Erschütterndes Horror-Highlight bei Amazon Prime: 7 Stunden Albträume und Dauerstress

Them - S01 Teaser Trailer (English) HD
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© Amazon Prime Video
Them
15.04.2021 - 09:00 UhrVor 18 Tagen aktualisiert
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Für Horrorfans gibt es auf Amazon Prime Video jetzt eine neue Serie zu entdecken, die nichts für schwache Nerven ist. Dieses Horror-Highlight geht unter die Haut.

Das Serienjahr 2021 hielt für Fans von Horror und Grusel bisher kaum Highlights bereit - bis jetzt. Auf Amazon Prime Video ist die Anthologie-Serie Them an den Start gegangen. Und die gruselt euch 7 Stunden lang mit albtraumhaften Szenarien und erdrückender Atmosphäre, die euch in einen Dauerstresszustand versetzen.

Zum Start veröffentlicht Amazon die 10 Folgen umfassende 1. Staffel nur im Original mit Untertiteln. Eine deutsche Synchronfassung wird am 23. Juli nachgereicht. Das soll euch aber nicht davon abhalten, die Anthologie im Stil von American Horror Story jetzt schon zu entdecken. Horrorfans kommen an Them nicht vorbei.

Was ihr über Them bei Amazon Prime wissen müsst

  • Hardcore-Horror: Them ist zutiefst verstörend, extrem unbequem und beklemmend.
  • Genre-Mix: Hier trifft Geistergrusel auf Mechanismen des Terrors und Home Invasion-Horrors.
  • Für Fans von: Get Out, Wir, Lovecraft Country und Shining

Horror-Highlight bei Amazon: Darum geht's in Them

Die erste Staffel trägt den Titel Them: Covenant und folgt der schwarzen Familie Emory, die im Jahr 1953 aus den von Rassismus geplagten Südstaaten nach Kalifornien zieht. Dort ist Lynchjustiz und "Rassentrennung" zwar weniger an der Tagesordnung, Rassismus gibt es aber trotzdem: In Compton zieht sie in ihr neues Eigenheim in einer komplett weißen Einfamilienhaus-Nachbarschaft.

Hier könnt ihr den Trailer zum Amazon-Horror Them schauen:

Them - S01 Trailer (English) HD
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Aus Angst vor dem vermeintlichen Zerfall ihres Wohlstands und ihres Idylls, tun die Nachbarn - allen voran die Vorstadt-Königin Betty (Alison Pill) - alles, um die Emorys wieder zu vertreiben. Als wären die rassistisch motivierten Anfeindungen nicht genug, treten auch noch bösartige Geister auf den Plan.

Eigentlich wollten die Emorys ihre traumatische Vergangenheit hinter sich lassen und den amerikanischen Traum leben. Stattdessen durchleben sie über einen Zeitraum von 10 Tagen hinweg die absolute Hölle.

Them ist selbst für hartgesottene Horrorfans eine Grenzerfahrung

Der Megaerfolg von Jordan Peeles Get Out trat eine neue Welle des Horrors los, bei der die Angst vor dem Fremden als seit Jahrzehnten bewährtes Leitmotiv des Horrorgenres mit dem ganz realen Horror des Rassismus gepaart wird. Zuletzt machten Projekte wie Antebellum, Bad Hair und Lovecraft Country auf sich aufmerksam.

Them führt diesen Trend fort und schlägt dabei aber eine härtere und verstörendere Richtung ein, als alle Vorgänger. Während die Serie in ihrer stilsicheren Inszenierung an Jordan Peeles Werke erinnert, orientiert sich der Horror an erdrückenden Genreeinflüssen des Exploitation,- Spukhaus- sowie des Home Invasion-Films.

Them: Tochter Ruby Emory

So beschwört Them mit einer ständigen Beklemmung und dem Abstieg in den Wahnsinn in Teilen die Atmosphäre von Kubricks Shining, während die Allgegenwärtigkeit von psychischer und physischer Gewalt an die unbequemen und nihilistischen Terrorfilme der späten 2000er und frühen 2010er Jahre erinnert.

Them will den ständigen Terror und die Angst, die People of Color erleben, greifbar machen. Und das gelingt der Serie hervorragend. Selten hat mich ein Horrorwerk derart mitleiden lassen und in einen Dauerzustand der Anspannung versetzt, wie Them.

Vor allem die erschütternde 5. Folge, die als Flashback das vergangene Trauma von Lucky Emory (intensiv dargestellt von Deborah Ayorinde) porträtiert, geht durch Mark und Bein. Selbst mir als hartgesottener Horrorfans war derart übel, dass ich eine Binge-Pause einlegen musste. Amazons Triggerwarnungen sind auf jeden Fall ernst zu nehmen.

Them bei Amazon Prime ist viel mehr als eine Dauer-Tortur

Über 7 Stunden werden die Emorys und die Zuschauenden von einem Trauma ins nächste geschleudert. Them ist aber mehr als eine bloße Aneinanderreihung tragischer Ereignisse. Die Serie verhandelt unterschiedlichste Themenkomplexe, die den Zuschauenden einen Einblick in die Geschichte des institutionellen Rassismus gibt.

Them: Die Emorys

Mit Themen wie dem sogenannten Redlining  und rassistischen Vertragsklauseln (den titelgebenden Covenants) in der Immobilienbranche, bekommen auch nicht schwarze Menschen und Personen außerhalb der USA ein Bild davon, wie People of Color benachteiligt werden.

Nahezu jede der 10 Folgen greift einen oder mehr Aspekte von Rassismus auf, der die Zuschauenden noch lange beschäftigen und zum Nachdenken anregen dürfte. Dabei hilft es auch, dass die "Rassisten" in Them nicht zu gesichtslosen Monstern verkommen.

Gerade der Hass der fiesen Nachbarin Betty wird überraschend umfangreich erforscht, wobei wir mehr über die Hintergründe ihrer Abneigung gegenüber den Emorys und ihren eigenen Schmerz erfahren. Für mich zählt sie dadurch trotz ihres unverhohlenen Rassismus mit zu den spannendsten Charakteren der Serie - vielleicht liegt es aber auch nur an ihren Szenen mit True Blood-Darsteller Ryan Kwanten.

Them: Betty

Ist Them am Ende eine perfekte Horrorserie? Gewiss nicht. Gerade der übernatürliche Grusel entfaltet selten die gleiche Wirkung wie der menschliche Horror und subtil ist sie auch nicht gerade. Zudem bleiben die Hauptfiguren etwas blass, da sie fast ausschließlich durch ihre Traumata definiert werden.

Nichtsdestotrotz ist Them eine extrem wirkungsvolle, schmerzhafte und vor allem wichtige Horrorserie. Eine 2. Staffel ist schon in Arbeit und ich werde garantiert wieder einschalten. Aber erstmal muss ich mich noch von dem Schock erholen.

Die 1. Staffel von Them umfasst 10 Episoden, die alle seit dem 9. April 2021 bei Amazon Prime Video zum Streamen bereitstehen. Als Grundlage für diesen Seriencheck dienten alle 10 Folgen.

Them und mehr: Die größten Streaming-Highlights im April 2021

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