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Mein Herz für Serie

King of Queens - Der Dicke, die Schöne & das Biest

08.08.2010 - 08:50 Uhr
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Carrie, Arthur und Doug
© CBS
Carrie, Arthur und Doug
Kevin James ist aktuell in Kindsköpfe im Kino zu sehen. Anlass genug, um einen Blick auf die Sitcom zu werfen, die den Comedian bekannt gemacht hat. Willkommen in der Welt von King of Queens.

Vor allem in den 1990er Jahren schwappte eine riesige Welle von US-Sitcoms zu uns herüber. Ob Seinfeld, Eine schrecklich nette Familie, Hör mal, wer da hämmert und wie sie nicht alle heißen – immer wieder durften wir uns über eine Familie amüsieren, die sich in der begrenzten Enge ihres Hauses in komischer Manier gegenseitig auf die Nerven geht. Mein persönlicher Favorit aus dieser unüberschaubaren Flut ist die Serie King of Queens, die ich Euch deshalb näher vorstellen möchte.

Mein Einstieg in die Welt von King of Queens
Wenn im Fernsehen eine neue Serie startet, bin ich zunächst immer skeptisch. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die meisten einfach nicht dazu taugen, um mich über mehrere Episoden bei der Stange zu halten. Dementsprechend schrillten bei mir auch die Alarmglocken, als mit King of Queens eine weitere Familiensitcom 2001 den Weg ins deutsche Nachmittagsprogramm fand, damals noch auf RTL 2. Wie das dann so ist, habe ich dann doch mal reingeschaut, und was soll ich sagen: Die anfängliche Skepsis musste dem unvergleichlichen Charme Tribut zollen, mit dem die Serie mich in ihren Bann gezogen hat. Sicher, nicht alle Gags zünden, aber die kreativen Schreiber haben es geschafft, die auf den ersten Blick schablonenartig angelegten Figuren bis in die Nebenrollen mit verschrobenen Eigenheiten und liebenswerten Charakterzügen zu versehen und in jeder Episode eine unterhaltsame Geschichte voll Witz und Einfallsreichtum zu erzählen. Anscheinend stehe ich mit dieser Meinung nicht alleine da, denn gerade in Deutschland hat King of Queens eine große Fangemeinde, was wohl auch der Grund dafür ist, dass die Serie noch immer im deutschen Fernsehen läuft. Mittlerweile dürfte es sich um die geschätzte 25. Wiederholungsschleife handeln, die Kabel 1 ausstrahlt, und ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Die Rahmenhandlung im Überblick
Die im Titel angedeutete Hauptfigur von King of Queens ist der übergewichtige Douglas Steven Heffernan (Kevin James), genannt Doug, der sein Dasein als Kurierfahrer bei IPS fristet. Er lebt im New Yorker Stadtteil Queens, zusammen mit seiner attraktiven, aber leicht cholerischen Frau Carrie (Leah Remini), die zunächst in einer Anwaltskanzlei in Manhattan arbeitet, später in einer Immobilienfirma. Weil Carries Vater Arthur Spooner (Jerry Stiller) in der Pilotfolge sein Haus niederbrennt, sind die Heffernans gezwungen, ihn bei sich im Keller wohnen zu lassen. Diese Konstellation bietet genügend Potential für jede Menge Unterhaltung. So sind Arthurs nervtötendes Wesen und seine Verschrobenheit in der Serie neben Dougs Gewichtproblemen und den Höhen und Tiefen der Ehe mit Carrie immer wieder Thema. Aber mit seinen Freunden – Kollege Deacon Palmer (Victor Williams), Müttersöhnchen Spence Olchin (Patton Oswalt), Frauenheld Richie Iannucci (Larry Romano) und sein Cousin Danny Heffernan (Gary Valentine) – übersteht Doug immer wieder jede ausweglose Situation, in die ihn seine Tolpatschigkeit für gewöhnlich bringt.

