geht Marvel damit um?

Black Panther 2 hat sich von einem der sichersten MCU-Projekte in einen kniffligen Balanceakt verwandelt. Wirtschaftliche Interessen und der Ausbau einer populären Marke stoßen auf Fragen von Verantwortung und Moral. Feststeht, dass der zweite Teil definitiv kommt. Im Juli 2022 startet Wakanda Forever weltweit in den Kinos.

Hier könnt ihr euch Marvels neuen Mega-Trailer anschauen:

Marvel Studios Celebrates The Movies - Trailer (English) HD
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Seitdem klar ist, dass Marvel an der Produktion von Black Panther 2 festhält, wird eine Botschaft mit Nachdruck an die Fans kommuniziert: Chadwick Boseman wird nicht von einem anderen Schauspieler ersetzt. Stattdessen beschäftigt sich der Film mit seinem Vermächtnis. Gegenüber Deadline  erklärt Feige im Januar:

Ryan Coogler arbeitet derzeit intensiv an einem Drehbuch mit all dem Respekt, der Liebe und der Aufrichtigkeit, die er mitbringt. Das spendet uns viel Trost. Es geht darum, die Mythologie und die Inspiration von Wakanda zu erweitern. Außerdem besteht die Aufgabe, die Erkenntnisse und Lehren von Chad[wick Boseman] zu würdigen und zu respektieren.

In der Vergangenheit hat Disney des Öfteren verstorbene Schauspieler:innen mit moderner Technologie zu neuem Leben erweckt. Das prominenteste Beispiel dürfte Carrie Fisher in Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers gewesen sein. Dank Archivaufnahmen, die bearbeitet und angepasst wurden, konnte Fisher ein letztes Mal als Leia zurückkehren.

Im Gegensatz zu Boseman musste sie aber nicht den kompletten Film auf ihren Schultern tragen. Genügend Archivaufnahmen wird es nicht geben, um einen neuen Film zu realisieren. Dass Boseman komplett durch CGI ersetzt, wie es bei Peter Cushing in Rogue One: A Star Wars Story der Fall war, schließt Kevin Feige ebenfalls aus.

Es wird keinen CGI-Chadwick geben und wir werden T'Challa nicht neu besetzen.

Chadwick Bosemans Geist schwebt über Black Panther 2

Wie genau Chadwick Bosemans T'Challa aus dem MCU herausgeschrieben wird, wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Sein Geist wird aber zu jeder Sekunde über dem Film schweben. Im Interview mit Yahoo  erzählt Co-Star Lupita Nyong'o, wie sich die Ausrichtung von Black Panther 2 nach Bosemans Tod verändert hat.

Ihren Aussagen zufolge lässt Ryan Coogler den Verlust, den Schmerz und die Trauer direkt in die Geschichte einfließen. "Es fühlt sich spirituell und emotional richtig an, dies zu tun." Alle Signale, die uns von den Beteiligten bei Black Panther 2 erreichen, gehen in diese Richtung und lassen einen reflektierten Vermächtnisfilm erwarten.

Black Panther

Vermächtnis - das ist eines der entscheidenden Schlüsselworte in der vierten MCU-Phase. The Falcon and the Winter Soldier denkt über das Erbe von Captain America nach, während in fast allen anderen MCU-Filmen und -Serien eine jüngere Generation an Superheld:innen nachrückt, um den Staffelstab der Ur-Avengers zu übernehmen.

Das Black Panther-Vermächtnis ist größer als eine Figur

Im Black Panther-Universum bietet sich mit Shuri, T'Challas Schwester, ebenfalls eine Figur an, die in Zukunft die Superheldenidentität von Black Panther übernehmen könnte. Eingeführt wurde sie bereits im ersten Teil, gespielt von Letitia Wright. Der Titel des neuen Films deutet jedoch eine größere Auslegung der Vermächtnisfrage an.

Wakanda Forever - das bezieht sich nicht nur auf eine einzelne Person, sondern auf eine ganze Welt, die lange Zeit im Verborgenen existierte, ehe sie am Ende von Black Panther zum Vorschein trat. Das Vermächtnis von Chadwick Bosemans Black Panther ist auch Vielfalt und Repräsentation. Marvel zeigt sich gewillt, diese auszubauen.

Für Disney+ befindet sich eine Serie in der Entwicklung, die sich mit der Welt und Kultur von Wakanda beschäftigt. Vorerst muss Marvel aber eine seiner größten Herausforderungen meistern und einen Film schaffen, der Chadwick Bosemans Vermächtnis wirklich würdig wird und nicht bloß Franchise-Strukturen aufrechterhält.

Bei Black Panther 2 ist einiges an Fingerspitzengefühl gefragt - etwas, das im MCU nicht selbstverständlich ist. Oft geht es um die große Gesten, während insgeheim schon das nächste Abenteuer vorbereitet wird, anstelle an einem Ort mit bestimmten Figuren längere Zeit zu verweilen, um zu erforschen, was diese wirklich fühlen.

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Black Panther 2 darf auf keinen Fall einer dieser MCU-Filme werden, die als Kompromiss entstehen und dennoch versuchen, so viele Punkte wie möglich auf der obligatorischen MCU-Checkliste abzuhaken. Trotz der besten Ambitionen kann dieser Film schnell zur taktlosen Unternehmung werden. Deswegen tritt Marvel einen Schritt zurück.

Ryan Coogler ist der richtige Regisseur für Black Panther 2

Black Panther ist nicht nur eine Figur, sondern eine ganze Welt. Feiges Versprechen, diese Welt atmen zu lassen, auch wenn vorerst ihr Mittelpunkt verschwunden ist, lässt hoffen, macht Hoffnung auf einen angemessenen Umgang mit Chadwick Bosemans Vermächtnis - gerade mit Ryan Coogler als Drehbuchautor und Regisseur an Bord.

Noch vor Creed und Black Panther sorgte Coogler mit dem aufwühlenden Drama Nächster Halt: Fruitvale Station für Aufsehen. Hier erzählt er die Geschichte des Afroamerikaners Oscar Grant, der von Polizisten erschossen wurde. Es ist ein eindrückliches Zeugnis dafür, mit welcher Weitsicht Coogler emotional aufgeladenen und sensiblen Stoffen begegnet.

Wenn er diese Weitsicht auch ins MCU tragen kann - und zum Teil hat er das mit dem ersten Black Panther schon getan -, dann sollte Black Panther 2 definitiv ein Film werden, der unsere Aufmerksamkeit verdient.

Podcast: Alle 17 neuen Marvel-Serien im Überblick

WandaVision und Falcon and the Winter Soldier haben eine neue Ära des Marvel Cinematic Universe bei Disney+ eingeläutet. In dieser Folge von Streamgestöber schauen wir auf die 17 Marvel-Serien, auf die ihr euch 2021 bis 2023 freuen könnt.

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