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Das Hausmädchen blickt hinter die Familien-Fassade

05.03.2014 - 15:01 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Das Hausmädchen gerät zwischen die Fronten
© Alamode Film
Das Hausmädchen gerät zwischen die Fronten
Sang-soo Im macht seinem Ruf als koreanischer Hitchcock alle Ehre: Im schonungslosen Thriller und Familiendrama Das Hausmädchen eröffnen sich in einer nach außen hin perfekten Familie Abgründe voller Betrug, Missgunst und Leid.

Update: Leider fällt Das Hausmädchen aufgrund von Alternativprogramm auf arte heute Abend aus.

Arte zeigt heute Abend den koreanischen Film Das Hausmädchen von Sang-soo Im, der auf den Filmfestspielen in Cannes 2010 vorgestellt wurde und unter den Kritikern für ordentlich Furore sorgte.

Die junge, hübsche und alles andere als betuchte Eun-Yi (Do-yeon Jeon) erhält die vermeintliche Chance ihres Lebens: Sie tritt eine Stelle als Hausmädchen an, bei der sie sich um die Tochter eines wohlhabenden Paares kümmern soll. Denn Hae Ra (Seo Woo) ist hochschwanger, sie und ihr Mann Hoon (Jung-Jae Lee) erwarten Zwillinge. Die Anstellung als Mädchen für alles beginnt unbeschwert, entwickelt sich letzten Endes aber zum Desaster. Denn Hoon macht dem frischgebackenen Hausmädchen schon bald deutliche Avancen und es kommt, wie es kommen musste. Eun-Yi lässt sich schließlich auf die Affäre mit dem Hausherrn ein und ahnt nichts von den dadurch für sie entstehenden Konsequenzen. Natürlich erfährt Hae Ra vom Ehebruch ihres Mannes, woraufhin sich die Zeiten für Eun-Yi schlagartig ändern. Fortan leidet das Hausmädchenn unter den andauernden Schikanen ihrer Hausherrin und deren Schwiegermutter. So entspinnt sich eine Geschichte voller Neid, Eifersucht, Missgunst und Betrug, die dem Zuschauer tiefe Einblicke hinter die Fassade einer scheinbar so perfekten Familie gewährt.

Sang-soo Im blickt hier gnadenlos hinter die Kulissen einer angeblich heilen Familie, die um jeden Preis den Schein wahren will. Die sich dort auftuenden Abgründe sind wie zu erwarten tief und hässlich, es brodelt unter der moralisch integren Oberfläche. Nach und nach bricht sich das Unheil unaufhaltsam Bahn und alle Beteiligten zeigen schonungslos ihr wahres Gesicht. Die Inszenierung bleibt dabei meist ruhig und subtil, trotzdem schafft der Film eine unglaublich intensive, aufgeladene Atmosphäre. Viele gelungene Close-Ups, ein grandioses Spiel mit Licht und Schatten sowie die durchweg beeindruckende Leistung der Schauspieler tun ihr Übriges. Das kontroverse und extreme Ende des südkoreanischen Films dürfte zwar nicht unbedingt jedermanns Sache sein, erscheint aber stimmig und konsequent. Wer generell koreanische Filme mag und/oder auf spannende Psychothriller sowie Familiendramen steht, der sollte sich Das Hausmädchen heute Abend auf keinen Fall entgehen lassen.

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