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Die Filmanalyse zu Shootout & Walter Hill

Nach langjähriger Abstinenz ist der Regisseur Walter Hill mit Shootout – Keine Gnade zurück im Kino.

Seit den 70er Jahren fasziniert der große Einzelgänger Hollywoods ein genreaffines Publikum. Doch man täte Hill Unrecht, wenn man ihn als bloßen Genre-Regisseur abtun würde, in Wahrheit ist Walter Hill einer der ganz großen amerikanischen Autorenfilmer. Seit Driver, Die Warriors und Die letzten Amerikaner (eine äußerst vielschichtige Aufarbeitung des Vietnamkriegs, die ebenso kritisch die Hippie-Generation beleuchtet) findet Hill weltweit Beachtung bei der Kritik; der deutsche Filmwissenschaftler Ivo Ritzer widmete ihm eine große Monographie. Blockbuster wie Nur 48 Stunden, Red Heat und Last Man Standing waren auch kommerziell erfolgreich, ohne dabei auf faule Kompromisse der Kulturindustrie eingehen zu müssen.

Denn Hill kennt den Kern des amerikanischen Kinos genau: Im Gegensatz zum europäischen Kino neigt das amerikanisch nicht dazu, philosophische Fragen verhandeln zu können. Stellt man solche metaphysischen Versuche aus den USA wie Magnolia, Cloud Atlas – Alles ist verbunden oder The Tree of Life den Meisterwerken von Ingmar Bergman, Jean-Luc Godard oder Andrei Tarkowski gegenüber, bekommt man regelrecht Mitleid. Ebenso kommen einem die Tränen, wenn man an europäische Actionfilme denkt. In der Aktion nämlich ist das amerikanische Kino ganz bei sich selbst; deshalb ist Walter Hills Kino in erster Linie Bewegung.

Wir sehen, wie sich ein Außenseiter von A nach B nach C bewegt, wie er dabei Hürden nimmt, Feinde überwindet und am Ende wieder verschwindet. Dabei sind seine Filme keineswegs unphilosophisch, nur vermittelt sich dies durch das rein Visuelle und nicht durch das Gesprochene. Man kann seine Filme wie abstrakte Gemälde genießen. Dies beweist erneut sein schöner, aus der Zeit gefallene Film Shootout – Keine Gnade mit Sylvester Stallone.

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