Wurde ein Franchise erst einmal gegen die Wand gefahren, tut sich Hollywood dieser Tage sehr schwer, einer einst geliebten Marke wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Umso beeindruckender ist die Wiederbelebungsgeschichte der Predator-Reihe. Denn diese wurde nicht nur erfolgreich zurückgebracht, sondern komplett neu erfunden.
Mit Prey und Killer of Killers tastete sich Regisseur Dan Trachtenberg auf Disney+ langsam, aber sicher an das Vermächtnis des Weltraumjägers heran, ehe vor wenigen Monaten mit Predator: Badlands das Leinwand-Comeback erfolgte. Wenn ihr den Film im Kino verpasst habt, könnt ihr ihn ab sofort bei Disney+ streamen.
Predator: Badlands bei Disney+: Neuester Teil der legendären Sci-Fi-Action-Reihe jetzt im Abo
Nachdem Prey in der Vergangenheit spielte und Killer of Killers mit seinen Episoden quer durch die Zeit sprang, wagt sich Badlands in die Zukunft und stellt uns einen jungen Predator vor, der in den Augen seines Stammes als Schwächling gilt: Dek (Dimitrius Schuster-Koloamatangi) ist seiner Linie furchtloser Jäger nicht würdig.
Als er auf einem fremden Planten strandet, sieht er jedoch die Möglichkeit gekommen, sich endlich beweisen zu können. Blöd nur, dass ihn dort wirklich alles umbringen will. Nicht einmal vor Pflanzen kann er sich in Sicherheit währen – ein unbedachter Augenblick und die Falle schlägt zu. Doch dann findet er eine unerwartete Verbündete.
Die Androidin Thia (Elle Fanning) hat ihre Beine verloren und kann sich daher nicht alleine fortbewegen. Dek zögert kurz, nimmt sie schließlich aber huckepack, auch wenn er diese Entscheidung bereuen soll. Denn wo Thia ist, kann ihre böse Zwillingschwester Tessa nicht weit sein. Doch davon weiß der arme Predator nichts.
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Regisseur Dan Trachtenberg verwandelt Predator: Badlands in einen großen Abenteuerfilm
Den Überlebenskampf, der einst mit Arnold Schwarzenegger in Schlamm und Dreck begann, erweitert Trachtenberg um epische Sci-Fi-Panoramen und eine Geschichte, die dem Survival-Aspekt die Dynamik eines großen Abenteuerfilms hinzufügt. An Action soll es auch nicht mangeln. Hier zieht Trachtenberg alle Register seines Könnens.
Predator: Badlands ist ein extrem vielseitiger Film – nicht nur in puncto Action, sondern auch im Umgang mit den thematischen und mythologischen Möglichkeiten der Reihe. Gleich die ersten Minuten erweisen sich als überwiegend wortloser Prolog. Und wenn gesprochen wird, dann in einer Sprache, die wir als Normalsterbliche nicht verstehen.
Trachtenberg stürzt sich herzlich in die Eigenheiten des Predator-Universums, gestaltet seinen Film aber trotzdem nicht so verklausuliert, dass nur hartgesottene Fans durchblicken. Im Gegenteil: Trachtenbergs Predator-Filme zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie sowohl Alteingessessene als auch Neuankömmlinge abholen.
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Predator: Badlands ist tief mit seiner Reihe verbunden und zeigt uns trotzdem eine neue Perspektive
Selbst wenn im späteren Verlauf des Films sogar der Bogen zur Alien-Reihe geschlagen wird, hängt Predator: Badlands sein Publikum nicht ab. Das Grundgerüst um den jungen Nachwuchskrieger, der auf seiner Reise verschiedene Prüfungen bestehen muss und einige ungemütliche Begegnungen macht, ist viel zu robust dafür.
Ein besonders tolles Kunststück, das Trachtenberg gelingt: Zum ersten Mal versetzt er uns in die Perspektive eines jener Sci-Fi-Monster, die ihre Opfer für gewöhnlich auf brutalste Weise durchbohren. Dek hingegen lernen wir über seine Verletzlichkeit kennen. Im Grunde erlebt er hier eine eigene Coming-of-Age-Geschichte.
Dazu kommen Verschwörungen, Geheimnisse und Intrigen. Der martialische Kern der Reihe wird hinterfragt, ohne ihn jedoch komplett zu verbannen. Predator: Badlands ist nach wie vor ein Kriegerepos – nur eben eines, das neben dem harten Ehrenkodex auch Emotionen zulässt, die in den Predator-Clans zuvor nicht existierten.