German Comic Con Berlin: Das Tagebuch zum Samstag - Vormittag

German Comic Con Berlin
© Sophia Rosenberger
German Comic Con Berlin
16.10.2016 - 07:00 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Dieses Wochenende findet in der Messe Berlin die Berliner Comic Convention statt. Der erste Tag voller Stars, Künstlern und Comics ist vorüber. Ich habe die große Ehre, meinen Bericht zu diesem außergewöhnlichen Wochenende niederzuschreiben.

Schon ist er vorbei, der erste Berliner Comic-Con-Samstag. Für all jene, die es nicht selbst dorthin geschafft haben, zeichne ich hier ein Bild in Worten. Denn die genialen Besucher und großen Stars halte ich in meinem Fantagebuch fest, damit ihr seht, wie es sich als begeisterter Film-, Serien- und Comicfanatiker auf der Con angefühlt hat. Unter den Stargästen heute ist ein Held meiner Kindheit Christopher Lloyd und einige Doctor Who-Gesichter, auf die ich mich unglaublich freue. Im Marvel T-Shirt und mit den kleinen Aquarell-Bildern, die mir meine Stars unterschreiben sollen im Gepäck, geht es dann los. Weil ich heute von einem Termin zum nächsten hetze, müsst ihr wohl meinem engen Stundenplan folgen.

9:35 Uhr - Autogramme
Eine halbe Stunde vor den regulären Besuchern kann ich losziehen und mich umsehen. Meine heutige Begleitung aus der Community, ElsaWaltz, muss ich dafür vorerst zurücklassen. Überrascht stelle ich fest, dass das Areal kleiner ist als auf der Comic Con Germany in Stuttgart. In zwei dicht gepackten Hallen ist hier alles unter einen Hut gebracht, inklusive Künstlermeile, Merchandise und Autogrammtischen. Letztere sind schon besetzt und all meine „Zielpersonen“ bereits da. Die 60 Euro Autogrammgeld für eine einzige Unterschrift von Christopher Lloyd habe ich lieber auf drei andere Gäste verteilt.

Die Autogramm-Meile

Der erste davon ist Dan Starkey, den Doctor Who-Fans als Strax und nur in voller Maske kennen. Starkey ist heute allerdings in zivil unterwegs und er macht mich direkt zu Beginn der Veranstaltung überglücklich, als er begeistert das Bild bestaunt, das ich für ihn gemalt habe. Ich habe kurz Zeit, mich mit ihm über seine Rolle auszutauschen. Ob es denn unangenehm sei, in voller Gummimaske unterwegs zu sein? Nein, er hatte überhaupt kein Problem damit, aber es wird ganz schön warm unter der Maske, erklärt er lachend. Ich lache mit. Teilweise brauchte er wohl mehrere helfende Hände, um aus dem künstlichen Gesicht geschält zu werden. Ich freue mich über den kurzen Plausch, bedanke mich und ziehe weiter.

Die nächste Begegnung ist vielleicht die schönste des Tages, denn ich habe die Ehre, mich fast eine Viertelstunde lang mit dem fantastischen Stuntman Roy Scammell zu unterhalten, während sein Autogramm auf dem Alien-Bild trocknet. Scammell war DAS Alien - aus Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt -, hat in James Bond 007 - GoldenEye und Doctor Who sowie in Uhrwerk Orange und der Onedin Line mitgearbeitet. Selten durfte ich einen so herzlichen und charmanten Mann kennen lernen. Ganz der britische Gentleman begrüßt er mich mit einem Kompliment und schon kommen wir ins Reden. Scammell ist inzwischen 84, sprüht aber nur so vor Lebensfreude und erzählt mit leuchtenden Augen von seiner Arbeit mit Ridley Scott. "Als ich das erste Mal das Kopfteil für das Alien aufgesetzt habe und mich gedreht habe, bin ich erstmal gegen eine Lampe gekracht", lacht er. Und als ihn die Leute in den Kulissen in voller Montur einmal an Drähten aufhängen mussten, war der Alien-Kopf zu schwer, sodass er vornüber kippte. "Es war eine richtige Komödie", wie er da so kopfunter mit strampelnden Beinen hing. Wir sind uns einig, dass diese Szene definitiv im Film hätte dabei sein müssen. Scammell arbeitet zur Zeit an einem Sci-Fi-Projekt, das aber noch auf unsicheren Beinen steht. Falls es aber zustande kommt, will er mir Bescheid geben, und so bleibt meine Anschrift und Telefonnummer beim Alien und ich gehe rüber zum zweiten Doctor Who-Star für heute.

Der siebte Doktor und Radagast aus der Hobbit-Reihe Sylvester McCoy begrüßt mich so strahlend wie sein Vorgänger und meint, durch meinen Anblick werde der Tag noch viel schöner als ohnehin schon. Dieser Charmeur und gebürtige Schotte ist ein sympathisches Original, der sich vom hektischen Convention-Treiben nicht aus der Ruhe bringen lässt. Vielmehr ist er überglücklich hier zu sein. Mit großen Lettern verewigt er sich auf meinem zweiten Bild, ehe er etwas erschrocken fragt: "Da sollte aber nicht noch jemand drauf unterschreiben, oder?" Ich kann ihn beruhigen und mache Platz für die nächsten Autogrammjäger. Morgen sehe ich mir an, was er im Panel zu erzählen hat.

11:30 Uhr - Main Stage, Teil 1
Auf der Main Stage finden die Panels der Stars statt, jeweils eine halbe Stunde Unterhaltung und Fragen vom Publikum. Schnell wird klar, dass das Zeit-Management ein wenig hinkt und vor allem der Zuschauerraum viel zu begrenzt ist. Bald müssen zahllose Fans von den Trennwänden und Zugängen verscheucht und fortgeschickt werden, um die Sicherheitsbestimmungen einzuhalten. Auf der Bühne neckt bei meiner Ankunft gerade Chad L. Coleman aus The Walking Dead das Publikum: "Für je 25 Euro verrate ich euch, wen Negan umbringt." Nach Coleman ist X-Men-Darstellerin Famke Janssen an der Reihe. Leider ist sie (teils aufgrund der Technik, teils, weil sie leise spricht) schwer zu verstehen. Was sie zu ihrer Rolle als Cis-Gender-Frau in Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis verrät, bekomme ich aber klar und deutlich mit: Eigentlich hatte sie ihre Rolle bewusst die ganze Zeit als Frau gespielt. Der Grund dafür war, dass die Wendung, dass ihre Rolle eigentlich ein Mann ist, erst zwei Wochen vor dem Staffelfinale spontan entschieden wurde. Janssen war extrem überrascht, die Zuschauer auch.

Weiter geht es mit dem Mittag bzw. Nachmittag auf Seite zwei.

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