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Inferno: So unglaublich unterscheidet sich das Ende des Films vom Buch

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28.04.2019 - 18:00 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Heute Abend läuft mit Inferno die dritte Dan Brown-Verfilmung auf RTL. Der Tom Hanks-Thriller unterscheidet sich ausgerechnet im wohl wichtigsten Punkt radikal von der Vorlage.

Symbologie, Architektur und Kunstgeschichte. Klingt nicht gerade nach spektakulären Zutaten, doch bilden sie genau das Rezept, das die Romane von Schriftsteller Dan Brown zu weltweiten Bestsellern machte. Bereits drei Verfilmungen seiner Millionen-Erfolge gibt es, Inferno ist die jüngste davon und nimmt sich die größten Freiheiten.

Bisher wurden ausschließlich die Geschichten um den Harvard-Professor Robert Langdon für die große Leinwand adaptiert, die in fünf Büchern Platz fanden. Das dritte Werk Das verlorene Symbol übersprang Hollywood jedoch und nahm sich nach Sakrileg und Illuminati direkt den 2013 veröffentlichten Inferno vor. Regie führte wieder Ron Howard (Solo), und Superstar Tom Hanks schlüpfte in die Rolle von Robert Langdon.

Inferno: Das Ende ist im Film völlig anders als in der Buchvorlage

Zwar wurden bereits die Vorgängerfilme The Da Vinci Code - Sakrileg und Illuminati nicht gerade mit Lob überschüttet, dafür orientieren sich diese bei allen dramaturgischen Schwächen zum Großteil nah an den Vorlagen. Drehbuchautor David Koepp vollzog jedoch für die 2016 veröffentlichte Filmversion von Inferno einen drastischen Schritt und schrieb das Ende der Geschichte nahezu vollständig um.

Inferno als Film und das deutsche Buch

Achtung, Spoiler für Inferno: In Inferno geht es zentral um den Wissenschaftler Bertrand Zobrist (im Film von Ben Foster gespielt), der noch vor seinem Tod die baldige Freisetzung eines Krankheitserregers veranlasst, das die Menschheit um fast die Hälfte dezimieren soll. Zobrist will somit zum Wohle der Menschheit der drohenden Überbevölkerung ein Ende setzen, doch Langdon will die Katastrophe verhindern und agiert mit der Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones). Nach einer Schnitzeljagd in Italien kommt es in Istanbul schließlich zum Finale, denn dort soll sich der Behälter mit dem Virus befinden, der jeden Moment ausbrechen könnte.

Tom Hanks als Robert Langdon und Felicity Jones als Sienna Brooks

In diesem letzten Akt gibt es eine massive Differenz zwischen Buch und Film. Im Roman stellt sich heraus, dass die ganze Suche umsonst war, da Zobrist das Virus schon vor mehreren Wochen losgelassen hat. Im Film ist der Behälter im Grab von Enricio Dandolo in der Istanbuler Hagia Sophia aber immer noch verschlossen und die Apokalypse kann im letzten Moment verhindert werden.

Sowohl in der Vorlage als auch in der Adaption offenbart sich Langdons Gefährtin Sienna als Zobrists Komplizin und Geliebte, die zum Schluss alle Beteiligten hinters Licht führt. Im Buch wird Sienna letztendlich dafür aber nicht belangt und soll der WHO künftig helfen. Auf der Leinwand dagegen bleibt die Figur einfach ein Bösewicht und wird im Showdown getötet.

Das ist der größte Unterschied zwischen Film und Roman

Den wohl verheerendsten Unterschied haben wir aber noch gar nicht angesprochen: Den Virus selbst. Denn hinter Zobrists scheinbarem Völkermord verbirgt sich etwas ganz anderes:

  • Im Film bleibt der Virus bis zum Abspann eine Biowaffe, die tatsächlich einen Großteil der Erdbevölkerung dahingerafft hätte.
  • Im Roman gibt es einen entscheidenden Twist, denn wie enthüllt wird, wollte Zobrist nie die Menschen umbringen, sondern "nur" sterilisieren. Der Virus ist kein tödlicher, sondern führt dazu, dass jeder dritte Mensch des Planeten unfruchtbar wird.

So reagierten Kenner der Bücher auf das geänderte Ende

Diesen zentralen Kniff ignoriert der Film völlig. Vor allem wirkt es auf den letzten Metern so, als hätten die Macher keine Lust mehr gehabt, das komplexe Thema noch weiter auszuführen, und beschränken sich auf ein simples Blockbuster-Finale. Schade um die moralisch höchst ambivalente Auflösung in der Vorlage. Das sahen auch deren Kenner so, die 2016 ziemlich sauer aus den Kinos gingen. In der Moviepilot-Community kommentiert z. B. Casey33 Inferno so:

Am enttäuschendsten war jedoch das Ende. Hollywood hatte leider nicht den Mut der Vorlage zu folgen, sondern verpasste dem Streifen ein typisches Happy-End, das der Aussage des Romans völlig zuwiderläuft. Schade.

RoylesPika vergibt sogar die schlechteste Note von 0.0 Punkten und wirft dem Film vor, dass er "überhaupt nichts mehr" mit dem Buch zu tun hätte. Für Intreprid ist das Ende des Films für Buchleser schlichtweg "ein Schlag in die Fresse".

Inferno läuft am heutigen Sonntagabend, dem 28.04.2019 um 20:15 Uhr auf RTL.

Wie findet ihr das abgewandelte Ende des Inferno-Films?

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