Durchschnittlichkeit als etwas Besonderes
Was macht das Besondere an King of Queens aus? Neben den bereits erwähnten Schreibern sorgen vor allen Dingen die gut aufgelegten Darsteller für einen hohen Unterhaltungswert. Kevin James geht vollkommen in seiner Rolle als Doug Heffernan auf und liefert ein satirisches Porträt eines typischen Durchschnittsamerikaners, der seine Footballmannschaft, seinen Breitbildfernseher und seinen George-Foreman-Grill mehr liebt als alles andere auf der Welt. Dazu gesellen sich sein Hang zum Lügen, sein Übergewicht und sein unerschütterliches Harmoniebedürfnis. Leah Remini stellt als seine Frau Carrie das krasse Gegenteil dar: Sie hat in der Beziehung die Hosen an, besticht durch ihre Attraktivität und sagt immer, was sie gerade denkt. Dieser Gegensatz und die daraus resultierenden Streitgespräche sowie die Durchschnittlichkeit der Eheleute machen den Reiz von King of Queens aus. Die beiden führen ein mittelklassisches Leben mit stinknormalen Jobs und sind zufrieden mit sich und der Welt – nun ja, zumindest Doug ist es. Daher auch der hohe Identifikationswert, der die Serie so beliebt macht.

Glänzende Nebenfiguren
Neben den Heffernans sorgt Jerry Stiller wohl für die meisten Lacher in der Serie. Seine Figur des Arthur Spooner ist der typische Rentner: stur und penetrant, ein seniler alter Zirkusaffe (O-Ton Doug). Mit seiner Verschrobenheit, seinen eigenwilligen Marotten und den regelmäßigen Wutausbrüchen erweist er sich als heimlicher Held der Serie. Klar, dass Doug und Carrie dem alten Zausel mit dem Hang zum Schreien gelegentlich die Pest an den Hals wünschen. Für Hilfe sorgt da die Hundesitterin Holly Shumpert (Nicole Sullivan), die Arthur regelmäßig Gassi führt und so für vorübergehende Ruhe im Hause Heffernan sorgt. Ein dort gern gesehener Dauergast ist Dougs bester Freund Deacon Palmer (Victor Williams), ein großer, sportlicher Afroamerikaner, der damit ebenfalls als Gegenpol zu Doug konstruiert ist. In seiner Ehe mit Kelly (Merrin Dungey), Carries bester Freundin, läuft es nicht immer rund, worunter besonders ihre beiden Söhne Major und Kirby leiden müssen. Daneben garantieren der Schwerenöter Richie Iannucci (Larry Romano), der früher mit Doug zusammengewohnt hat, und Spence Olchin (Patton Oswalt), ein kultivierter Nerd, der mit 30 noch immer bei seiner Mutter (Anne Meara) wohnt, regelmäßige Lachorgien. Nicht zu vergessen Dougs nervtötender Cousin Danny Heffernan (Gary Valentine), der Doug aufrichtig bewundert und mit Spence eine liebevolle Männer-WG gründet. Darüber hinaus sorgen noch weitere Figuren und unzählige Gastauftritte (Ich sage nur: Lou Ferrigno) für ein stimmungsvolles Beisammen in einer ganz normalen, aber sehr lustigen Welt.

Hintergründe und Ausblick
King of Queens wurde zwischen 1998 und 2007 produziert und schaffte es auf eine beachtliche Anzahl von neun Staffeln und 207 Folgen. Damit gilt die Serie als eine der langlebigsten Sitcoms überhaupt. Wie gesagt, könnt Ihr noch immer täglich um 11:10 Uhr und 15:10 Uhr auf Kabel Eins in die Welt von Doug, Carrie und Arthur eintauchen oder Euch natürlich auch die DVDs besorgen. Für die Darsteller fiel die Post- King of Queens -Zeit sehr unterschiedlich aus: Während es nach dem Ende der Serie ziemlich ruhig um Leah Remini wurde, wohl auch bedingt durch ihre Schwangerschaft und die anschließende Babypause, ist Kevin James bekanntermaßen in die Spielfilmbranche übergewechselt. Nach seinem achtbaren Hauptrollendebüt an der Seite von Will Smith in Hitch – Der Date Doktor sahen wir ihn unter anderem in Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme, Der Kaufhaus Cop und nun also in Kindsköpfe. Aber für seine Fans wird er immer Doug Heffernan bleiben.

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