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Aufreger der Woche

Liebe Filmfreunde, hier werdet ihr verarscht

01.12.2012 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Wirrwarr
© Ion NewMedia/Starlight Film/Voulez Vous Film/e-m-s/KSM/Best Entertainment u.a.
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Persönliche Erlebnisse prägen. Nicht selten hängen sie einem ewig in den Klamotten. Da ist es ratsam, mal kräftig auf den Tisch zu hauen, um sich Luft zu verschaffen.

Angus T. Jones hat diese Woche mit seinen Äußerungen zu Two and a Half Men für einen ordentlichen Aufreger gesorgt. Mittlerweile ist er erwartungsgemäß zurückgerudert. Das Thema hat also keine Brisanz mehr. Deshalb möchte ich mich diesmal über etwas aufregen, was eigentlich alle Filmfreunde betrifft und mir selber beinahe widerfahren wäre.

Die betrügerischen Methode, Kunden denselben Film durch anderen Namen und anderes Coverdesign noch einmal anzudrehen, prangere ich im Aufreger der Woche an!

Schöner Betrug
Es ist erst wenige Tage her, da stöberte ich im Internet nach neuen DVDs, um meine Sammlung zu erweitern. Außerdem steht ja Weihnachten vor der Türe, da schadet es nicht, ein paar Sachen auf den Wunschzettel zu setzen. Ein schicker Tierhorrorfilm sollte es diesmal sein. Nur welcher? Und was für eine Bestie sollte im Mittelpunkt stehen? Ich kam zu dem Schluss, dass ich viel zu wenige Filme mit angriffslustigen Bären kenne. Also habe ich nach Tierhorrorfilmen gesucht, in denen ein Bär mit seinen riesigen Pranken zukloppt. Dass ich dabei irgendwann auf den kleinen Klassiker Grizzly von William Girdler stoßen würde, war klar. Während meiner Suche wurde aber auch der Film Killer Grizzly augespuckt. Anderer Name, anderes Cover, anderer Film – dachte ich zuerst. Da hab ich mich aber geschnitten, denn es handelt sich um ein- und dasselbe Werk. Wäre ich nicht von Natur aus skeptisch und würde mich informieren, hätte ich womöglich zweimal denselben Film bekommen. Und warum? Weil irgendwer es für einen saumäßig raffinierten Plan gehalten hat, einen etablierten Streifen mit einem neuen Namen zu versehen und ihm ein Cover zu verpassen, das einem vorgaukelt, dass es eine aktuelle Produktion ist.

Doppelt bringt mehr
Wir machen uns gar keine Vorstellungen, wie häufig wir richtiggehend beschissen werden. Es ist noch gar nicht so lange her, da ging es im Aufreger der Woche um Amok – Columbine School Massacre. Dass sich hinter diesem reißerischen Titel und dem offensiven Cover eigentlich ein Drama namens April Showers befindet, war nicht ersichtlich. Bewusst wurde der Eindruck erweckt, dass es sich um einen brutalen Metzelfilm handelt. Unverschämt. Kurz darauf aber denselben Film noch einmal unter dem unverfänglichen Namen The Darkest Day – Story of a Tragedy und mit dem Inhalt angepassten Cover rauszubringen, ist schon mehr als dreist. Mea culpa? Nö, mehr Kohle! Beide Versionen sind erhältlich, und wer sich nicht ganz genau informiert, erwirbt zweimal April Showers – ohne es zu bemerken. Die Taktik dahinter scheint klar: Fans von harten Horrorfilmen greifen eher zu Amok – Columbine School Massacre, Freunde von Dramen zu The Darkest Day – Story of a Tragedy. Dingdingding, die Kasse klingelt.

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